Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

Bitte

Montag, 6. Juli 2009

Wow, was für eine fette, leckere Spam! Und was für hübsche, neue technische Verfahren, um es inhaltlich noch einmal mit dem alten Strunz zu versuchen.

Guten Tag,

Wie immer ohne jede Anrede. Was Wunder, als Empfänger ist ja noch nicht einmal meine Mailadresse eingetragen, und der Absender ist auch gefälscht.

In diesem Schreiben möchte ich Sie mit einem etwas ungewöhnlichen Anliegen betrauen. Mein Name ist Barrister Kyeretwie Opoku und ich bin Rechtsanwalt in Law Trust Company (www.lawtrust.com.gh) in Afrika.

In dieser Spam möchte mir der Absender mit gefälschter Mailadresse weis machen, dass er seinen Namen und die anderen Dinge ehrlich angibt.

Ich kontaktiere Sie bezüglich des Transfers einer sehr großen Summe Geldes vom Konto eines verstorbenen Klienten.

Und obwohl dieser Typ nicht einmal weiß, wie ich heiße, will er mit meiner sehr aktiven Mithilfe ein paar Milliönchen bewegen. Ich drücke ja auch immer irgendwelchen anonymen Passanten in der Stadt ein Bündel Geldscheine in der Hand und sage „Halten Sie mal“ und gehe ganz selbstverständlich davon aus, dass sich niemand mit dem Zaster einfach verdrückt, wenn ich dann weggehe.

Ich weiß, daß eine Transaktion dieser Größenordnung zunächst bei jedem Besorgnis erregen wird und versichere ich Ihnen, daß sich um alles gekümmert wird. Aufgrund der Dringlichkeit der Angelegenheit habe ich mich entschlossen, Sie zu kontaktieren.

Nein, nicht Besorgnis erregt dieser plumpe Versuch des Vorschussbetrugs, sondern Heiterkeit erzeugt er.

Es geht um folgendes:

Zurücklehnen, jetzt kommt die Aufführung des betrügerischen Unsinns.

Ich brauche eine Vertrauensperson, die mir hilft das Vermögen, dass mein Klient,Herr Robert Ebner, der gemeinsam mit seiner Frau im October bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, als Erbe zu beanspruchen. Herr Robert Ebner befand sich gemeinsam mit anderen Passagieren an Bord einer Egyptian Airline 990.
(http://news.bbc.co.uk/1/world/americas/502503.stm)
Seit diesem Vorfall ist niemand seiner nächsten Verwandten mehr am Leben, der Anspruch auf sein hinterlassenes Vermögen erheben könnte.

Der braucht eine Vertrauensperson und sucht sich ausgerechnet jemanden aus, den er nicht einmal namentlich kennt. Der hat aber einen ganz tollen Begriff von Vertrauen, wenn er das ernst meint!

Aufgrund dieser unglücklichen Umstände, möchte ich Sie nun um Ihre Erlaubnis bitten, Sie als nächsten Angehörigen des Verstorbenen anzugeben. Die gesamte Abwicklung und Dokumentation wird sorgfältig von mir durchgeführt, damit das Guthaben von 20.5 Millionen US$ an Sie als nächsten Angehörigen ausgezahlt werden kann.

Klar doch, das mit dem Vertrauen gegenüber den paar Millionen Empfängern dieser betrügerischen Drecksspam geht schon sehr weit. So viele grüne Lappen! Und das tollste daran: Wer da mitmacht, willigt darin ein, in einem Betrug (in diesem Fall durch Urkundenfälschung) mitzumachen – und wird hinterher wohl kaum zur Polizei gehen, wenn er mit etlichen tausend Euro in Vorleistung getreten ist und sich das ganze Geld zusammen mit der kirren Geschichte in Nichts aufgelöst hat.

Ich kontaktiere Sie mit der Bitte, mir bei der Sicherstellung des hinterlassenen Geldes und des Besitzes zu helfen. Ich möchte verhindern, dass der Nachlass, der von meinem Klienten deponiert wurde, konfisziert oder als nicht zu zuordnen deklariert wird. Folglich ist es meine Aufgabe als Anwalt des Verstorbenen, den nächsten Angehörigen ausfindig zu machen, andernfalls würde das gesamte Vermögen in Kürze konfisziert werden.

Immerhin hat unser Spammerchen ein bisschen gutes Deutsch am Leibe und scheint sich auch sonst mit der deutschen Kultur auszukennen, weiß er doch, in welchem Ansehen die Anwälte hier oft stehen. So etwas würde doch jeder einem Anwalt zutrauen, dass er einfach ein paar Dokumente fälscht und auf diese Weise zusammen mit einem Komplizen Geld „sicherstellt“…

Ich bitten Sie, meinen Vorschlag anzunehmen und versichere Ihnen, daß alles absolut risikofrei für Sie ablaufen wird. Ich werde Sie mit 25% an dem Vermögen beteiligen.

Aber jeder Gedanke wird erstickt, wenn man die Summe schnell durch vier teilt und sieht, dass man hier fünf Millionen Dollar kriegen kann – wenn man nur dumm und gläubig genug ist. Genau solche Leute, die dumm und gläubig genug sind, suchen die Vorschussbetrüger.

Ab jetzt wird das Deutsch übrigens ein bisschen schäbiger, der vorherige Text wurde offenbar aus einer früheren und schon erfolgreich gelaufenen Betrugsmail herauskopiert.

Falls Sie interessiert sind, schicken Sie mir bitte folgende Angaben:
1. Name/Firmen name um die erforderlichen Dokumente vorzubereiten
2. Persönliche Telefon- und Fax-Nummern

Falls Sie glauben, dass jemand einem völlig unbekannten Menschen einen achtstelligen Dollarbetrag in die Hände drücken könnte, geben Sie dem Betrüger doch einfach ein paar Daten, dass er sie erreichen und noch ein bisschen bearbeiten kann, damit Sie noch gläubiger werden.

(Die Idee eines Kommentators, hier einfach mal eine Telefon- und Faxnummer der Polizei hinzusenden, halte ich nicht für eine gute Idee. Es sei denn, dass man das vorher mit der Polizei abgesprochen hat. In jedem Fall ist das hier kein harmlosen Spielchen, sondern ein Kontakt mit hoch organisierten und schwer kriminellen Zeitgenossen, die im Zweifelsfall vor nichts zurückschrecken werden. Jede Angabe, die einmal zu einer persönlichen Identifizierung des Absenders führen könnte, ist sehr gefährlich, wenn man mit denen spielen will. Das gilt auch für die Mailadresse, unter der man schreibt. Und die Polizei wird wohl auch nicht viel mit dem Anruf anfangen können und so etwas eher für einen Missbrauch des dienstlichen Anschlusses halten. So gern ich es sähe, wenn diese Schurken auch einmal dingfest gemacht würden, so wichtig ist es, dass hier von geschulten Ermittlern richtig ermittelt wird. Leider mache ich mir da nur wenig Hoffnung, da das Problem des Internetbetruges kaum ernstgenommen wird, obwohl es viele Opfer gibt, die teilweise sehr viel Geld verloren haben. Und die Schwierigkeiten der Strafverfolgung sind angesichts der international organisierten Spam-Mafia gewaltig.)

Da ich seit einiger Zeit erfolglos versuche, die Angehörigen zu lokalisieren, möchte ich Sie um Unterstützung bei der Auslösung des Nachlasses bitten, indem ich Sie als nächsten Angehörigen von Herrn Ebner präsentieren darf, um die Einlösung des Nachlasses zu beantragen zu können. Mein Vorschlag an Sie wäre, mich bei der Auslösung des Nachlasses zu unterstützen, wofür ich Ihnen 25% der 20,5 Millionen Dollar zukommen lassen würde. Ihr Anteil ist jedoch noch verhandelbar.

So, jetzt wird der aus mehreren erfolgreichen Texten der Vergangenheit zusammengeklebte Chrakter des Textes sehr klar. Offenbar hat der „Autor“ dieses Strunzbriefes nicht genügend deutsches Sprachverständnis gehabt, um zu bemerken, dass hier zweimal inhaltlich das Gleiche in verschiedenen sprachlichen Stilen steht. Aber was solls, die Deppen lesen hier noch das Wort „verhandelbar“ und denken sofort „mindestens fünf Millionen“…

Als Anwalt des Verstorbenen befinden sich die nötigen Dokumente, um rechtmäßigen Anspruch auf das Erbe meines Klienten zu belegen, in meinen Unterlagen. Ich versichere Ihnen, dass die Auslösung gemäß den hier geltenden gesetzlichen Richtlinien verlaufen wird, mit denen ich als südafrikanischer Jurist bestens vertraut bin.

Ja, schon klar, wir machen eine Urkundenfälschung, was in der Republik Südafrika völlig gesetzeskonform ist. Der ist Anwalt, der weiß das. Versichert er zumindest. Wie er alles andere auch versichert.

Ich finde es übrigens total interessant, wie dieser Spammer das mit dem Spammen diesmal technisch gelöst hat. Dieser Schrottbrief ging nicht direkt über ein Botnetz, sondern wurde mithilfe eines obskuren Webmailers in das Internet geschleust, der auf einem in Deutschland gemieteten Webspace lief. (Der recht große Hoster, dessen Dienstleistung von Kriminellen missbraucht wurde, wird hier von mir verschwiegen, ist aber schon informiert. Der verwendete Webmailer kann auch locker auf einer „gecrackten“ Website untergebracht worden sein, das muss sich ein Admin vor Ort anschauen, bevor man die meist nicht besonders technikkundige Polizei mit der Sache beschäftigt.) Wahrscheinlich wurde dieser Webmailer mit einem Skript „gefüttert“, es ist eine Kleinigkeit, so etwas „mal eben“ mit curl zu machen. Zweck des ganzen Aufwandes ist es, den absendenden Computer so gut wie möglich zu verschleiern, und ich bin mir sicher, dass der verwendete Webmailer zusätzlich über ein Netzwerk zur Anonymisierung angesprochen wurde, um die Logdatei des Webservers ebenfalls von identifizierbaren IP-Adressen frei zu halten. Das ist ganz großes Kino, und als Verfahren zur Spamerstellung recht neu und noch etwas ungewohnt für mich. Ich habe gerade einen Einblick in die nächste Generation der E-Mail-Spam bekommen – und angesichts der vielen verwundbaren Webanwendungen kann sich die Spam-Mafia in den nächsten Tagen wohl recht viele „richtige“ Server zum Spammen unterm Nagel reißen. Sobald ich etwas Näheres darüber weiß, werde ich das Verfahren detaillierter beschreiben und eventuell Tipps zur Gegenwehr geben.

Aber nach einem Anwalt aus Südafrika sieht das alles wirklich nicht aus… :mrgreen:

Aus verständlichen Gründen, möchte ich Sie bitten, unsere Kommunikation vertraulich zu behandeln.

Tja, da muss der Idiot wohl meine Mailadresse aus seiner Spamliste rausnehmen, denn ich blogge solche Spam immer wieder einmal. Wenn der jetzt nur wüsste, welche von den paar Millionen Mailadressen auf seiner Liste die Meinige ist.

Sollte Interesse Ihrerseits bestehen, würde ich mich über eine baldige Kontaktaufnahme vorerst per E-Mail- kyeretopoku (at) aim.com zu jeder Zeit freuen, da ich in dieser Angelegenheit immer mehr unter.

[Der Punkt und Absatz steht so im Original]

Sogar diesen Trick mit dem Reply-To-Header hat der Spammer drauf, ich könnte also auch auf „Antworten“ klicken. Aber seltsam ist es schon, dass die „Law Trust Company“ mit der Domain aus Ghana, die Anwälte in Südafrika beschäftigt, für ihre Mitarbeiter keine besseren Mailadressen als die kostenlosen Angebote irgendwelcher Freemailer wie AOL oder Google Mail (für den Absender) anzubieten hat. Vor allem unter dem Gesichtspunkt der „Vertraulichkeit“… :mrgreen:

zeitlichen Druck gerate.

Ach so. Na, das mit Punkt und Absatz kann schon einmal passieren, wenn man die Sprache nicht versteht, in der man spammt.

Bitte melden Sie sich auch, wenn kein Interesse besteht, so dass ich mich nach anderen möglichen Verwandten umsehen kann. In der Hoffnung bald von Ihnen zu hören, verbleibe ich,

Und bitte auch melden, wenn man den Braten gerochen hat, aber trotzdem ein bisschen dumm ist – denn Mailadressen von Dummköpfen brauchen die Spammer immer wieder.

Mit freundlichen Grüssen,

Barrister Kyeretwie Opoku.

Geh sterben! 👿

GREETINGS

Samstag, 27. Juni 2009

Congratulations

Oh, wie oft ich heute mal wieder von Vorschussbetrügern zu meinen Gewinnen beglückwünscht werde, die ich in irgendwelchen Lotterien erzielt habe, an denen ich niemals teilgenommen habe…

Attn User!!

This is to notify you that this e-mail address was entered during the Paypal European selection Draw and has won the sum of $950.000.00 (Nine Hundred And Fifty thousand dollars only).

Achtung Benutzer!!

Wir wollen dich nur mal darauf aufmerksam machen, dass deine Mailadresse bei einer obskuren Lotterie eingegeben wurde, die irgendwas mit PayPal zu tun haben soll. Zwar weiß PayPal, wie du heißt und wie deine Mailadresse lautet, aber wir wissen das nicht, weil wir gar nix mit PayPal zu tun haben. Deshalb reden wir dich einfach als Benutzer an und binden dir den Bären auf, dass du fast eine Million Dollar gewonnen hast. Natürlich sprechen wir dich – anders als PayPal – auch nicht in deiner Muttersprache an, denn wir sind nicht PayPal. Wir sind einfach nur ein Haufen strohköpfiger Betrüger, die darauf vertrauen, dass eine Handvoll Leute unter den Millionen Empfängern dieser Schrottmail vor lauter Gier so blind werden, dass sie das nicht bemerken. Und die nehmen wir dann aus wie die Weihnachtsgänse, hier eine kleine Gebühr für die Beglaubigung, hier eine weitere Gebühr für irgendeine amtliche Formalie und noch eine Gebühr für jemanden, der das fette Geld treuhänderisch verwaltet. Wenn eines unserer Opfer – mit denen wir sehr professionell einen persönlichen Kontakt aufbauen – denn endlich genug geblutet hat, lassen wir es einfach fallen. Sei also bitte so blöd und renn den Packen Dollars nach, den wir dir vor der Nase halten, denn davon leben wir.

For claim please contact the below company for immediate process of your claim; Rememebr to quote these numbers below for verification by the company. REF: PP-21180-ES and BATCH: PP-245-44 […]

Und stell dir bloß niemals die Frage, was diese doofen Nummern mit deiner Mailadresse zu tun haben! Wer zu viele Fragen stellt, hat für uns zu wenig Opfereignung. Stattdessen…

[…] you should include Your Name, Address, Sex, Age, Occupation,
Nationality, Phone Number

…mach lieber von deiner Gier getrieben einen ordentlichen Datenstriptease, damit wir dich besser behandeln können.

Company:BANCA ASEGUROS S.A
Email: apextrustagencye (at) aim.com
Dr. Alexandra Mayor (Claim Director)
Tel; Tel:+34 634 162 345
BANCA SEGUROS S.A

Als so richtig tolle Leute, die so richtig viel Geld bewegen, verwenden wir natürlich immer seltsam geformte Mailadressen bei irgendwelchen Freemail-Providern und haben niemals eine Homepage.

Sincerely,
Dr.Maria Jose Muyor
Paypal Europe Coordinator

Geh sterben!

Elias Schwerdtfeger
Inoffizieller Gegenpapst
Heilige Kirche der Dreiundzwanzig Planeten

TRUE CONFIDENCE

Donnerstag, 18. Juni 2009

Um auf diese Mail zum Vorschussbetrug reinzufallen, müsste ich schon ganz schön vertrauenselig sein. Normalerweise geben sich die Betrüger ja wenigstens Mühe, sich eine kleine Story auszudenken, begründen manchmal sogar, warum sie einen nicht ansprechen können, warum sie Hilfe brauchen und warum sie eine Mailadresse benutzen wollen, die nichts mit der Absenderadresse zu tun hat. In diesem Bestreben entstehen oft realsatirische Spams, die durchaus lustig sein können, wenn man nur nicht den Fehler macht, an das depperte Geschwätz zu glauben.

Nun, dieser Spammer mit der Absenderadresse snrraul (at) terra.es und dem brotdummen, aber passenden Betreff „TRUE CONFIDENCE“ hat alles ein bisschen anders und kürzer gemacht. Er hat auf jeden Zierrat um seinen tollen „Geschäftsvorschlag“ verzichtet und sich ganz kurz gefasst:

DEAR FRIEND,
I WANT TO TRANSFER AND INVEST ($25 MILLION USD) IN YOUR COUNTRY. CAN YOU ASSIST ME?
REPLY VIA :
E-MAIL: abogadoraulalveres (at) gmail.com
RAUL ALVARES

Ich würde diesem in Großbuchstaben brüllenden Nachwuchsgauner ja gern helfen, aber das kann ich nicht. Ich bin kein Psychiater. Und es ist angesichts der Stümperhaftigkeit dieses Versuches auch nicht davon auszugehen, dass der Absender sich demnächst eine angemessene medizinische Behandlung leisten kann.

Hello !!!

Samstag, 13. Juni 2009

Ach, mal wieder neben „Hi!“, „Hi!!“ und „Hi!!!“ ein echter Standard-Betreff für eine spammige Drecksmail, heute mit Splenk und drei Ausrufezeichen, was für reinste Seriosität spricht. Mal lesen…

Hello,

Tolle Anrede!

My name is Mr. Morris F. Cord, I work as an international auditor for the delta Lloyd Bank (ALM) Asset Liability managerial department monitoring five branches including Singapore, Belgium and Netherlands.

Und obwohl ich so einen toll ausgedachten Namen und Job habe, schreibe ich solche Mails weder digital signiert noch mit einer auch nur formell aussehenden Mailadresse, sondern mit einer kostenlosen und anonym angelegten Adresse morrisfasant (at) aol.com, die weder so richtig nach meinem Namen noch nach meinem Job klingt.

I have taken pains to find your contact through personal endeavors which I may explain to you upon your response.

Ich bin zwar durch ein Jammertal des Schmerzes gegangen, um deine Mailadresse rauszukriegen, aber deinen Namen habe ich dabei nicht auch noch rausgekriegt. Deshalb muss ich dich ziemlich unpersönlich ansprechen.

A possible family member of yours (name withheld for security reason) died nine months ago leaving behind an investment total of EU5.95M (Five Million Nine hundred and Fifty Thousand Euros) with my bank. With interest at today’s value, the said investment is now worth EU9M (Nine Million Euros)

Dabei weiß ich sogar, mit wem du verwandt bist. Nur eben nicht, wie du heißt. Aber ich glaube, dass du (oder ein anderer Empfänger meines millionenfachen Schrottschriebes) blöd genug bist, das nicht zu bemerken und von der Aussicht auf ein paar Millionen Euro verblendet wirst. Das brauche ich nämlich, um dir im Folgenden eine Vorleistung nach der anderen rauszuleiern. Keine Sorge, die Millionen gibt es genau so wenig wie den unbekannten, reichen Verwandten.

His lawyer has just notified my department of the sudden death of the said investor in a car crash and the lawyer has also asked us to check through our records to see who his client may have indicated as next of kin to the investment, since the fianc? (Martha frances) who was indicated in his WILL as beneficiary to most of his properties also died in the same car crash.

Das Fragezeichen, das da in den Text gerutscht ist, verstehst du am besten, indem du dir mal den Quelltext der Mail anschaust. Es handelt sich um ein kyrillisches „i“, das mir in den Text gerutscht ist, als ich ein „é“ schreiben wollte – und generell bin ich mal wieder zu unfähig, die korrekte Codierung für meinen Dreck anzugeben. Das wirst du noch ein bisschen öfter lesen, aber daran gewöhnt man sich. Bei unserer „internationalen Firma“ bevorzugt man es nämlich, sich um solchen technischen Kram nicht weiter zu kümmern, wenn man seine Spamskripten auf die Welt loslässt.

Findings and verification as auditor in the bank has led me to realize that the investor has also named his fianc? as next of kin to the EU9M investment. We have as yet not informed anyone of this because of the implications, the investor’s lawyer will obviously handover his properties including the investment to the government which will in turn be shared amongst undeserving government officials. However, because of the relevance of the sameness of your surname and you being a possible relative to the late investor, we are making you this proposal since my boss and I can provide you with much needed information to claim the investment.

Klar, du hast den gleichen Nachnamen, da musst du einfach der passende, der erbende Verwandte sein. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich dich mit deinem Namen ansprechen kann.

You are guaranteed that this will be executed under a legitimate arrangement that will protect you from any breach of the law, as the funds did not originate from terrorism or drugs, but through inheritance.

Und natürlich stammt das Geld nicht aus Terrorismus oder Drogenhandel. Es existiert nur in meinem Schwindel, den ich mit dir versuche.

Please kindly reply through my private email ( morrisfasant (at) aol.com ) to confirm your full name, telephone and fax number to enable us discuss and facilitate all due process regarding this transaction.

Also sei bitte so brotdoof und wundere dich nicht darüber, dass meine „private“ Mailadresse so ein anonym angelegtes Billigding ist. Schick mir stattdessen lieber einen möglichst vollständigen Datenstriptease, damit ich dich zusammen mit meinen Komplizen weiter „bearbeiten“ kann. Es wäre ja gelacht, wenn da nicht noch ein Idiot auf der Welt wäre, der noch kein gebranntes Kind in Sachen Vorschussbetrug ist. Aus irgend jemanden muss ich ja das ganze Geld rausleiern, mit dem wir uns hier in Russland immer so ein hübsches Leben machen.

Yours truly,
Mr. Morris F. Cord,
morrisfasant (at) aol.com

Fahr zur Hölle!

From: Rev.Fr.Pat Chichester

Samstag, 30. Mai 2009

Wow, ein richtiger, echter, geistvoller Geistlicher, der mich da mit einem zur Abwechslung mal ungefälschten Absender von Google Mail anschreibt? Ob der mir wohl große, geistliche Wahrheiten verkünden will?

My Dear Beloved,

Heißgeliebter Spamempfänger!

My name is Rev.Fr.Pat Chichester.

Ich habe mir etwas ganz tolles für dich ausgedacht. Ich tue einfach mal so, als ob ich ein Pfaffe wäre, denn Pfaffen genießen ein hohes Ansehen und eine hohe Glaubwürdigkeit. Name und Titel habe ich mir ausgedacht…

I am 74 years old now.

…und mein Alter auch, denn in Wirklichkeit will ich dich um dein Geld betrügen. Nein, nicht so, wie es gewisse religiöse Organisationen tun, sondern so, wie es gewisse Leute aus Nigeria und Russland zu tun pflegen.

I have been suffering in the sick bed for the past 7 years at King’s College Hospital London UK.

Deshalb muss ich mir eine ganz tolle Geschichte ausdenken. Zumindest muss sie so toll sein, dass es wenigstens ein paar hundert Deppen unter den Millionen Empfängern meines Schrottbriefes sind, die daran auch glauben; selbst wenn es nur zwanzig oder dreißig sind, hat es sich gelohnt, wenn ich ihnen genug rausleiere. Da macht sich eine lange Krankengeschichte doch recht glaubwürdig…

Now I believe that my time has come to join my ancestors in heaven.

…vor allem, wenn man dabei so tut, als schaue man dem Tod schon in sein knöchernes Auge. Da kommt doch gleich alles zusammen, was das Herz und die Brieftasche öffnet, ein Pfaffe, etwas Religion und der Tod. In der Tat, ich bereite mich auf ein himmlisches Leben vor mit dem ganzen Geld, das ich mir erschwindeln will.

I got your email address from the Internet, as the spirit of Almighty God directed me to contact you for this charity work.

Aber bis dahin muss ich noch etwas hanebüchene Geschichte spinnen. Bei einem solchen todgeweihten Mann des Glaubens, wie ich ihn dir glauben machen will, da glaubst du doch bestimmt auch, dass ich so viel Vertrauen in den allmächtigen Gott habe, dass ich für alle meine Geschäftchen einfach irgendwelche Mailadressen aus dem Internet herauspicke…

I have US$11.1M deposited in a safe location in Europe, which I want you to claim on my behalf for an important charitable project. Can you honestly do this for me?

…um dann mit den mir völlig unbekannten Leuten, die hinter diesen Mailadressen stehen, kleinere Finanztransaktionen in achtstelliger Größenordnung durchzuführen. Du bist doch ganz bestimmt auch dermaßen herrgottssaublöd, dass du mir das sofort glaubst und mir freudig antwortest, damit ich dir ganz genau (und auch noch am Telefon) erklären kann, wie wir dabei vorgehen. Da werde ich dir dann auch erzählen, dass du ein kleines bisschen in Vorleistung treten musst, ein kleines Dokument hier, ein Stempelchen dort, immer so mit ein paar hundert Euro Gebühr verbunden, die natürlich ich mir in die Tasche stecke. Das Geld existiert genau so wenig wie mein Amt als Pfaffe oder mein Glaube an irgendeinen Gott, der mich für solche Dinge zur Rechenschaft ziehen könnte, ich glaube nur an die Allmacht des baren Geldes. Aber das weißt du ja gar nicht, und angesichts meines drangvollen Briefes voller Todesnot wirst du da auch niemals drauf kommen. Wir kommen schon ins Geschäft, wenn du nur hirnamputiert genug bist.

Remain bless in the Lord.
Rev.Fr.Pat Chichester.

Möge Gott (so es ihn vielleicht doch irgendwie gibt) dir ganz besonders wenig Verstand mitgegeben haben, auf dass es bei mir im Säckchen klingele. Denn von dieser Gnade gedenke ich den Rest meines Daseins zu existieren und zu prassen.

Mit dem Wunsch nach großer Dummheit verbleibend
Rev. Fr. Pat Judas Iskariot

Mann, geh doch bitte wirklich sterben, du Spamidiot!

Hello

Montag, 4. Mai 2009

Aber hallo doch! Du hast dir echt mal wieder den blödesten Betreff ausgesucht, den man einer Spam geben kann – dein Schrott landet allein deshalb schon automatisch im Müll.

Aber was ist denn das? Du nennst dich gar nicht Sexy Tatjana, Triefend Vicky oder Fickgeil Elena, sondern ganz trocken lotto.nl? Willst du etwa mit einem Vorschussbetrug kommen und mir einen angeblichen Lotteriegewinn zusagen? Da ist dein Betreff aber extradoof.

PROCEED WITH YOUR CLAIMS
PLEASE CONTACT YOUR CLAIMS AGENT

Wie bitte? Ich weiß nicht, wovon du redest!

Immediately update your claims for
your payment.
As a winner in our Lottery Programs,
You are to receive a cash prize of $2,500,000.00
from the total payout

[Zeilenumbrüche hier und im Folgenden wie im Original…]

Ach so, ich soll so ein paar Millionen für mich beanspruchen. Sind natürlich Dollar, obwohl die niederländische Staatslotterie (die verwendet die Domain „lotto.nl“) wohl eher Euro zahlen würde. Aber daran stört sich das ideale Opfer natürlich genau so wenig wie am Fehlen jeglicher Spur von Höflichkeit oder gar Anrede. Einmal ganz davon abgesehen, dass es schon ein bisschen merkwürdig ist, dass die Niederländer nicht mehr ihre eigene Sprache benutzen.

Mr.ARNOLD HENDRIK
Email: info_arnoldhendrik101 (at) yahoo.com.hk
Tel:xxx-862-769
Fax:xxx-375-060
www.lotto.nl

[Die Telefon- und Faxnummer habe ich hier unbrauchbar gemacht…]

Etwas anderes hätte ich jetzt von „den Niederländern“ auch niemals erwartet. Die verwenden einfach eine kostenlose Mailadresse bei Yahoo Hongkong. Da bin ich jetzt aber froh, dass die mir nicht in Chinesisch geschrieben haben, sonst wüste ich gar nicht, dass ich gewonnen habe.

Übrigens: So schwach der Text dieser Spam auch ist, das mit der Antwortadresse haben die Idioten diesmal gerafft. Ich hätte das Ding auch durch einen Klick auf „Beantworten“ beantworten können. Wenn diese Betrüger jetzt auch noch das Texten lernen, wird es vielleicht sogar noch was. Für diesen technischen Fortschritt haben die Vorschussbetrüger mit Lotteriegewinnen jetzt ungefähr anderthalb Jahre gebraucht. Wenn der Fortschritt in diesem rasanten Tempo weitergeht, denn könnte der dumme Betrugsversuch noch in diesem Jahrhundert einigermaßen überzeugend werden. :mrgreen:

informations: 1.Name in full 2.Address 3.Nationality 4.Age 5.Occupation 6.Phone/Fax

Bachtlich auch hier wieder der knappe, auf jeden Schein der Höflichkeit verzichtende Stil. Genau das, was ich in einer derartigen Benachrichtung erwarten würde… :mrgreen:

Sincerely Yours,
Mrs. Yvonne Zwanette
Lottery Coordinator.
www.lotto.nl

Geh sterben!

For you from Russia

Dienstag, 21. April 2009

Oh, lange keinen „Liebesbrief“ mehr aus Russland bekommen. Glauben die jetzt, dass diese Masche wieder vergessen genug ist.

Hi! My name is Nastya.

Hi, meinen Namen kennst du mal wieder nicht. Woher auch?

I am a girl from Russia and want to make friends with a kind, smart and intellegent man from the United States.

Tja, denn darfst du keine gesellschaftlichen Randfiguren aus Deutschland anschreiben. Aber vielleicht sind ja auch ein paar US-Amerikaner in den paar Millionen Mailadressen, die du mit deinem Schrottbrief zugeschissen hast.

If you are interested in our acquaintence, please, write me on my e-mail address: nastyapreetylady (at) gmail.com.

Schon klar, da willst du einen richtig intelligenten Stecher angeln, aber der soll auf keinen Fall so intelligent sein, dass er zum Beantworten der Mail einfach auf „Antworten“ in seiner Mailsoftware klickt. Denn dann kommt die Antwort gar nicht bei dir an, weil „du“ mal wieder zu amputiert bist, solche technischen Kleinigkeiten wie den Reply-to-Header in einer Mail zu kapieren.

I will tell you more about me and my life.

Aber immerhin kriegt jeder, der so doof ist, auf einen Link in einer Spam zu klicken, eine kostenlose Märchenstunde.

I think you won’t be dissapointed because I am very cheerful and try to enjoy the life. I also like to get new friends and share my thought and ideas with them. I have many friends here in Russia. But I don’t have friends abroad yet. I think it is just the time to get new experience. I hope you won’t deny such a sweet lady to become her friend. Sweet and warm kiss from cold Russia. I am looking forward to hearing from you soon.

[Zeichensalat aus dem Original übernommen]

Hoffentlich hast du deine „Freunde in Russland“ nicht ebenfalls über millionenfache Spam gefunden. Von mir kriegst du jedenfalls nur die Feindschaft und den Hinweis, dass du dein gefräßiges Fleisch bestenfalls zum Lecken an mein Hinterteil legen kannst.

Wer aber auf „dich“ reinfällt, der wird schnell um Geld angebettelt, ganz so wie immer…

Immigration to US

Sonntag, 19. April 2009

Currently, the US Department of Immigration allows 50,000 applications to be processed for the yearly DV Lottery.

This is just a small number of all the applications they receive every year. Anyone that has ever previously applied for a chance in the Visa Lottery will tell you that it’s not an easy process.

The biggest problem any person face when it comes to the Green Card Lottery is the fact that the application must conform perfectly to strict submission requirements. Even one small mistake can completely disqualify a person from participating in the US Immigration Lottery.

The Green Card Lottery only happens once a year. Please confirm your interest at 1869zanayedlaurencia (at) gmail.com to receive further information.

Good luck!

USAGC DV Lottery Services

Früher habt ihr Vorschussbetrüger wenigstens noch riesige Gewinne angeboten – und jetzt? Nur noch so eine blöde Karte, die es erlauben würde, in den USA als Ausländer zu leben. Und die habe ich noch nicht einmal gewonnen. Wer soll denn da anbeißen. Wohl nur jemand, der glaubt, offizielle US-Stellen würden ihre Informationen über Spam raushauen, die übrigens auch in den USA kriminell ist – das ist wohl auch der tiefere Grund dafür, dass diese Mail von einem Rechner in Bjelorussland ausgegangen ist.

Zumal ihr – wie so oft – wieder einmal nicht einmal dazu imstande seid, eine Antwortadresse in den Mailheader einzutragen und eure leichtgläubigen Opfer deshalb auf eine Mailadresse rumklicken müssen und nicht einfach in ihrer Mailsoftware auf „Beantworten“ klicken können. Und was ihr euch da für eine tolle, „offizielle“ Mailadresse ausgesucht habt… :mrgreen:

Geht doch einfach sterben!

This email has been written and proved to be in compliance with the recently established can-spam act law in US. We are not provoking or forcing any person in any way to participate in our programs. To participate is your own decision and you carry the responsibility of taking further part in this promotion. Anyway, if you don’t want to receive more good offers from us, you can simply Unsubscribe by sending us a notification email to sign.out_me (at) yahoo.com with a mail-subject and text „Unsubscribe me“, and we will get your email out of our list within 10 days.

Ja ja, ich kann auch mit dem Clipboard umgehen und irgendeinen Text in eine Mail kopieren. Aber dass ihr von Yahoo kommen wollt und nicht einmal eine Absenderadresse bei Yahoo angebt, das ist schon ein bisserl deppert, nicht?!