Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Lieber Freund

Sonntag, 22. Juli 2007

Na, endlich mal wieder ein Vorschusbetrug, dieses Mal von einem angeblichen Martins Weber Dito, der vorgibt, bei einer SB-Bank zu arbeiten. Diese SB-Bank muss ein großes, ernst zu nehmendes Institut sein, benutzt sie doch eine kostenlose Mailadresse eines großen, ernst zu nehmenden Mailproviders, nämlich web.de. Allerdings steht zu vermuten, dass selbst diese noch gefälscht ist – allein aus dem Grund, dass es bei jedem Standard-Spamskript ein Kinderspiel ist, die Mailadresse zu fälschen. Wieso der Spammer zu blöd war, wenigstens eine seriös aussehende Mailadresse als gefälschten Absender für seinen Betrungsversuch zu nehmen, bleibt allerdings etwas rätselhaft. Vielleicht ist er einfach zu blöd dafür; vielleicht glaubt er auch, dass die Opfer zu blöd sind, um so etwas zu bemerken.

Lieber Freund

Ich vermute das diese E-Mail eine Überraschung für Sie sein wird, aber es ist wahr.

Nein, ich bin über diese Art Mail wirklich nicht mehr überrascht. Und ihr Freund bin ich schon gar nicht, sie Arschloch.

Ich bin bei einer routinen Überprüfung in meiner Bank (Standard Bank von Süd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoßen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $12,500,000 (zwölfmillionenfünfhundert US Dollar) gutgeschrieben sind.

Klar, das übliche Geseiere in solchen Mails. Bei euch in Afrika liegen immer irgendwelche Millionenbeträge herrenlos auf Konten herum, während sich in Deutschland die Leute mit 1-Euro-Jobs und Hartz IV herumschlagen müssen. Und damit das ganze herrenlose Geld mal wieder bei irgend einem Menschen und natürlich auch bei euch landet, wird millionenfach die Spam rausgepustet. So eine hanebüchene Story wie die folgende wird ja immer wieder einmal von Verzweifelten und Gierigen der Jetztzeit geglaubt:

Dieses Konto gehörte Herrn Manfred Becker, der ein Kunde in unsere Bank war, der leider verstorben ist. Herr Becker war ein gebürtiger Deutscher. Damit es mir möglich ist dieses Geld $12,500,000 inanspruch zunehmen, benötige ich die zusammenarbeit eines Ausländischen Partners wie Sie, den ich als Verwandter und Erbe des verstorbenen Herrn Becker vorstellen kann, damit wir das Geld inanspruch nehmen können.

Für diese Unterstützung erhalten Sie 30% der Erbschaftsumme und die restlichen 70% teile ich mir mit meinen zwei Arbeitskollegen, die mich bei dieser Transaktion ebenfalls unterstützen. Wenn Sie interessiert sind, können Sie mir bitte eine E-Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.

Nicht, dass man einem Banker nicht zutrauen würde, dass er sich in der hier beschriebenen Weise und mit ein paar gefälschten Papieren bereichert. Aber was man keinem Banker zutraut, das ist, dass er für so einen Schwindel nicht die richtigen Vertrauten kennt – schließlich wäscht ja eine Hand die andere. Und das ein Banker, der keinen Komplizen für einen solchen Betrug kennt, denn anfängt, mit millionenfacher Spam nach einem Komplizen zu suchen, das ist völlig unvorstellbar. Für 3,75 Millionen US-Dollars, die einfach so fröhlich aus dem toten Konto eines Toten herausspringen sollen, muss doch wirklich niemand lange suchen… :mrgreen:

Aber wie gesagt, es gibt immer wieder irgendwelche Deppen, die auf solche Geschichten hereinfallen. Die treten denn auch eifrig in eine wortreiche Verbindung mit diesen Schwindlern und anschließend immer mehr in Vorleistung, immer in der trügerischen Gewissheit, das ganz große Los gezogen zu haben und in Kürze Millionen von Dollars zu kriegen. Ja, die ganzen Vorleistungen, die sind schon „nötig“. Schließlich muss das eine Papierchen dort bezahlt werden, der andere Beamte dort bestochen werden und an der dritten Stelle wird eine kleine Gebühr für einen Anwalt fällig. Wer so blöd ist, dass er einer solchen Mail glaubt, der wird natürlich auch niemals die Frage stellen, warum die scheinbaren Komplizen in Südafrika nicht auch mal ein paar tausend Dollar legen können. So mancher, der gierig nach dem in solcher Mail gelegten Köder geschnappt hat, ist dabei schon ein richtiges Vermögen losgeworden – und gar nicht mal selten war das Geld, das er nicht wirklich übrig hatte. Denn das weiß man inzwischen auch in Afrika genau: Die zunehmende Armut in Europa lässt so manchen davon Betroffenen verzweifelt nach jedem Strohhalm greifen.

Am Ende löst sich das ganze Geld natürlich in Luft auf, und außer Spesen (diese allerdings zum Teil im erheblichen Umfang) ist nichts gewesen. Auf der anderen Seiten freuen sich gut organisierte Verbrecher über die vielen Dummköpfe in Europa, die man mit einer so einfachen Betrugsnummer abzocken kann.

Schicken Sie bitte Ihre Antwort auf diese E-Mail Adresse: ( martinsdito@aim.com)

Damit auch noch der Blindeste bemerken muss, dass es sich hier um Betrug handelt, kann man auch nicht einfach über die Antworten-Funktion seiner Mailsoftware antworten. Diese Verbrecher sind noch nicht einmal dazu im Stande, ihr Spamskript so gut zu verstehen, dass sie eine anständige Reply-To-Adresse setzen können.

Aber wie so oft, so glaube ich auch hier, dass sich diese zwielichtigen Gestalten über ein bisschen Post freuen. Natürlich sollte man diese Verbrecher nicht unterschätzen und keine einzige Angabe machen, die der eigenen Wirklichkeit entspricht. Als Mailadresse nehme man praktische Wegwerfadressen, den Namen und den Wohnort denke man sich einfach aus! Immer schön höflich im Ton, und bitte mit vielen, möglichst ungewöhnlichen und detaillierten Fragen, damit die Betrüger auch etwas zu tun haben, wenn sie ihre Antworten schreiben. Mit jeder Stunde, die sie dafür opfern müssen, wird ihnen ein bisschen mehr die Möglichkeit genommen, naive Menschen auf diese plumpe Art abzuzocken.

Auf die normale Strafverfolgung ist bei solcher, international organisierter Kriminalität leider nicht zu hoffen. Aber wenn sich diese Betrüger immer mehr selbst als Betrogene wiederfinden und ihr Aufwand von keinem Erfolg gekrönt wird, denn wird dieser Betrug irgendwann ein Ende finden und die nervige Spam aufhören. Das ist doch durchaus ein Ziel, dass hin und wieder eine Viertelstunde Arbeit wert ist, zumal diese Arbeit auch eine Menge Spaß machen kann, wenn man die Lügner selbst mit haarsträubenden Geschichtchen volltextet.

Natürlich wie immer mit Warnung: Es handelt sich hier nicht um Kindereien, sondern um einen Kontakt zu schwer kriminellen Menschen, die im Zweifelsfall nicht lange fackeln werden, wenn sie in ihren asozialen Taten gestört werden. Also auf gar keinen Fall irgendeine zutreffende Angabe machen. Wenn die eine Telefonnummer wollen, sollen sie eine kriegen – es gibt genügend überteuerte Ansagedienste. Ein persönliches Treffen unter allen Umständen vermeiden. Wenn dabei im Mailverkehr Kontaktmöglichkeit innerhalb Deutschlands eröffnet werden, wird sich die nächste Polizeidienststelle sicherlich sehr über eine Anzeige wegen Betruges freuen.

Mit freundlichen Grüßen

MARTINS Weber DITO

Mit dem feuchten und schmatzenden Gruß des Judas!

Der Nachtwächter

Emailing: Exchange Mobile (EM1)

Sonntag, 22. Juli 2007

Und wieder einmal suchen die asozialen, kriminellen und in ihrer Gier unermüdlichen Spammer einen neuen Weg an den Spamfiltern vorbei – und verstopfen mit der puren Menge ihres Schrotts virtuelle Postfächer. Die neueste Müllwelle besteht aus recht kurzen Texten ohne dekorative Schnörkel…

The message is ready to be sent with the following file or link attachments: investors news14462.xls

Note: To protect against computer viruses, e-mail programs may prevent sending or receiving certain types of file attachments. Check your e-mail security settings to determine how attachments are handled.

…und mit dem Hinweis, dass man doch bitte etwas dagegen tun soll, dass so ein Mailfilter eventuell einen nichtsnutzigen und nervigen Anhang nicht durchlässt. Denn dieser Anhang enthält die eigentliche „Botschaft“ dieser Spams, ein kleines Excel-Sheet, das nicht etwa für eine Berechnung oder für eine Tabelle, sondern zur bloßen Übermittlung einer Pfennigaktien-Spam für die Schwindelzettel von „Exchange Mobile“ (EM1) verwendet wird und so aussieht:

So sieht die aktuelle Pennystock-Seuche aus...

(Wer es ganz genau wissen will, kann auf die Grafik klicken. Vom Öffnen des Mailanhanges einer Spam kann ich jedem nur abraten, ich habe es hier auf einem besonders gesicherten System getan und erwarte selbst in so einem Fall noch Unbill. Wer nicht weiß, wie man ein System besonders sichert, sollte gar nicht erst darüber nachdenken. Das blinde Vertrauen auf ein Anti-Viren-Programm ist fehl am Platze und kann schnell zum Verhängnis werden. Auf keinen Fall sollte so ein Excel-Sheet mit Microsoft Excel geöffnet werden, wenn man an der Funktionsfähigkeit seines Systemes hängt.)

Das ein an sich recht kurzer und leerer Text von gerade einmal 2000 Zeichen Länge durch die Verpackung in einem Excel-Sheet auf eine Dateigröße von 23 Kilobyte aufgebläht wurde, macht den massenhaften Empfang dieses E-Mülls kein bisschen erfreulicher. Auch wird die quicke Verfünffachung des Geldes, das man investieren soll, nicht dadurch glaubwürdiger, dass die übertragene Datenmenge verzwölffacht werden musste, um die gezielten Fehlinformationen zur Manipulation des Börsengeschehens an die Spamfilter vorbei zu bringen.

Es gilt das gleiche, was auch bei vorherigen Versuchen dieser Art galt: Die einzigen, die hier etwas verdienen können, sind die mafiös organisierten Spammer, die massenhaft Papiere dieses Pfennigwertes halten und auf den Kursanstieg warten, der dadurch entsteht, dass genügend Idioten wegen einer Spam Aktien kaufen. Wenn niemand auf diese Spam reagiert, bleiben diese asozialen Verbrecher auf ihren Transaktionskosten sitzen, und wenn ihnen das oft genug passiert, gibt es sogar eine Aussicht, dass diese ausgesprochen nervige Form der Spam einmal aufhört, weil sie sich nicht mehr lohnt.

RE: Arbeitsgesuch

Freitag, 20. Juli 2007

Die russische Phishing- und Geldwäsche-Mafia muss wirklich händeringend nach Deppen suchen, die sich um die gefährliche Arbeit bei der ganzen Wertschöpfung kümmern. Jetzt kriegt man schon eine „Antwort“ auf ein „Arbeitsgesuch“ von der Solar International Ltd. mit dem Betreff „Wir suchen Verstärkung für unser Team“, in der man aufgefordert wird, sich zu bewerben. Und das ganz, ohne da auch nur hingeschrieben zu haben. Na, dafür ist die Anrede aber auch erwartungsgemäß persönlich:

Sehr geehte Damen und Herren,

Klar, wenn man keinen Namen kennt, muss man eben unpersönlich und formell schreiben. Und natürlich ist der Absender der Mail wieder einmal gefälscht, worauf abschließend auch deutlich hingewiesen wird:

Diese Email wurde von einem unserer Email Roboter erstellt. Antworten Sie bitte nicht an folgende Email mit der Option „an Absender antworten“, senden Sie keine Emails an die Absenderadresse, da Ihre Email automatisch geloscht wird. Unsere Email ist weiter oben angegeben.

Klar doch, so etwas ist im geschäftlichen Verkehr völlig normal. Da gibt man eben keinen gültigen Absender an. Die gesamte Mail ist aber ansonsten recht hübsch formuliert und wenn es die russischen Spammer geschafft hätten, auch noch Umlaute zu verwenden, statt solche Fehler zu erzeugen…

  • Gro?handel
  • Qualitat
  • Verbesserungsproze?
  • Wertschatzung
  • verfugbaren
  • regelma?ig

…, denn könnte vielleicht sogar ein schlauerer Dummkopf darauf reinfallen. Der gesamte Text der Mail ist bereits bei wortfilter.de nachzulesen, weshalb ich hier auf die erosiv kommentierten Zitate einmal verzichte. Übrigens kommt die Mail als Multipart-Message in HTML und reinem Text an, und beim Text finden sich die Umlaute als HTML-Entitäten codiert, während sie im HTML-Teil verstümmelt wurden. Da hat wieder jemand das verwendete Spamskript nicht richtig verstanden. Gier macht eben blind und dumm.

Dabei wird hier – anders als in anderen plumpen Versuchen der Verbrecher – kein so genannter „Zahlungs-Manager“ gesucht, sondern diesmal ein so genannter „Mitarbeiter / -in in Teilzeit, Vertrieb Innendienst (First Level Support)“. Aber dennoch wirkt die Aufgabenbeschreibung für diesen Job sehr vertraut:

Ihre Aufgaben:
- Verwaltung und Weiterleitung der Kundengelder
- Weiterleitung von Privatkunden-Gelder an unsere Vertriebspartner
- Auftragsannahme

Klar, wer da mitarbeitet, soll auf seinem Konto Geld empfangen und es bar an seine Arbeitgeber aus der russischen Phishung- und Geldwäsche-Mafia weiterleiten. Und da bekommt man – wohlgemerkt: für einen Job, der mit einer asozialen und kriminellen Spam millionenfach angeboten wurde – denn ein Gehalt von bis zu 4000 Euro im Monat, ohne dass man irgendeine andere Qualifikation bräuchte als ein eigenes Bankkonto, einen Telefonanschluss, die Fähigkeit, eine Mail zu schreiben und den dümmlichen Willen, Geld abzuheben, um es bar an einen russischen Briefkasten weiterzuleiten, damit die großen Betrüger weiterhin anonym bleiben und der Strafverfolgung entgehen. Wer glaubt, dass es sich hier um eine legale Arbeit handeln könnte, dem ist nicht mehr zu helfen. Und wer glaubt, dass er sich hinterher vor Gericht, wenn er sich wegen seiner Beteiligung an einer Geldwäsche oder vielleicht sogar wegen einer Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verantworten muss, mit seinem gewiss vortrefflich formulierten „Arbeitsvertrag“ rausreden kann, der hat sich geschnitten. Es wird teuer, weil das Geld an die Opfer der diversen Betrugsmaschen zurückgezahlt werden muss, und es kann auch schnell im Knast enden.

Also: Gar nicht erst darüber nachdenken, sondern ab in den virtuellen Orkus mit diesem Schrott.

Danke, dass sie ihre Rechnung rechtzeitig erganzt haben

Donnerstag, 19. Juli 2007

Mit diesem Betreff kommt eine Spam mit dem gefälschten Absender info@t-mobile.de daher, die von sich behauptet, von „t-mobile“ zu stammen. Natürlich handelt es sich hier um einen weiteren Versuch, den Menschen Schadsoftware unterzujubeln. Ich traue den diversen Nachkommen der Deutschen Bundespost ja so manche Form des Schwachsinnes zu, aber die deutsche Sprache wird dort im allgemeinen mit korrekten Umlauten geschrieben. 😉

Aber komme ich mal zum Text der mutmaßlich millionenfach ins deutschsprachige Internet gepusteten Spam:

Die Gesellschaft „T-Mobile“ dankt ihren Kunden, dass sie ihre Abrechnung des Mobiltelefons immer rechtzeitig ergänzen und dafür rechnet sie ihnen die Punkte an.

Sehr erfreulich, dass sich „T-Mobile“ in Anführungszeichen schreibt. Das passt auch gut dazu, dass jede persönliche Ansprache des Kunden unterlassen wurde, dem für sein Erganzen „die Punkte“ angerechnet werden sollen. Klar, ich bin ja auch gar kein Kunde bei denen.

Jetzt fragt sich nur noch, was „die Punkte“ sein sollen. Auch darüber schweigt sich diese asoziale und kriminelle Spam nicht aus, damit auch der letzte Depp versteht, dass diese Punkte etwas wert sein sollen:

1 Punkt sind gleich 20 kostenlose SMS. Die Punktmenge auf Ihrer Rechnung können Sie hier [… URL mit Link auf eine andere URL von mir entfernt] anschauen.

Die angegebene URL gibt vor, auf die Domain t-mobile.de zu verweisen. Es handelt sich allerdings um eine HTML-Mail, und in Wirklichkeit wird hier auf eine kostenlose Homepage bei GeoCities verwiesen, was ja durchaus schon eine gewisse Tradition bei den Malware-Spams hat. Man möchte fast sagen, dass GeoCities inzwischen der beliebteste kostenlose Hoster bei Kriminellen geworden ist – und offenbar bekommt dort niemand derartige Probleme in den Griff.

Ich habe mir jetzt nicht angeschaut, was ich unter dem Link aus der Spam zu sehen bekäme, weil ich gerade kein besonders gesichertes System zur Verfügung habe. Völlig sicher ist aber, dass es nichts mit T-Mobile zu tun hat, da dieses Großunternehmen natürlich eine eigene Homepage hat und nicht auf die Dienste kostenlosen Hostings angewiesen ist. Allein diese Tatsache zusammen mit der ziemlich missglückten Maskierung des wirklichen Linkzieles in der Spam sollte sogar dem Blindesten deutlich machen, dass dort ein wenig erfreuliches Angebot auf die schnell klickenden Deppen wartet.

Zumal das Deutsch am Ende der Mail doch ein wenig hakelig wird:

Eine notwendige Bedingung des Erhaltens der Punkte ist die positive Abrechnung im Laufe von dem Quartal.

Klar, und eine notwendige Bedingung des Erfolges der Spam ist die positive Verwendung grammatisch korrekten Deutsches im Laufe von dem Text. :mrgreen:

Warnung: Man klickt niemals auf einen Link in einer Spam. Niemals. Wer es dennoch tun möchte, der sollte das mit einem besonders gesicherten System tun, und auch dann kann noch Unerfreuliches passieren. Ein blindes Vertrauen auf einen Virenchecker ist fehl am Platze. So groß kann die Freude an der gesättigten Neugier gar nicht sein, dass es sich lohnt, mit dem möglicherweise anschließenden Ärger zu leben. Wer nicht weiß, wie man ein System besonders gegen Angriffe sichert, sollte gar nicht erst über den Klick nachdenken. Und wer sich bei einer Mail von T-Mobile, einem Versandhaus oder einer Bank unsicher ist, ob sie vielleicht echt sein könnte, der sollte einfach den dortigen Kundendienst anrufen, bevor er etwas unsäglich dummes tut. Dort wird ihm auch gesagt werden, dass Kunden in der Regel mit ihrem Namen angesprochen werden und dass eine unpersönliche Anrede immer ein deutliches Zeichen für eine Fälschung ist.

Der Software-Enveloper

Donnerstag, 19. Juli 2007

So leicht wird das moderntümelnde und unfühlsame Englisch in den deutschen Wortschatz übernommen, dass sich niemand mehr Gedanken um die Bedeutung der übernommenen Wörter macht. Dabei spiegelt sich in diesem aufgeblähten Blah so viel vom Prozess, der gegenwärtig über den Gesellschaften abläuft.

So gibt es etwa ein gut verständlich und deutsches Wort zur Bezeichnung des Berufes eines Menschen, der Computer programmiert: Es handelt sich um einen „Programmierer“. Dieses Wort ist offenbar zu deutlich, es hat in seiner Verständlichkeit nichts Mystifizierendes und damit zu wenig Mana für den allgemeinen wirtschaftlichen Geldzauber, deshalb haben sich andere Bezeichnungen für diesen Beruf durchgesetzt. Man benennt Menschen, die Computerprogramme erstellen, in Deutschland mit dem undeutschen Wort software developer.

Nimmt man dieses Wort einmal wörtlich, so ist ein Programmierer also jemand, der weiches Zeug auswickelt. Und in der Tat, das passt. Das, womit sich ein Programmierer jeden Tag beschäftigen muss, erinnert durchaus an eine Substanz von eigentümlich weicher Konsistenz – und recht markantem Duft.

Aber noch eine Wahrheit ist in diesem Wort verborgen, so man es wörtlich nimmt, nämlich der Hinweis auf den anderen, den gegenteiligen Prozess. Wo es jemanden gibt, der weiches Zeug auswickelt, da muss es auch jemanden geben, der das weiche Zeug einwickelt, einen software enveloper. Und in der Tat, diesen Beruf gibt es, er wird nur nicht so genannt. Es handelt sich um den Werber, der die häufig ohne besondere Sorgfalt und unter Stress und Zeitdruck erstellte Scheiße in eine hübsche Verpackung steckt und mit tollen Worten anpreist, auf dass sie auch gekauft werde. Marketing ist eine Methode, minderwertige Dinge ansprechend zu verpacken und damit marktfähig zu machen.

Wer ist dein Nachbar?

Donnerstag, 19. Juli 2007

Man mag mich für altmodisch halten…

Wer ist dein Nachbar? Erfahre mehr über deine Nachbarn und nette Leute aus deiner Umgebung.

…aber wenn ich wirklich herauskriegen will, wer mein Nachbar denn nun ist, denn fahre ich eigentlich eher den Rechner herunter, gehe kurz rüber und lerne ihn kennen. Bei der Zielgruppe für dieses tolle Angebot im Internet scheinen die Werber solche elementaren sozialen Fähigkeiten nicht mehr anzunehmen… :mrgreen:

HK LTD Business and travel trips

Mittwoch, 18. Juli 2007

Und wieder suchen ein paar mafiöse Phishing-Geldwäscher ein paar Deppen in Deutschland, die ihnen die Kohle aus dem Feuer holen. Wer sich dabei die Finger verbrennt, ist klar. Die Darreichungsform der Spam ist wie üblich, es gibt eine gefälschte Absenderadresse.

Betreff: Arbeitsangebot

Vakante Position: Regional Manager/in für Zahlungsbearbeitung

Gesucht: Flexible, ehrliche Mitarbeiter

Klar, ehrliche Mitarbeiter findet man auch gerade mit einer Spam. Wir haben schließlich in Deutschland so wenig Arbeitslose, dass irgendwelche „Manager“ nur noch auf diese Weise gefunden werden können. :mrgreen:

HK LTD ® – Business and travel trips

Luft-, Auto-, Veranstaltungen-, Hotelreservierung, Visum-Eröffnung für Geschäftsleute und Reisende aus der ganzen Welt.

Das ist ja ein Geschäftsfeld. Wie soll ich das jetzt verstehen? „Luftreservierungen“? Wahrscheinlich wollen diese Spamärsche wohl Flüge reservieren. Ist schon scheiße, wenn man so wenig Deutsch kann, dass einem beim Verfassen der Texte aus irgendwelchen Bausteinen solche Stilblüten nicht auffallen.

Sie haben schon immer geträumt eine interessante und gut bezahlte Tätigkeit auszuüben, die dazu auch noch mit guten Aufstiegschancen verbunden ist!

Und wenn sie glauben, dass sie eine interessante, gut bezahlte und legale Tätigkeit durch ihr Eingehen auf eine kriminelle und asoziale Spam kriegen, dann träumen sie weiter. Denn…

HK LTD ® bietet Ihnen eine solche Möglichkeit!

…genau das ist die Lüge, die Ihnen hier von der Geldwäsche-Mafia erzählt wird. Damit sich Ihre Träume in deren einträgliches Verbrechen verwandeln. Hinterher können sie ein bisschen vor Gericht und vielleicht sogar im Knast weiterträumen.

Die Firma HK LTD®, die schon seit mehreren Jahren mit zuverlässigem Service in Amerika, Canada, Osteuropa und Asien erfolgreiche Dienste leistet, gewinnt in der Europäischen Union einen immer größeren Zuwachs an Klienten. Zurzeit bekommen wir viele Aufträge aus Deutschland. Da wir noch keinen festen Sitz und keine Mitarbeiter in Deutschland haben, wird eine limitierte Anzahl Angestellte unter Vertrag genommen, oder auch als freie Mitarbeiter eingesetzt.

Zunächst einmal: „Clients“ sind zu Deutsch „Kunden“… 😉 Aber da die meisten Deutschen ihre eigene Sprache verlernen, wird das recht unpassende Wort „Klienten“ kaum jemandem auffallen.

Ob millionenfache Spam wohl zu einer „limitierten Anzahl Angestellte“ führt? Wenn diese Anzahl „limitiert“ bleibt, liegt das nur daran, dass die meisten Menschen nicht so blöd sind, auf diesen Schwindel hereinzufallen.

Als Personalleiter unserer Gesellschaft bin ich seit Jahren für die Rekrutierung zuständig und freue mich, Ihnen die vakante Position eines regionalen Managers für Zahlungsbearbeitung anzubieten. Da wir weltweit vertreten sind, kommen die Kunden aus vielen unterschiedlichen Ländern. Verwaltung der Geldtransfers, die von unseren deutschen Kunden beauftragt wurden, ist einer der Schwerpunkte, welche die zu jetzigen Zeitpunkt angebotene Tätigkeit ausmachen.:

Klar, Herr Personalleiter, ein ganz persönliches Angebot für mich. Wir kennen uns ja auch so gut, dass sie mich (wie jeder Spammer) nicht einmal mit Namen ansprechen können.

Zu den Aufgaben würden u.a folgende Tätigkeiten gehören

  • Verwaltung und Weiterleitung der Kundengelder
  • Hohe Erreichbarkeit und Verantwortungsbewusstsein

Oh, auf einmal wisst ihr ja doch noch, dass die „clients“ zu Deutsch „Kunden“ sind. Oder hat jemand bei euch so viel Sprachgefühl, dass ihm das Wortungetüm „Klientengelder“ aufgestoßen ist?

In jedem Fall sind die „Gelder“, die ihr dort bewegen wollt, doch ein bisschen heiß. Sie sind so heiß, dass ihr lieber keine Banken mit dem Geldtransfer beauftragt, weil eurer Verbrechen so offensichtlich ist, dass keine Bank da mitspielt. Und deshalb sucht ihr eben über Spam ein paar dumme, gescheiterte Existenzen, die nicht über so viel Resthirn verfügen. Die nehmen denn eure Betrugsfrucht unter ihrem Namen entgegen und senden es möglichst bar an euch weiter.

Dass ihr bei dieser Form des recruitings wohl manches Mal selbst abgezogen werdet, nehmt ihr offenbar in Kauf. Schließlich kommt ihr überhaupt an ein bisschen Geld aus euren riesigen, technisch durchgeführten Betrugsnummern durch Phishing.

Ihre Vorteile:

  • Sie werden zunächst unser Vertreter und Mittelsmann zwischen uns und unseren Kunden in Ihrem Land.
  • Sie zahlen keine Gebühren und müssen nichts investieren (vergessen Sie betrügerische Stellenangebote, bei denen Sie erst zur Kasse gebeten werden).
  • Sie haben eine flexible, interessante Arbeit, mit unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkten und hohen Beförderungsmöglichkeiten
  • Sie verdienen zuerst zwischen 500 und 1000 Euro pro Woche
  • Sie können selbst Ihren Verdienst bestimmen. – da Sie auf einen Prozentsatz arbeiten – hängt Ihr Verdienst nur von Ihrer Arbeitsbereitschaft ab

Und das sind also meine so genannten „Vorteile“ dabei:

  • Ich kriege die Strafanzeige, ihr den größten Teil des Geldes.
  • Dabei entstehen mir neben die üblichen Gerichtskosten und den Kostennoten meines Anwaltes keine weiteren Gebühren, die ich an euch zahlen muss.
  • Eventuell werde ich sogar im blau-weißen Wagen mit multimedialem Blinklicht auf dem Dach befördert.
  • Dafür kriege ich bis zu 4000 Euro im Monat, wenn ich dafür sorge, dass bei euch mindestens die fünffache Menge dieses erschwindelten Betrages ankommt.
  • Ich kann selbst meinen Verdienst bestimmen, er hängt nur davon ab, wie lange ich nicht bemerke oder es mir scheißegal ist, an was für einer Art des Geschäftes ich beteiligt bin.

Sie können Ihren Arbeitstag moglichst flexibel gestalten, um Ihrem Haupterwerb problemlos nachzugehen. Wichtig ist aber, dass unsere Kommunikation funktioniert und Sie für uns immer erreichbar sind.

Klar, ich brauche ja nur Geld von meinem Konto anzuheben, wenn ihr meine Dienste braucht, um dieses Geld als anonymisiertes Bargeld an einen eurer Briefkästen weiterzuleiten. Dafür brauche ich nicht einmal irgendwelche Vorleistungen zu geben…

Es entstehen für Sie keine Ausgaben, d.h. Sie brauchen kein Startkapital, Investitionen oder eigene Auslagen.

…noch bedarf ich irgendwelcher Fähigkeiten, die nicht jeder 14jährige hätte, der am Internet teilnimmt und ein leidlich diszipliniertes Leben führt. Wie nennt ihr diesen „Beruf“ noch einmal? „Manager“ für Zahlungsbearbeitung? Na ja, ich halte Leute im Management auch nicht für übermäßig talentiert, kompetent und intelligent, aber so direkt hätte ich denen das nicht gesagt:

An die Bewerber werden folgende Anforderungen gestellt:

  • Internet, E-Mail, Grundkenntnisse der Hauptzahlungssysteme.
  • Es wäre wünschenswert, wenn Sie ein eigenes Konto in einem deutschen Geldinstitut mit Online Banking hätten.
  • Für diese Beschäftigung brauchen Sie von 2 bis 8 Stunden freie Zeit in der Woche.
  • Genauigkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und natürlich eine gesunde Arbeitseinstellung

Immerhin, so kann sich jeder vom Hartz-IV-Elend in der BRD Betroffene angesprochen fühlen. Was für eine geile Karriere: Arbeitslos, „Manager“, Freiheitsstrafe. Ja, ihr leichtgläubigen Leute, Geldwäsche ist strafbar. Und glaubt mal ja nicht, dass „kleine Fische“ mit so viel „Gnade“ vor Gericht rechnen können wie die ganz großen Verbrecher aus P‘litik und Wirtschaft!

Falls Sie für unser Angebot Interesse haben und bereit sind, eine gut bezahlte, aber auch verantwortungsvolle Arbeit auszuführen, so schreiben Sie uns bitte an:

hktltd@rambler.ru

Wie immer denke ich, dass sich diese verantwortungslosen Verbrecher, die naive Menschen einer Vorstrafe zuführen wollen, auch über ein bisschen Post freuen. Je mehr sich diese Verbrecher mit Fake-Bewerbungen und interessiert klingenden Rückfragen beschäftigen müssen, desto weniger kommen sie zu ihrem eigentlichen Verbrechen. Für die Dummen und Naiven im Internet kann das ein wirklicher Segen sein.

Wie immer mit Warnung: Es handelt sich hier um organisierte Kriminalität, mutmaßlich um die russische Mafia, und da wird auch nicht lange gefackelt, wenn es um die Behandlung von Störern und Hindernissen aller Art geht. Der allzu plumpe Versuch, diese Leute zu „verarschen“ oder gar zu „bescheißen“, ist LEBENSGEFÄHRLICH. Auf keinen Fall einen richtigen Namen angeben! Auf keinen Fall die richtige Mailadresse verwenden, sondern eine Wegwerfadresse bei einem kostenlosen Mailprovider einrichten! Niemals auf ein persönliches Treffen einlassen! Keine Telefonnummer oder Faxnummer angeben! Kein echtes Foto für eine eventuelle „Bewerbung“ verwenden!

Eine kurzgefasste Bewerbung mit Foto ist besonders willkommen.

Nach der Bearbeitung Ihrer Bewerbung, wird Ihnen im Falle einer Zusage Ihre Tätigkeit genauestens erläutert, Sie werden mit unserer Gesellschaft bekannt gemacht und es folgt in kürze der Arbeitsvertrag

Denn kann man sich auch schon einmal darüber „freuen“, was in der „genauesten Erläuterung“ der Tätigkeit so geschrieben wird.

Wir hoffen auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit

Mit freundlichen Grüssen

HK LTD ® 2007

Wir freuen uns auf Sie!

Dort freut man sich jedenfalls schon darauf, dass ein paar hundert Deppen ordentlich Geld waschen und das volle Risiko tragen.

Solche Deppen finden so etwas in einem „Stellenangebot“ denn auch ganz normal…

Diese Email wurde von einem unserer Email Roboter erstellt. Antworten Sie bitte nicht an folgende Email mit der Option ‚‘an Absender antworten'‘, senden Sie keine Emails an die Absenderadresse, da Ihre Email automatisch gelöscht wird.

…und halten es wahrscheinlich für völlig üblich, dass man im geschäftlichen Verkehr mit gefälschten Absenderadressen arbeitet.

Arschleck-Geschichte

Mittwoch, 18. Juli 2007

ass licking story

Hallo? Eine „Arschleck-Geschichte“? Was glaubst Du wohl, wo Du mich mal lecken darfst; Du Spammer, Du! 👿

Natürlich verfing sich auch dieser automatisch verfasste „Kommentar“ im Spamfilter. Interessant ist hier übrigens – eine ganz neue Masche der Spammer – die angegebene URL. Die mit Kommentar- und Gästebuchspam beworbenen Pornoseiten werden jetzt nicht mehr direkt verlinkt, sondern mit Hilfe des Übersetzungsdienstes von Google „umgeleitet“. Das Ziel dieser Maßnahme ist nicht etwa das „Übersetzen“, sondern das Verbergen der eigentlichen Website vor dem Spamfilter. Dabei geht der Spammer davon aus, dass es sich kaum jemand leisten kann, die Domain google.com zu sperren. Im Moment „lernen“ die Filter dieses Muster noch ein wenig, so dass leider immer wieder eine derartige Spam durchkommt. Wer auf so ein „Angebot“ klickt, ist selbst schuld…

Was Google wohl davon hält, dass seine Dienste auf diese Weise zigmillionenfach missbraucht werden? Dass durch kriminelle Spam Traffic und Serverlast entsteht, für die Google zahlen muss? Ich kann da nur mutmaßen…

Zum Glück sind die Texte der Spams derart dümmlich eindeutig, dass die Filter noch ganz gut funktionieren. Die aktuelle Erfolgsquote dieser Spams in meinen Blogs liegt bei etwa zwei Prozent. 😀