Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Sprachkrank“

Nicht normal

Montag, 28. Juli 2008

Heute mal wieder ein ganz normales Fetzlein Werbung mit besonders unbeholfener Ausdrucksweise, das mir beim Surfen über den Weg kam:

Das ist nicht normal!

In der Tat, das ist nicht normal, wenn man jede Woche 5 Kilo abnimmt. Es deutet eher auf eine ziemlich schwere Krankheit hin. Allerdings habe ich „Trimgel“ in der Klassifikation ICD-10 noch nicht gefunden – das wird gewiss bald nachgeholt.

Erbschaft und Erbschaft

Freitag, 11. Juli 2008

Sehr geehrte,

Das nenne ich doch mal eine Anrede!

Ich vermute das diese E-Mail eine berraschung fr Sie sein wird, aber es ist wahr.

Und den Trick mit der Zeichenkodierung hat der Spammer auch nicht hingekriegt. Sind denn nur noch Stümper da draußen? Können die nicht wenigstens ihren Strunzcode mal testen, bevor sie ihn millionenfach durch das Netz schicken?

Ich bin bei einer routinen berprfung in meiner Bank (Standard Bank von Sd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $5.500,00 (Funf millionen funf hundert tausend US Dollar) gutgeschrieben sind.

Komisch. Vor einem halben Jahr hat mir der Dummspammer schon einmal die gleiche, windige Story geschrieben. Und vor neun Monaten auch. Und vor einem Jahr auch. Versuchen die das jetzt alle drei Monate? Damals hat das mit den Umlauten aber wenigstens geklappt. Jetzt sind die Umlaute weg, und der Betrag ist auch um sieben Millionen Dollar gesunken. Und von der Ziffernfolge hat es auch gleich drei Nullen weggeknabbert.

Dieses Konto gehrte Herrn Fritz Ludwig, der ein Kunde in unsere Bank war,der leider verstorben ist.Damit es mir mglich ist dieses Geld $5.500,000 inanspruch zunehmen,bentige ich die zusammenarbeit eines Auslndischen Partner wie Sie, der mir die erforderliche Hilfe geben kann fr diese Inanspruchnahme.

Jaja, immer die gleiche hohle Story. Es scheint wirklich niemand auf der weiten Welt so einen dicken Batzen Geldes zu wollen. :mrgreen:

Bitte Lesen: http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/859479.stm

Ganz wichtig! Sogar die BBC berichtet darüber, dass mal Menschen sterben. Das hat zwar nichts mit diesem Spammer zu tun, aber er hofft, dass sein Betrug dadurch glaubwürdiger wird.

Ihr Anteil wre 30% von der totalen Gange, whrend die restlichen 70% ist fr mich und meine Kollegen.

Klar, immer hübsch „Geschäfte“ mit irgendwelchen Fremden machen, mit denen man die Millionen bewegt. Man kennt ja niemanden, der Geld braucht.

Wenn Sie interessiert sind, knnen Sie mir bitte eine E-Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.

Bitte, Sie mssen diese Transaktion sehr vertralich behandeln weil die Transaktion einer DEAL ist.

Bloß nicht drüber reden. Sonst treffen sich vielleicht noch Opfer untereinander und stellen fest, dass sie betrogen werden. Denn hören die womöglich auf, bevor sie völlig ausgeblutet sind.

Falls dies fuer Sie von Interesse sein sollte,wuerde ich Sie bitten mit uns in Kontakt zu treten. Zu diesem Zwecke senden Sie mir bitte Ihre Persnliichen Daten wie Voll Namen, Adresse Telefon-,und Fax nummer, damit ich Ihnen die relevanten Details dieser Offerte zukommen lassen kann: [… Mailadresse von mir entfernt]

Das mit der Antwortadresse haben die auch nach einem Jahr noch nicht hingekriegt. Wenn die Mail einfach mit „Antworten“ beantwortet, kommt sie nicht bei den Verbrechern an. Nach einem Jahr mit der gleichen Masche sollten solche Schwächen doch mal ausgemerzt sein…

Besten Dank,

Erick Nelson.

Wofür?

Das Geschmacks-Geheimnis

Freitag, 27. Juni 2008

Und mal wieder ein Ausschnitt aus der Seuche des realen Briefkastens. Der folgende Scan stammt aus einer Postwurfreklame von extra, die zurzeit in Briefkästen in der hannöverschen Südstadt verklappt wird:

Grafenland - Für besten Geschmack - Grillgut von Grafenland: Das Geschmacks-Geheimnis! - Bei den Grillartikeln von Grafenland sorgen absolut hochwertige Zutaten für besten Geschmack.

Dieser Kürzsttext aus dem unkreativen Hirn eines Werbers ist so typisch, dass sich eine genauere „inhaltliche“ Betrachtung lohnt.

Die Mitteilung beginnt mit dem claim „Für besten Geschmack“, der unter der Marke „Grafenland“ steht. Jeder stelle sich einmal die Frage, was dort sonst stehen könnte. Es ist eine Nullaussage. Die gegenteilige Aussage „Für faden, widerwärtigen Geschmack“ ist für den Zweck der Werbung undenkbar.

Diese Nullaussage wird von der ersten (und übrigens einzigen) wirklichen Information gefolgt. Es handelt sich hier um Grillgut. Der Marke „Grafenland“. Es geht um gewürzte Fleischstücke und Tierdärme mit in der Regel weniger appetitlichem Fleisch, das aber mit Gewürzen noch einmal konsumierbar gemacht wird. Diese können des Sommers über glühender Holzkohle gebraten werden. Das ist eine klare und hilfreiche Information.

Nach so viel Klarheit muss unser Hirnficker Werber auch gleich etwas völlig Unklares von sich geben. Denn wie es sein kann, dass eine in zigtausendfacher Drucksache massenhaft offenbar gemachte Mitteilung ein „Geschmacks-Geheimnis“ sein kann, das bleibt das Geheimnis des Werbers. Zumal die darunter stehenden Informationen (sie sind hier gekürzt) gar nicht nach alchimistischen Geheimrezepten oder irgendeiner Hexerei klingen… 😀

Neu erfunden

Dienstag, 13. Mai 2008

Wir haben die Wurst neu erfunden. Wir lieben Lebensmittel. Edeka

Echt, ihr habt also die Wurst neu erfunden? Was ist denn das für eine Innovation? Verzichtet ihr jetzt vielleicht auf die Fleischabfälle das Fleisch als wichtige Zutat? Oder wie soll man das verstehen? Oder hat einfach mal wieder einer eurer Werber eine Nase Koks zuviel gezogen und dann sein großsinniges Gelaber in einen claim verwandelt?

Gelungen ist dies Sprüchlein jedenfalls nicht.

Quelle des Scans ist eine aktuelle Postwurfsendung des Edeka aktiv markt Wucherpfennig in Hannover.

Ihr Werber vom Wienerwald!

Donnerstag, 8. Mai 2008

Was bitte sehr haben eure am Fließband geschlachteten Vögel mit Fußball zu tun? Könnt ihr mir das mal bitte erklären? Eurer netztümelndes und paramodernes hendl@home ist ja schon hochnotpeinlich und wirkt eher ein bisserl verkrampft, entspricht aber der ganz normalen Sprachkrankheit der Werbeheinis. Doch einen besonderen Bezug eurer Produkte zum Anbrüllen von mit Drogen abgefüllten Leuten, die Bällen hinterherrennen, kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Da hilft es weder, dass ihr…

Wienerwald - Hendl@Home - Geflügelstürmer - Leckeres Aktionsangebot für Fußballfans - Fanbox - 1/2 Grillhendl, Hendlbrustfilet, Chicken Wings und Röstitaler - Nur 5,95 Euro

…das Wortspiel „Geflügelstürmer“ an den Haaren herbeizieht (oder sollte man angesichts der verbreiteten Kokainabhängigkeit unter Werbern lieber davon sprechen, dass es „aus der Nase“ gezogen wird), noch könnt ihr mich damit besser überzeugen, dass ihr…

Bonuspunkte sammeln! - 10 Lieferungen = 1 x Hendlbox Jumbo gratis! - (10 stilisierte Bilder von Fußbällen)

…eure so genannten „Bonuspunkte“ so zeichnet, dass man sie am liebsten mit einem beherzten Tritt von sich befördern will.

Quelle der Scans: Eine aktuelle Postwurfsendung mit Reklame der Fast-Food-Kette Wienerwald

Echte Frauen

Sonntag, 4. Mai 2008

Empfohlen von 1 Million echter Frauen

Die Werber für „Dove“ haben die tolle Idee gehabt, den Text „Empfohlen von 1 Million echter Frauen“ auf eine Flasche zu drucken. Was in der Flasche ist, das ist ja noch erfreulich klar: Es handelt sich um eine befeuchtende Pampe, mit der die Frauen die schädlichen Auswirkungen des Hygienewahns auf ihre Haut bekämpfen sollen. Und. Um das besser vor den Opfern der Werbung zu verbergen, spricht man neudenglisch von einer „reichen feuchtigkeitsspendenden Bodymilk“.

Völlig unklar ist aber, was hier mit den „echten Frauen“ gemeint sein soll – sprechen die Werber etwa sonst von „falschen“ Frauen. Das hätte ich niemals gedacht… :mrgreen: Diese Werber sprechen eben mehr Denglisch als sie Deutsch können.

Einmal ganz davon abgesehen, in welcher Form diese „echten Frauen“ wohl ihre Empfehlung ausgesprochen haben werden. Dazu schweigt die Flasche mit dem Zeug völlig.

Schnellrestaurant für Nazis

Sonntag, 27. April 2008

Wenn man sich um ein leicht zugängliches Forum kümmert (Anmeldung mit Nick und Mailadresse, Versenden einer Mail, Bestätigung des Zugangs durch einen Link in der Mai und der Account ist fertigl), denn „darf“ man jeden Tag einige Spam-Anmeldungen löschen.

Mit diesen Spamzombie-Accounts wird in der Regel niemals ein Beitrag geschrieben, damit sie nicht weiter auffallen. Aber es wird immer ein Profil angelegt, und da die meisten Forumssysteme die Möglichkeit bieten, im Profil auch die Homepage eines Users anzugeben, wird in diesem Feld der Spamlink auf eine betrügerische Website gesetzt. Die Spammer, die so vorgehen, hoffen darauf, dass ihr Missbrauch des Forums als Litfaßsäule für kriminelle Angebote unbemerkt bleibt und dass das angelegte Profil irgendwo im Forum sichtbar wird, um das Google-Ranking der so beworbenen Site zu erhöhen. Meistens enthält dieses Profil auch die Möglichkeit, weitere persönliche Angaben zu machen; dieses Feld wird dann für die typischen Spamwörter benutzt, mit denen Google in die Irre geführt werden soll.

Für mich, der ich mich zurzeit „nebenbei“ um zwei sehr wenig frequentierte Foren kümmere, bedeutet diese Form der Spam, dass ich regelmäßig einen Blick auf die Neuanmeldungen werfe und diesen ganzen Müll lösche. Die Einträge sind in der Regel nicht sehr einfallsreich; die verwendeten Nicks sehen meist ganz „normal“ aus. Sie sollen ja in einer einfachen Listendarstellung möglichst wenig auffallen, damit sie nicht einfach gelöscht werden. In der Regel muss ich mir jeden Account einzeln anschauen; eine wirklich hirntote Tätigkeit.

Heute hatte ich jedoch einen neu angemeldeten Nick, der mich sehr zum Lachen brachte. Ich habe eine Spam-Anmeldung für einen angeblichen Viagra-Verkäufer gelöscht, der sich mit dem tollen Nick McHitler angemeldet hat. Das klingt ja beinahe, als bekäme man Viagra in einem Schnellrestaurant für Nazis. :mrgreen: