Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Fantasie und Persönlichkeit: Kleb Dir eine!

Samstag, 28. April 2007

Werbung der Deutsche Post World Net

So sieht es mit der „Fantasie“ im Zeitalter der industriellen Massenproduktion aus. Dieses ganz tolle Angebot der Deutschen Post enthält zehn selbstklebende Briefmarken und zehn ebenfalls selbstklebende Grußaufkleber, mit denen man die selbstgemachte Post „verschönern“ kann. Ganz persönlich, versteht sich. Es ist nun einmal zutiefst persönlich, wenn alle Leute diese industriell erstellten, ganz persönlichen Fantasie-Aufkleber verwenden. Es ist voll blühender Fantasie und voll blühendem Werbe-Unsinnes.

Was wird wohl das nächste Angebot für die „persönliche“ Gestaltung eines Briefes sein? Der „Fantasie-Stempel“ mit acht beliebten Motiven für die ganz „persönliche Note“? Jetzt neu mit Stempelkissen in den Trendfarben des Monats? Ich glaube, ich spekuliere hier besser nicht weiter. Sonst liest das noch so ein Werber von der „Deutsche Post World Net“ mit und macht daraus ein Produkt…

Quelle des Scans: Das Wegwurfblatt Einkauf Aktuell, das von der Post „ganz persönlich“ in jeden wehrlosen Briefkasten gestopft wird.

Danke für den Kauf

Freitag, 27. April 2007

Welchen Kauf meint dieser Idiot mit der gefälschten Absenderadresse aus der Domain telefon.de, der mir heute früh am Morgen diese Spam geschickt hat? Ich habe doch gar nichts gekauft. Mal reinlesen.

Hallo! Vielen Dank fuer den Kauf von NOKIA 8800. Die Quittung sollten Sie per Mail bekommen haben. Falls bei Ihnen nichts eingetroffen ist, so bitte folgen Sie den nachfolgenden Link und bekommen Sie die Quittung im HTML Format. [… URL von mir entfernt]

Ah ja, ich kann also mit einem Klick eine Quittung für einen Kauf abholen, den ich gar nicht gemacht habe. Und damit es so richtig glaubwürdig wirkt, führt der Link natürlich nicht auf die Domain telefon.de, von der angeblich diese Mail stammen soll, sondern auf eine eher etwas obskure Internet-Adresse fernab Europas.

Dass unter der angegebenen Adresse etwas im „HTML-Format“ kommt, das glaube ich gern. So sind Internet-Seiten nun mal. Dass es sich allerdings um eine Quittung handeln wird, ist eher unwahrscheinlich. Bestenfalls kriegt man dort eine Quittung für die Dummheit, auf alles zu klicken, was sich anklicken lässt – selbst, wenn es in einer ganz idiotischen, offenbar kriminell motivierten Spam daher kommt. Wahrscheinlich wird dort auch nicht alles in HTML sein…

Damit es auch der letzte Depp merkt, dass dies keine Kaufbestätigung per Mail ist, hat der Spammer eine vernünftige Anrede des Kunden unterlassen und beschränkt sich auf ein einfaches „Hallo“. So eine Kleinigkeit wie eine Bezeichnung des Netzladens, in dem man angeblich gekauft haben soll, wurde von den verbrecherischen Schmachköpfen auch vergessen. Von einer Kundennummer oder einer Auftragsnummer wollen wir gar nicht erst reden. Ergänzt wird der mangelhafte Eindruck dieses Versuches durch gewisse Probleme mit der Wortstellung in der deutschen Sprache. Hier wird Dummenfang bei den ganz Dummen versucht: bei extrem leichtgläubigen Deppen, die gar keine Einschläge mehr merken. Bei solchen Leuten – und von denen scheint es ja doch einige zu geben – geht man offenbar davon aus, dass ihr Rechner leicht zu übernehmen sein wird, da mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem ungesicherten und fehlerhaften Browser im Netz gesurft wird. Was man von den Verbrechern untergejubelt kriegt, will kein Mensch wirklich näher kennen lernen.

Sie koennen uns auch eine Anfrage senden, so dass wir Ihnen diese Quittung nochmals zukommen lassen.
Vielen Dank fuer Ihr Verstaendnis!

Dieser Abschluss ist die Krönung der Dummheit.

Wo soll ich denn die hier angebotene Abfrage hinsenden? Es gibt nur eine gefälschte Absenderadresse und die Aufforderung, sich seine aktuellen Trojaner auf einer Website abzuholen.

Ihr dummen Spammer! Wenn ihr so einen Text schon aus irgendwelchen Fragmenten zusammensetzt, denn lest ihn doch wenigstens vorm Absenden! Vielleicht fällt euch dann auch auf, dass „Vielen Dank für Ihr Verstaendnis“ ein ziemlich unpassender Abschluss ist, wenn man einem Kunden mitteilen will, dass seine Bestellung erfolgreich verlaufen ist.

Ihr seid wirklich zu doof zum Scheißen! Schade nur, dass es immer noch zu viele Doofe gibt, die auf eure Scheiße reinfallen.

Zu doof zum Ownen

Donnerstag, 26. April 2007

Das könnte doch glatt eine richtige Kategorie in diesem heiteren Blog zur Nachbereitung des täglichen Wahnsinns sein: „Zu doof zum…“

Jeden Tag aufs Neue fließen diese Mails bei mir rein, deren Absender einfach zu doof war. So zum Beispiel der aktuelle Versuch, den Leuten Malware unterzuschieben und ihre Rechner zu übernehmen. Dass da ein Doofkopf ohne gleichen spammt, zeigt sich schon im Betreff der Mail, der aus einem einfachen „Re:“ besteht.

Und auch der restliche Text ist sehr minimalisitisch und verzichtet auf irgendwelche Anredeversuche oder sonstiges, menschelnd wirkendes Zeug. Der gesamte Text lautet so:

Hiermit erhalten Sie die angeforderten Unterlagen
mfG

Und wieso soll das nun „zu doof“ sein, wenn da eine richtig üble Malware dranhängt? Das könnte doch auf vielen Arbeitsplätzen klappen, weil dort jede Menge unmotivierter Leute flüchtig formulierte Texte von Rechner zu Rechner schicken?

Ja, das könnte schon manchmal klappen…

Wenn da nur irgendetwas an der Mail dranhinge. :mrgreen:

Dieser kriminelle Spamkopf war wirklich so doof, das Attachment zu vergessen. Der hat seinen unvollständigen Schrott mal eben so auf ein paar Millionen Menschen losgelassen, ohne sich vorher zu vergewissern, dass da auch wirklich der böse Trojaner oder was auch immer dranhängt. Klar, er hat im Prinzip recht gehabt. Es gibt genug Leute, die im Internet wie die Pawlowschen Hunde auf alles klicken, was sich nur anklicken lässt.

Aber dazu hätte er den Leuten eben was zum Anklicken geben müssen. Der Idiot! :mrgreen: Und ich dachte schon, ich hätte heute gar nichts mehr zum Lachen. 😆

Ach ja, das ist hoffentlich klar. Wenn diese Mail demnächst mit Attachment kommt, einfach nur löschen. Und grundsätzlich niemals dem Anhang einer Mail vertrauen. Auch nicht bei bekanntem Absender, wenn unklar ist, warum der nun irgendwelche Dokumente rüberschickt.

Völlig verstrahlt

Mittwoch, 25. April 2007

Der Spammer, der sich zu diesem Text hat hinreißen lassen, muss völlig verstrahlt gewesen sein:

Die Berliner U-Bahn Mitarbeiter fanden die Reste eines unbekannten Flugkoerpers.
Interessant findet man auch die Ermittlung von moeglichen Gruenden des Unwohlseins einiger U-Bahn Angestellten.
Nach etlichen Inspektionen wurde ein Fremdkoerper gefunden. Wie Wissenschaftler behaupten, koennte der Koerper so gross wie ein Bus sein.
Es wurde auch vermutet, er haette seltsame Strahlen aussenden koennen und das wegen rund um dem Rumpf gebildeter „Totzone“.

Naeheres dazu unter […URL von mir entfernt]

Bei dem rund um den Rumpf gebildeter „Totzone“ handelt es sich offenbar um das Gehirn des Spammers, dass von diesem wohl immer noch als „Fremdkoerper“ empfunden wird. Wer sensationsgeil auf den Link (zu einer kostenlosen Webpräsenz bei geocities) klickt, kann sich darauf verlassen, dass ihm dort etwas untergejubelt wird, was kein Mensch auf seinem Computer haben will. Also: Lesen, Lachen, Löschen!

Auch auf Droge?

Dienstag, 24. April 2007

Nicht nur beim windigen Online-Handel mit Pimmelpillen und harten Psychohämmern scheint man heute auf Droge zu sein, auch die leidigen Pennystock-Spammer scheinen heute ein kleines Problem mit ihrer Nüchternheit zu haben. Oder gibt es eine bessere Erklärung für die folgende Aufforderung, bei der ein entscheidender Teil im Rauschen der fehlerhaften Programmierung unterging:

Gaga-Mail wirbt für den Kauf von Penny-Stocks

Der fade Pixelsalat, in dem die eigentliche Botschaft völlig untergeht, kann ja wohl kaum jemanden zum Verzocken seines Geldes an der Börse reizen, auf dass die kriminellen Spammer noch reicher werden. Oder ist das etwa die erste von mir erhaltene Spam, die sich in Wirklichkeit an Aliens richtet? (Sind wir schon so weit? Au, Scheiße!)

Ihr kriminellen Schwachköpfe! Wenn ihr schon eure asozialen Skripten auf ein weit gehend wehrloses Internet loslasst, denn macht euer Hackwerk wenigstens so weit fehlerfrei, dass es seinen Zweck auch erfüllen kann. Aber selbst dazu seid ihr zu blöd.

Auf Droge

Dienstag, 24. April 2007

Besonders starke Drogen muss wohl der Spammer genommen haben, der mich heute mit einer Mail betreffs „about Great Drugs 123″ beglückte. Der gesamte Text dieser Mail sei hier zitiert:

|“UVSTHNTDRFUVAkwiuh

Leider hat der Absender völlig offen gelassen, was ich mir denn nun „einwerfen“ muss, um seiner gewiss wichtigen „Mitteilung“ einen Sinn zu entreißen. Ich glaube aber kaum, dass man solchen Stoff einigermaßen offen im Internet kriegen kann. Aber das Zeug muss wirklich gut knallen. 😀

Lernt doch erstmal das Spammen, bevor ihr damit anfangt. Ihr Idioten!

Diverser Wahnsinn

Montag, 23. April 2007

Im Moment wird der virtuelle Mülleimer das EMail-Postfach mit diversem Wahnsinn aus der Spamhölle überschwemmt. Aber das meiste ist (fast) jedem Menschen mit einer Mailadresse wohlbekannt, deshalb heute nur eine kurze Zusammenfassung des Wichtigsten und die üblichen Warnungen.

  • In München gibt es immer noch Trauer
    Der Amok-Spammer treibt immer noch sein Unwesen mit dem Betreff „In München ist Trauer angekuendigt“, der Text ist unverändert, aber die angegebene URL ist anders geworden. Wer darauf klickt, hat wahrscheinlich hinterher ein leidiges Problem. Also: Unbearbeitet in den Müll damit!
  • Super Duper (Ab-)Zock Casino
    Dieses tollwütige Online-Casino mit den vielen verschiedenen, aber doch immer sehr ähnlichen Namen (meistens mit „Magic“ oder „Royal“) wird nicht müde, sein „aufregendes“ Spiel und seine Bonusse anzubieten. Inzwischen hat man sich deutlich gesteigert, was mit 100 Euro anfing, stieg über 355 Euro auf jetzt „bis zu 1000 Euro“, die man frei zum Verzocken erhalten können soll, wenn man nur etwas einzahlt. Übrigens schaffen die es im Moment manchmal, an einem einzigen Tag fünf verschiedene Internetadressen zu „verbrauchen“, die „Spielangebote“ auf den alten Seiten verschwinden spurlos. Wer da sein Geld reinsteckt, kann es auch im Klo runterspülen. Und wer die „Casino-Software“ installiert, sollte gleich alle Hoffnung fahren lassen.
  • Vorschussbetrug Singapur
    Ein aktueller Vorschussbetrug kommt von einem angeblichen Herrn Tham Wai von der angeblichen United Overseas Bank aus Singapur. In etwas unbeholfenem Englisch erklärt er, dass da auf diversen Konten 15,7 Millionen Dollar herumliegen, die an den Staat fallen, wenn sie sich nicht jemand anders unterm Nagel reißt. Und genau dieses „unterm Nagel“ reißen bietet eine Spam mutmaßlich vielen Millionen Empfängern an, die dabei 20 Prozent des Geldes für ihre Dienste kriegen sollen. Und es ist natürlich ganz eilig, weil sonst der schöne Staat Singapur zugreifen wird. Glaube keiner, dass er sein für divese „Dokumente“ ausgegebenes Geld jemals wiedersehen wird! Und erst recht nicht zu Gesicht bekommt er die vielen vielen Millionen, wie die natürlich gar nicht existieren. Leider gibt es immer wieder unerfahrene Deppen, die auf so eine plumpe Betrugsnummer reinfallen – am besten, die Mail wird nach einem kurzen Stöhnen oder Lachen gelöscht.
  • Vorschussbetrug Südafrika
    Es gibt aber auch noch den klassischen Kontinent als Dekoration für den Vorschussbetrug, etwa die in sehr viel flüssigerem Englisch gehaltene Mail des angeblichen Herrn Terrence Nonbembe von der angeblichen Rand Merchant Bank aus Südafrika. Dort in Südafrika scheint es viele Diamanten und eine Menge Gold zu geben, deshalb liegen da auch gleich 50 Millionen Dollars so herrenlos herum. Davon werden den Spamempfängern 40 Prozent zugesagt, was ein ordentlicher Batzen grüne Lappen wäre, wenn es das Geld denn gäbe. Der angebliche Bankmitarbeiter hat sich mal wieder besonders qualifiziert, da er eine kostenlose Mailadresse bei Yahoo als Absenderadresse angegeben hat, aber die Antwort auf eine ganz andere Adresse haben will. Das ist ein guter Einstieg für ein Geschäft, bei dem schon im Vorfeld angekündigt wird, dass es auf Vertrauen beruht und bei dem nur über Mail und Telefon kommuniziert werden soll. Nur das Geld, das man nach Südafrika überweist, um ein paar „Papiere“ zu kriegen, das kann nicht per Telefon kommen.

Wann werden es die Spam-Verbrecher endlich einmal merken: Das Wichtigste beim Betrug ist (scheinbare) Seriosität. Diese vier Ausflüsse des täglichen Wahnsinns, die gerade besonders nerven – eine schreckliche Meldung, die in keinem Nachrichtenticker auftaucht; ein Online-Casino mit ständig wechselnden Servern und zwei Geschäfte mit ganz windigen Geschichten dazu – schaffen es nicht einmal in Ansätzen, seriös zu wirken. Die Deppen, die auf so etwas hereinfallen, werden bald entweder ausgestorben oder pleite sein. :mrgreen:

Zum Thema der Seriosität wären die Vorschussbetrüger übrigens gut beraten, zwei Dinge zu tun: Ihre Texte von jemanden schreiben zu lassen, der wirklich Englisch kann und bei der Angabe des Betrages anzugeben, was es für eine Währung ist. So ein einfaches „$“ kann auch für tonganische Dollars stehen – und als Bankangestellte sollten die das Kürzel USD doch wirklich häufiger einmal geschrieben haben, oder?