Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

Hello

Freitag, 31. Juli 2009

Hui, das ist der mit Abstand beliebteste Betreff für irgendwelche saudummen Spammails.

Hello Dear,

Die übliche unpersönliche Anrede.

My name is John Harvey, Am a top American diplomat attached to the United Nations.

[Das fehlende Personalpronom entspricht dem Originaltext]

Mein Name ist Fritz Haarmann, bin ein toller Metzger und würde am liebsten Deppen wie dich zu gewürzter Dosenwurst verarbeiten. Erst, wenn der letzte dumme Spammer zu SPAM geworden ist, macht das Internet wieder unbeschwerten Spaß. 👿

I am currently assigned to head the diplomatic sector of the United Nations regional office in Seattle Washington U.S.A. I was officially assigned by the United Nations to assist you deliver your Inheritance funds to your address.

Wie, und dann weißt du nicht einmal, wie ich heiße? Wer soll dir das denn glauben, du Depp! Und als „Diplomat“ solltest du doch wissen, dass man USA ohne Punkte dazwischen schreibt…

As a united nations diplomat i handle other personal deliveries like this deal, All i need from you is understanding inorder to make a safe delivery to your destination without hitches. I have made all necessary arrangements to proceed to your destination as soon as you confirm the below information.

1.) The address you want the consignment to be delivered to
2.) Your direct cell phone number for easy contact
3.) The airport nearest to you
4.) Your dress code for easy recognition in the airport

Then you have to come with a cadboard paper boldly written my name ‚JOHN HARVEY‘ to avoid misdirection of package.

Au weia, was für eine tolle Geschichte! Da komme ich mir ja vor wie in so einem James-Bond-Film! Nur, dass die in diesen Filmen immer wissen, worauf sie warten und nicht über eine anonyme, unsignierte und unverschlüsselte Spam mit offensichtlich automatisch generierter Mailadresse eines Freemail-Providers aus Zaire kontaktiert werden. Es muss ja überall gespart werden, und so etwas wie einen Mailserver können sich die vereinten Nationen wohl einfach nicht mehr leisten.

I will inform you on my flight itinerary as soon as i hear from you. I will attached my official ID and my diplomatic passport in my next e-mail for proper identification.

[Alle Schreib- und Grammatikfehler aus dem Originaltext]

Das will ich sehen, wie jemand einen Diplomatenpass an eine E-Mail anhängt! Ist bestimmt nur ein Foto, und wenn der mit Photoshop genau so stümperhaft ist wie im Erfinden seiner Geschichten, denn wird dieser „Pass“ wohl keinen überzeugen können. Von einer Fähigkeit eines solchen Bildes, eine Person zu identifizieren, wollen wir gar nicht erst reden. :mrgreen:

We need to hasten up as I have an immediate diplomatic assignment to handle as soon as i complete this. I will proceed to obtain the final diplomatic clearance from the United Nations office right now as soon as i send this email and I will also confirm the validity of the diplomatic yellow ‚TAG‘ which has been already procured on the package. Your immediate response to this email will be appreciated.

Aber immer schön hastig antworten und bloß nicht darüber nachdenken, so lieben es die Vorschussbetrüger.

God Bless

Dich nicht!

John Harvey
U.S.Diplomat
206-333-1451

Geh sterben!

immediate response

Montag, 27. Juli 2009

Hier ist meine Antwort, du Hohlniete!

Dear Sir,

Sehr geehrtes Etwas! (Eine bessere Anrede fällt mir in dieser millionenfach rausgekloppten Scheiße einfach nicht ein.)

I am Mr Allan Boateng, […]

Ich habe mir einen tollen Namen […]

[…] the accounts Director in Bank of Africa, […]

[…] und einen genau so tollen Job ausgedacht. Letzterer passt zwar nicht zu der Schrottspam, die ich dir da in dein virtuelles Postfach reinwürge, aber die fünf bis fünfzehn Deppen, die auf meine zehn bis zwanzig Millionen Mails reagieren und von mir betrogen werden, die merken so etwas nicht.

[…] and a personal account officer to late Mr. John Garang who died in a helicopter crash in Uganda on 31st of July 2005.

Dazu habe ich mir auch eine tolle Geschichte ausgedacht. Damit will ich den Opfern verkaufen, dass […]

I am in search of an agent/investment partner to assist me in the investment of (Sixty Five Million United States Dollars) in properties, energy and hotels in your country.

[…] da jemand 65 Millionen Dollar rumliegen hat und trotzdem niemand da ist, mit dem man das Geld bewegen könnte. [Die Angabe des Betrages in Ziffern habe ich leider vergessen, ich bin als vorgeblicher Banker noch nicht so geübt.] Und deshalb – wenn du doof genug bist, denn glaubst du das schon! – suche ich eben jemand völlig Beliebigen über ein paar Millionen Spammails. Irgendeinen, der blöd genug ist, an das ganz große Geld zu glauben und der sich einen zweiten Analausgang freut, wenn ihn irgendwelche Unbekannten für seine Mitarbeit in einem nicht existierenden Betrug einen größeren Millionenbetrag versprechen. Und diesen Deppen mit ihrem frisch gefreuten Analausgang werde ich eine Vorleistung nach der anderen rausleiern, natürlich immer in bar über MoneyGram oder Western Union zu bezahlen, weil ich als echter Banker natürlich kein reguläres Konto für so etwas einrichten kann. Mal ein paar Hunderter für diese Formalie, mal ein paar Hunderter für jene. Am Ende habe ich so einem Deppen zehntausende von Euro rausgeleiert, und dann breche ich den Kontakt ganz plötzlich ab. Die schillernde Seifenblase mit den afrikanischen Millionen platzt, und das Geld des Deppen ist in meiner Tasche. Das ist ein tolles Leben als Spammer und Vorschussbetrüger, ihr glaubt gar nicht, wie viel Blödheit es in der Welt gibt!

I await your immediate response as soon as possible.

Wenn du mein Opfer werden willst, denn anforte bitte sofort so schnell wie möglich, aber […]

Reply direct to this Email: Boateng (at) centrum.cz

[…] mach das nicht, indem du in deinem Mailprogramm auf „Antworten“ klickst, das geht nämlich nicht, weil ich wie jeder „richtige“ Banker aus Afrika mit gefälschtem Absender schreibe und zu blöd bin, in meinem Spamskript eine richtige Antwortadresse zu setzen. Du darfst dich auch nicht weiter darüber wundern, dass ich so eine komische Mailadresse bei einem tschechischen Freemail-Provider habe, obwohl ich so dicke Geldbeträge durch die Gegend bewegen will. Du darfst dich über gar nichts mehr wundern, denn bist du genau das richtige Opfer für mich.

Yours faithfully,

Mr Allan Boateng,

Mit freundlichen Grüßen

Ein weiterer Deppenfänger im Internet.

You have been Awarded $984.000.00

Freitag, 24. Juli 2009

Das ist ja toll, gleich mal lesen…

Open the Attachment.

and call us for more information

Oh, das ist ja noch toller.

Aber irgendwas fehlt da doch… ach ja, wo ist denn dieser Anhang, wo drin steht, wie ich an das angebliche Geld komme. Den haben die Spammer doch glatt vergessen. War wohl nicht so wichtig… :mrgreen:

In der zweiten Welle dieser Spam, gut eine Stunde später, kam dieser Schrott denn auch mit Attachment. Es war ein RTF-Dokument, in dem der übliche Strunz stand, dass meine Mailadresse (ungenannt) in irgendeiner Lotterie ganz fürchterlich viel Geld gewonnen hätte…

Greetings To You

Freitag, 17. Juli 2009

Hey, der nächste Vorschussbetrüger auf Deppenfang:

Greetings To You

Das hast du schon im Betreff gesagt.

I am MR LAWRENCE RAYMOND from United State of America. Based in the United Kingdom and Suffering from cancer, I have 35 million USD in the security company to dispatch to some Charity Organisation, Please i need a trustworthy Individual to help me dispatch the funds. have a nice day and God bless you

Da ist der TYP MIT IRGENDEINEM AUSGEDACHTEN NAMEN aus den USA, aber britischer Herkunft, der irgendwelche Unbekannten anschreibt, die er nicht mal mit Namen ansprechen kann. Braucht dieser Typ ja auch nicht, er winkt ja mit dem Segen Gottes und mit 35.000 grüngrauen Lappen mit einem Bild von Benjamin Franklin vorne drauf und der Independence Hall auf der Rückseite. Das sind ganz schön viele von diesen Bildern, die dieser Typ hat. Und die wird er demnächst vorgeben, jemanden in die Hand drücken zu wollen, den er nicht einmal mit Namen kennt und den er wohl gerade deshalb für vertrauenswürdig hält. Weil. Er hat nämlich Krebs, und wie der Inhalt seiner betrügerischen Strunzmail zeigt, hat er vermutlich Krebs im Gehirn.

Natürlich wird jeder Empfänger der mindestens 35 Millionen Spams, der so blöd ist, darauf zu antworten, in eine ganz tolle Beziehung zu einem TYPEN MIT IRGENDEINEM AUSGEDACHTEN NAMEN verwicket werden und es wird ihnen so richtig viel Geld versprochen werden. Nur ein bisschen in Vorleistung treten müssen die halt immer…

email me at mr.lawrence_raymond (at) w.cn

…aber wer nicht einmal dann auf den Charakter einer solchen Betrugsmail aufmerksam wird, wenn er sie nicht einfach mit „Beantworten“ in seiner Mailsoftware beantworten kann, weil der Absender gefälscht ist, der muss hat ein bisschen bluten.

Wer Geld braucht, sollte nicht auf diese und andere spammende Betrüger reinfallen, sondern sich…

Reichsbanknote: Tausend Reichsmark

…einfach welches ausdrucken. Das ist zwar genau so wertlos wie die eingebildeten Geldstapel dieser Schurken, aber es kostet nicht auch noch Vorleistungen.

prize money…

Montag, 13. Juli 2009

This is to inform you that you have won a prize money of (One Million GBP (£1,000,000) in respect of the New Year lottery Winning promotion which is organized by Yahoo inc. every Year. kindly contact the Claims Officer- Mr. Dennis White.

Wir wissen nicht, wie unsere Empfänger-Deppen heißen, und deshalb verzichten wir auch gleich auf jede Grußformel. Man muss ja nicht formell sein, wenn man jemanden mitteilt, dass er gerade eine Million britische Pfund gewonnen hat. Es reicht ja, das einfach so mitzuteilen. Nur jemand mit einem Gehirn würde Verdacht schöpfen, aber jemanden mit einem Gehirn können wir gar nicht gebrauchen, weil der sich nicht tausende von Euros für diverse Vorleistungen rausleiern lässt, wenn wir ihn erstmal über Telefon und Mail behandeln. Deshalb können wir diese Spam ruhig so beschissen gestalten.

Phone: +44- 704- 572- 6354
E-mail: denniswhites147 (at) yahoo.com.hk

Und wie üblich hat der Mensch, der im Auftrag von Yahoo britische Pfund durch die Welt schleust, eine total verdächtig aussehende Mailadresse von Yahoo Hongkong. Denn Unternehmen, die solche Beträge bewegen, können ihren Mitarbeitern ja keine anständigen Mailadressen geben. Doch auch das bemerkt nur jemand mit einem Gehirn, und solche Menschen können wir bei unserem Vorschussbetrug eben nicht gebrauchen.

Bei eventuellen Anrufen – Vorsicht: Das sind international organisierte Schwerverbrecher, denen man niemals einen Namen oder irgendwelche zutreffenden persönlichen Daten sagt und die man niemals vom eigenen Telefon aus anruft – bitte sofort unter einer leicht obskuren Begründung in miesestem Englisch um Rückruf (in die Telefonzelle mit Durchwahlnummer) bitten und beim Rückruf dann breitetestes Plattdeutsch oder Bairisch sprechen, auch ein starkes Schwäbisch wird nicht verschmäht. Wer keinen geeigneten Dialekt spricht, denke sich bitte spontan einen aus. Nach Möglichkeit das Telefongespräch irgendwie (mit tragbarem MP3-Player) aufzeichnen und online stellen, diese Welt lacht gern. Und auf keinen Fall die echte Mailadresse sagen. Lieber so etwas wie kuscheligel1978 (at) gmx.de – oder vielleicht noch ein bisschen obskurer, damit es auch keinen Unbeteiligten erwischt, wenn die ihr betrügerisches Geschäft machen wollen. Als richtige Telefonnummer irgendeinen sündteuren Porno-Ansagedienst angeben und vorgeben, dass man auf der Arbeit ist und deshalb nicht frei sprechen kann, was die andere Nummer erklärt. Je mehr denen ein erfolgloser Betrug an Geld und Zeit kostet, desto weniger kommen die zum Abzocken naiver Internetnutzer.

Weitere Warnungen finden sich bei den Scambaitern.

Congratulations once more!!
Yours Sincerely,
James Grant(SIR).

Geh sterben, Betrüger!

Bitte

Montag, 6. Juli 2009

Wow, was für eine fette, leckere Spam! Und was für hübsche, neue technische Verfahren, um es inhaltlich noch einmal mit dem alten Strunz zu versuchen.

Guten Tag,

Wie immer ohne jede Anrede. Was Wunder, als Empfänger ist ja noch nicht einmal meine Mailadresse eingetragen, und der Absender ist auch gefälscht.

In diesem Schreiben möchte ich Sie mit einem etwas ungewöhnlichen Anliegen betrauen. Mein Name ist Barrister Kyeretwie Opoku und ich bin Rechtsanwalt in Law Trust Company (www.lawtrust.com.gh) in Afrika.

In dieser Spam möchte mir der Absender mit gefälschter Mailadresse weis machen, dass er seinen Namen und die anderen Dinge ehrlich angibt.

Ich kontaktiere Sie bezüglich des Transfers einer sehr großen Summe Geldes vom Konto eines verstorbenen Klienten.

Und obwohl dieser Typ nicht einmal weiß, wie ich heiße, will er mit meiner sehr aktiven Mithilfe ein paar Milliönchen bewegen. Ich drücke ja auch immer irgendwelchen anonymen Passanten in der Stadt ein Bündel Geldscheine in der Hand und sage „Halten Sie mal“ und gehe ganz selbstverständlich davon aus, dass sich niemand mit dem Zaster einfach verdrückt, wenn ich dann weggehe.

Ich weiß, daß eine Transaktion dieser Größenordnung zunächst bei jedem Besorgnis erregen wird und versichere ich Ihnen, daß sich um alles gekümmert wird. Aufgrund der Dringlichkeit der Angelegenheit habe ich mich entschlossen, Sie zu kontaktieren.

Nein, nicht Besorgnis erregt dieser plumpe Versuch des Vorschussbetrugs, sondern Heiterkeit erzeugt er.

Es geht um folgendes:

Zurücklehnen, jetzt kommt die Aufführung des betrügerischen Unsinns.

Ich brauche eine Vertrauensperson, die mir hilft das Vermögen, dass mein Klient,Herr Robert Ebner, der gemeinsam mit seiner Frau im October bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, als Erbe zu beanspruchen. Herr Robert Ebner befand sich gemeinsam mit anderen Passagieren an Bord einer Egyptian Airline 990.
(http://news.bbc.co.uk/1/world/americas/502503.stm)
Seit diesem Vorfall ist niemand seiner nächsten Verwandten mehr am Leben, der Anspruch auf sein hinterlassenes Vermögen erheben könnte.

Der braucht eine Vertrauensperson und sucht sich ausgerechnet jemanden aus, den er nicht einmal namentlich kennt. Der hat aber einen ganz tollen Begriff von Vertrauen, wenn er das ernst meint!

Aufgrund dieser unglücklichen Umstände, möchte ich Sie nun um Ihre Erlaubnis bitten, Sie als nächsten Angehörigen des Verstorbenen anzugeben. Die gesamte Abwicklung und Dokumentation wird sorgfältig von mir durchgeführt, damit das Guthaben von 20.5 Millionen US$ an Sie als nächsten Angehörigen ausgezahlt werden kann.

Klar doch, das mit dem Vertrauen gegenüber den paar Millionen Empfängern dieser betrügerischen Drecksspam geht schon sehr weit. So viele grüne Lappen! Und das tollste daran: Wer da mitmacht, willigt darin ein, in einem Betrug (in diesem Fall durch Urkundenfälschung) mitzumachen – und wird hinterher wohl kaum zur Polizei gehen, wenn er mit etlichen tausend Euro in Vorleistung getreten ist und sich das ganze Geld zusammen mit der kirren Geschichte in Nichts aufgelöst hat.

Ich kontaktiere Sie mit der Bitte, mir bei der Sicherstellung des hinterlassenen Geldes und des Besitzes zu helfen. Ich möchte verhindern, dass der Nachlass, der von meinem Klienten deponiert wurde, konfisziert oder als nicht zu zuordnen deklariert wird. Folglich ist es meine Aufgabe als Anwalt des Verstorbenen, den nächsten Angehörigen ausfindig zu machen, andernfalls würde das gesamte Vermögen in Kürze konfisziert werden.

Immerhin hat unser Spammerchen ein bisschen gutes Deutsch am Leibe und scheint sich auch sonst mit der deutschen Kultur auszukennen, weiß er doch, in welchem Ansehen die Anwälte hier oft stehen. So etwas würde doch jeder einem Anwalt zutrauen, dass er einfach ein paar Dokumente fälscht und auf diese Weise zusammen mit einem Komplizen Geld „sicherstellt“…

Ich bitten Sie, meinen Vorschlag anzunehmen und versichere Ihnen, daß alles absolut risikofrei für Sie ablaufen wird. Ich werde Sie mit 25% an dem Vermögen beteiligen.

Aber jeder Gedanke wird erstickt, wenn man die Summe schnell durch vier teilt und sieht, dass man hier fünf Millionen Dollar kriegen kann – wenn man nur dumm und gläubig genug ist. Genau solche Leute, die dumm und gläubig genug sind, suchen die Vorschussbetrüger.

Ab jetzt wird das Deutsch übrigens ein bisschen schäbiger, der vorherige Text wurde offenbar aus einer früheren und schon erfolgreich gelaufenen Betrugsmail herauskopiert.

Falls Sie interessiert sind, schicken Sie mir bitte folgende Angaben:
1. Name/Firmen name um die erforderlichen Dokumente vorzubereiten
2. Persönliche Telefon- und Fax-Nummern

Falls Sie glauben, dass jemand einem völlig unbekannten Menschen einen achtstelligen Dollarbetrag in die Hände drücken könnte, geben Sie dem Betrüger doch einfach ein paar Daten, dass er sie erreichen und noch ein bisschen bearbeiten kann, damit Sie noch gläubiger werden.

(Die Idee eines Kommentators, hier einfach mal eine Telefon- und Faxnummer der Polizei hinzusenden, halte ich nicht für eine gute Idee. Es sei denn, dass man das vorher mit der Polizei abgesprochen hat. In jedem Fall ist das hier kein harmlosen Spielchen, sondern ein Kontakt mit hoch organisierten und schwer kriminellen Zeitgenossen, die im Zweifelsfall vor nichts zurückschrecken werden. Jede Angabe, die einmal zu einer persönlichen Identifizierung des Absenders führen könnte, ist sehr gefährlich, wenn man mit denen spielen will. Das gilt auch für die Mailadresse, unter der man schreibt. Und die Polizei wird wohl auch nicht viel mit dem Anruf anfangen können und so etwas eher für einen Missbrauch des dienstlichen Anschlusses halten. So gern ich es sähe, wenn diese Schurken auch einmal dingfest gemacht würden, so wichtig ist es, dass hier von geschulten Ermittlern richtig ermittelt wird. Leider mache ich mir da nur wenig Hoffnung, da das Problem des Internetbetruges kaum ernstgenommen wird, obwohl es viele Opfer gibt, die teilweise sehr viel Geld verloren haben. Und die Schwierigkeiten der Strafverfolgung sind angesichts der international organisierten Spam-Mafia gewaltig.)

Da ich seit einiger Zeit erfolglos versuche, die Angehörigen zu lokalisieren, möchte ich Sie um Unterstützung bei der Auslösung des Nachlasses bitten, indem ich Sie als nächsten Angehörigen von Herrn Ebner präsentieren darf, um die Einlösung des Nachlasses zu beantragen zu können. Mein Vorschlag an Sie wäre, mich bei der Auslösung des Nachlasses zu unterstützen, wofür ich Ihnen 25% der 20,5 Millionen Dollar zukommen lassen würde. Ihr Anteil ist jedoch noch verhandelbar.

So, jetzt wird der aus mehreren erfolgreichen Texten der Vergangenheit zusammengeklebte Chrakter des Textes sehr klar. Offenbar hat der „Autor“ dieses Strunzbriefes nicht genügend deutsches Sprachverständnis gehabt, um zu bemerken, dass hier zweimal inhaltlich das Gleiche in verschiedenen sprachlichen Stilen steht. Aber was solls, die Deppen lesen hier noch das Wort „verhandelbar“ und denken sofort „mindestens fünf Millionen“…

Als Anwalt des Verstorbenen befinden sich die nötigen Dokumente, um rechtmäßigen Anspruch auf das Erbe meines Klienten zu belegen, in meinen Unterlagen. Ich versichere Ihnen, dass die Auslösung gemäß den hier geltenden gesetzlichen Richtlinien verlaufen wird, mit denen ich als südafrikanischer Jurist bestens vertraut bin.

Ja, schon klar, wir machen eine Urkundenfälschung, was in der Republik Südafrika völlig gesetzeskonform ist. Der ist Anwalt, der weiß das. Versichert er zumindest. Wie er alles andere auch versichert.

Ich finde es übrigens total interessant, wie dieser Spammer das mit dem Spammen diesmal technisch gelöst hat. Dieser Schrottbrief ging nicht direkt über ein Botnetz, sondern wurde mithilfe eines obskuren Webmailers in das Internet geschleust, der auf einem in Deutschland gemieteten Webspace lief. (Der recht große Hoster, dessen Dienstleistung von Kriminellen missbraucht wurde, wird hier von mir verschwiegen, ist aber schon informiert. Der verwendete Webmailer kann auch locker auf einer „gecrackten“ Website untergebracht worden sein, das muss sich ein Admin vor Ort anschauen, bevor man die meist nicht besonders technikkundige Polizei mit der Sache beschäftigt.) Wahrscheinlich wurde dieser Webmailer mit einem Skript „gefüttert“, es ist eine Kleinigkeit, so etwas „mal eben“ mit curl zu machen. Zweck des ganzen Aufwandes ist es, den absendenden Computer so gut wie möglich zu verschleiern, und ich bin mir sicher, dass der verwendete Webmailer zusätzlich über ein Netzwerk zur Anonymisierung angesprochen wurde, um die Logdatei des Webservers ebenfalls von identifizierbaren IP-Adressen frei zu halten. Das ist ganz großes Kino, und als Verfahren zur Spamerstellung recht neu und noch etwas ungewohnt für mich. Ich habe gerade einen Einblick in die nächste Generation der E-Mail-Spam bekommen – und angesichts der vielen verwundbaren Webanwendungen kann sich die Spam-Mafia in den nächsten Tagen wohl recht viele „richtige“ Server zum Spammen unterm Nagel reißen. Sobald ich etwas Näheres darüber weiß, werde ich das Verfahren detaillierter beschreiben und eventuell Tipps zur Gegenwehr geben.

Aber nach einem Anwalt aus Südafrika sieht das alles wirklich nicht aus… :mrgreen:

Aus verständlichen Gründen, möchte ich Sie bitten, unsere Kommunikation vertraulich zu behandeln.

Tja, da muss der Idiot wohl meine Mailadresse aus seiner Spamliste rausnehmen, denn ich blogge solche Spam immer wieder einmal. Wenn der jetzt nur wüsste, welche von den paar Millionen Mailadressen auf seiner Liste die Meinige ist.

Sollte Interesse Ihrerseits bestehen, würde ich mich über eine baldige Kontaktaufnahme vorerst per E-Mail- kyeretopoku (at) aim.com zu jeder Zeit freuen, da ich in dieser Angelegenheit immer mehr unter.

[Der Punkt und Absatz steht so im Original]

Sogar diesen Trick mit dem Reply-To-Header hat der Spammer drauf, ich könnte also auch auf „Antworten“ klicken. Aber seltsam ist es schon, dass die „Law Trust Company“ mit der Domain aus Ghana, die Anwälte in Südafrika beschäftigt, für ihre Mitarbeiter keine besseren Mailadressen als die kostenlosen Angebote irgendwelcher Freemailer wie AOL oder Google Mail (für den Absender) anzubieten hat. Vor allem unter dem Gesichtspunkt der „Vertraulichkeit“… :mrgreen:

zeitlichen Druck gerate.

Ach so. Na, das mit Punkt und Absatz kann schon einmal passieren, wenn man die Sprache nicht versteht, in der man spammt.

Bitte melden Sie sich auch, wenn kein Interesse besteht, so dass ich mich nach anderen möglichen Verwandten umsehen kann. In der Hoffnung bald von Ihnen zu hören, verbleibe ich,

Und bitte auch melden, wenn man den Braten gerochen hat, aber trotzdem ein bisschen dumm ist – denn Mailadressen von Dummköpfen brauchen die Spammer immer wieder.

Mit freundlichen Grüssen,

Barrister Kyeretwie Opoku.

Geh sterben! 👿

GREETINGS

Samstag, 27. Juni 2009

Congratulations

Oh, wie oft ich heute mal wieder von Vorschussbetrügern zu meinen Gewinnen beglückwünscht werde, die ich in irgendwelchen Lotterien erzielt habe, an denen ich niemals teilgenommen habe…

Attn User!!

This is to notify you that this e-mail address was entered during the Paypal European selection Draw and has won the sum of $950.000.00 (Nine Hundred And Fifty thousand dollars only).

Achtung Benutzer!!

Wir wollen dich nur mal darauf aufmerksam machen, dass deine Mailadresse bei einer obskuren Lotterie eingegeben wurde, die irgendwas mit PayPal zu tun haben soll. Zwar weiß PayPal, wie du heißt und wie deine Mailadresse lautet, aber wir wissen das nicht, weil wir gar nix mit PayPal zu tun haben. Deshalb reden wir dich einfach als Benutzer an und binden dir den Bären auf, dass du fast eine Million Dollar gewonnen hast. Natürlich sprechen wir dich – anders als PayPal – auch nicht in deiner Muttersprache an, denn wir sind nicht PayPal. Wir sind einfach nur ein Haufen strohköpfiger Betrüger, die darauf vertrauen, dass eine Handvoll Leute unter den Millionen Empfängern dieser Schrottmail vor lauter Gier so blind werden, dass sie das nicht bemerken. Und die nehmen wir dann aus wie die Weihnachtsgänse, hier eine kleine Gebühr für die Beglaubigung, hier eine weitere Gebühr für irgendeine amtliche Formalie und noch eine Gebühr für jemanden, der das fette Geld treuhänderisch verwaltet. Wenn eines unserer Opfer – mit denen wir sehr professionell einen persönlichen Kontakt aufbauen – denn endlich genug geblutet hat, lassen wir es einfach fallen. Sei also bitte so blöd und renn den Packen Dollars nach, den wir dir vor der Nase halten, denn davon leben wir.

For claim please contact the below company for immediate process of your claim; Rememebr to quote these numbers below for verification by the company. REF: PP-21180-ES and BATCH: PP-245-44 […]

Und stell dir bloß niemals die Frage, was diese doofen Nummern mit deiner Mailadresse zu tun haben! Wer zu viele Fragen stellt, hat für uns zu wenig Opfereignung. Stattdessen…

[…] you should include Your Name, Address, Sex, Age, Occupation,
Nationality, Phone Number

…mach lieber von deiner Gier getrieben einen ordentlichen Datenstriptease, damit wir dich besser behandeln können.

Company:BANCA ASEGUROS S.A
Email: apextrustagencye (at) aim.com
Dr. Alexandra Mayor (Claim Director)
Tel; Tel:+34 634 162 345
BANCA SEGUROS S.A

Als so richtig tolle Leute, die so richtig viel Geld bewegen, verwenden wir natürlich immer seltsam geformte Mailadressen bei irgendwelchen Freemail-Providern und haben niemals eine Homepage.

Sincerely,
Dr.Maria Jose Muyor
Paypal Europe Coordinator

Geh sterben!

Elias Schwerdtfeger
Inoffizieller Gegenpapst
Heilige Kirche der Dreiundzwanzig Planeten

TRUE CONFIDENCE

Donnerstag, 18. Juni 2009

Um auf diese Mail zum Vorschussbetrug reinzufallen, müsste ich schon ganz schön vertrauenselig sein. Normalerweise geben sich die Betrüger ja wenigstens Mühe, sich eine kleine Story auszudenken, begründen manchmal sogar, warum sie einen nicht ansprechen können, warum sie Hilfe brauchen und warum sie eine Mailadresse benutzen wollen, die nichts mit der Absenderadresse zu tun hat. In diesem Bestreben entstehen oft realsatirische Spams, die durchaus lustig sein können, wenn man nur nicht den Fehler macht, an das depperte Geschwätz zu glauben.

Nun, dieser Spammer mit der Absenderadresse snrraul (at) terra.es und dem brotdummen, aber passenden Betreff „TRUE CONFIDENCE“ hat alles ein bisschen anders und kürzer gemacht. Er hat auf jeden Zierrat um seinen tollen „Geschäftsvorschlag“ verzichtet und sich ganz kurz gefasst:

DEAR FRIEND,
I WANT TO TRANSFER AND INVEST ($25 MILLION USD) IN YOUR COUNTRY. CAN YOU ASSIST ME?
REPLY VIA :
E-MAIL: abogadoraulalveres (at) gmail.com
RAUL ALVARES

Ich würde diesem in Großbuchstaben brüllenden Nachwuchsgauner ja gern helfen, aber das kann ich nicht. Ich bin kein Psychiater. Und es ist angesichts der Stümperhaftigkeit dieses Versuches auch nicht davon auszugehen, dass der Absender sich demnächst eine angemessene medizinische Behandlung leisten kann.