Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Base64“

High-Quality Printing Services from H&C Printing

Freitag, 4. September 2026

Von: admin@hongchengco.com

Kenne ich nicht.

In den letzten anderthalb Jahrzehnten hatten wir auch keinerlei Mailkontakt. Und eine admin-Mailadresse ist sowieso verdächtig.

Dear ,

Kennt mich aber auch nicht. 😆️

Die Spam wurde über eine IP-Adresse aus der Volksrepublik China versendet, die Abuse-Meldung ist schon draußen.

Have a nice day!

Jemanden in einer Spam einen schönen Tag zu wünschen, ist, als ob man ihm ins Essen kackte und dazu einen guten Appetit wünschte. Es ist Pseudohöflichkeit dicht am Rand der offenen Gewalt, voller Verachtung der Intelligenz und Persönlichkeit des Empfängers. Und eine klare Lüge ist es sowieso. 🤢️

H&C Printing Center here. Exporting paper and plastic products including book, magazine, catalog, booklet, folder, brochure, sticker, bag and others with good quality and competitive price all over the world.

Spamcenter hier. Betrügt mit allen möglichen Kram, der als billig und gut in Spam angeboten wird. Bitte Vorkasse bezahlen! Wenn überhaupt etwas geliefert wird, ist die Qualität unterirdisch. Deshalb läuft das Geschäft ja auch nur über Spam, Spam und Spam bei diesen chinesischen Spamdruckereien.

So einen Sondermüll habe ich jahrelang nicht mehr im Pesteingang gesehen und die ganze Zeit überhaupt nicht vermisst. Das einzig Erfreuliche ist, dass diese Spam klar als Spam erkannt und aussortiert wird.

Mail me, let’s talk details. Thank you!

Danke für den pseudohöflichen Dank für nichts. Mir darfst du auch mal den Buckel runterrutschen!

Best wishes
Joy
Admin@hcprintery.com

Bitte nicht an die Absenderadresse der Mail antworten! Sonst kommt die Antwort möglicherweise nicht bei den Spambetrügern an. Wofür eine Antwortadresse im Mailheader steht, kommt bei den Spammern erst nächste Woche in ihrem Kurs „E-Mail für hirnloses Gekrepel, das besser zur Totgeburt geworden wäre“ dran.

Ich wünsche ein paar Jahre in einem chinesischen Knast. Oder in einem dieser großen Lager.

Aber immerhin: Diese Spam wurde vermutlich nicht von einem angelernten neuronalen Netzwerk verfasst, sondern von einem Idioten mit seiner natürlichen Dummheit. Sie ist ja noch lausiger und dümmer formuliert als der Gnobbelmatsch im Pestfach. Und auch technisch ist sie gar sonderbar. Sie enthält (das ist leider nicht ungewöhnlich) den gleichen Text als Klartext und zusätzlich mit (völlig unnützen) HTML-Formatierungen. Der Text der HTML-Version ist für jeden Grundschulabsolventen im Klartext zwischen dem Markup lesbar. Der Klartext sieht hingegen so aus:

Content-Type: text/plain; charset="UTF-8"
Content-Transfer-Encoding: Base64
Content-Disposition: inline

RGVhciAsDQpIYXZlIGEgbmljZSBkYXkhDQpIJkMgUHJpbnRpbmcgQ2VudGVyIGhlcmUuIEV4cG9y
dGluZyBwYXBlciBhbmQgcGxhc3RpYyBwcm9kdWN0cyBpbmNsdWRpbmcgYm9vaywgbWFnYXppbmUs
IGNhdGFsb2csIGJvb2tsZXQsIGZvbGRlciwgYnJvY2h1cmUsIHN0aWNrZXIsIGJhZyBhbmQgb3Ro
ZXJzIHdpdGggZ29vZCBxdWFsaXR5IGFuZCBjb21wZXRpdGl2ZSBwcmljZSBhbGwgb3ZlciB0aGUg
d29ybGQuIA0KTWFpbCBtZSwgbGV0J3MgdGFsayBkZXRhaWxzLiBUaGFuayB5b3UhDQpCZXN0IHdp
c2hlcyANCkpveSANCkFkbWluQGhjcHJpbnRlcnkuY29tDQo=

Er wurde ohne Grund — es kommen ja nicht einmal Sonderzeichen darin vor — Base64-codiert. Allgemein üblich ist bei Text in E-Mail eine Codierung als Quoted Printable, die man auch als technischer Laie noch flüssig im Quelltext entziffern kann.

Weshalb stattdessen die „unleserliche“ Codierung¹ in Base64?

Vermutlich glauben Spammer (oder es wird ihnen glauben gemacht), mit diesem „Trick“ Spamfilter überlisten zu können, indem sie den Text „unsichtbar“ machen. Ich habe so etwas in letzter Zeit gehäuft gesehen, und zwar Im ausgefilterten Pesteingang mit den automatisch erkannten Spams. Manchmal war sogar die Base64-Codierung leicht fehlerhaft. Es funktioniert natürlich nicht. Base64 ist so eine Standardcodierung, dass jede Software für Mail damit klarkommt. Auch jeder Spamfilter. Und wenn man den Text nochmal in HTML-Klartext darunterschreibt, kann es auch gar nicht funktionieren, denn der Text bleibt ja lesbar. Jeder aufgeweckte Zehnjährige würde das verstehen. Spammer sind allerdings nicht so aufgeweckt.

Entf! 🗑️

¹Nein, die Codierung ist nicht wirklich unlesbar. Auf meinem bevorzugten Betrübssystem kann ich den codierten Text markieren und kopieren, um ihn an der Kommandzeile mit xsel -bo | base64 -d lesbar zu machen. Es ist nur nicht unmittelbar lesbar.

Paketbenachrichtigung für Sie

Dienstag, 11. August 2026

Oh, die Paketspam kam jetzt aber lange nicht mehr bei mir an.

Von: Paketversand <fap840@imi2001.co.jp>

Aber ich lebe doch gar nicht in Japan. 😁️

Die Spam wurde übrigens auch über die IP-Adresse eines japanischen Dienstleisters versendet und hat auf ihrer ganzen Reise durch das Internet einen Server von Hermes nicht einmal aus der Ferne gesehen. Der gesamte Quelltext der HTML-formatierten Spam ist ohne technischen Grund Base64-codiert, die Spammer versprechen sich davon offensichtlich, dass sie mit diesem Trick Analysen erschweren können. Nachdem ich mir das mit etwas einfachem Gefummel an der Kommandozeile lesbar gemacht habe, konnte ich den HTML-Quelltext mit seinen sechsfach ineinander verschachtelten Tabellen lesen. Auch das ist ein Maß an Komplexität, das durch CSS eigentlich nicht nötig ist — aber vermutlich versprechen sich die Spammer auch davon irgendeinen Vorteil. Ärgerlicherweise ist die Spam dermaßen gut, dass sie durch nicht ganz so scharf eingestellte Spamfilter hindurchflutschen könnte. Bei mir wurde sie allerdings aussortiert. Ich habe sehr scharfe Einstellungen.

Ich werde dieses übertriebene Layout nur oberflächlich nachempfinden.

Hermes-Logo

Das Logo wird aus dem Web nachgeladen. Wer sicher konfigurierte Mailsoftware verwendet, sieht stattdessen den Alternativtext „Logo“. Und natürlich wird es nicht von der Hermes-Website nachgeladen, sondern von einem Server des Dienstleisters Stripo. Wenn dort auch das HTML-Layout dieser Spam entstanden sein sollte, kann ich von der Dienstleistung nur abraten. Außer natürlich, wenn es einem egal ist, was für einen Eindruck man bei Mailempfängern erweckt. Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Generell rate ich von HTML-formatierter E-Mail ab. Sie ist immer unnötig. Es ist immer möglich, ein aufwändig formatiertes Dokument an die E-Mail anzuhängen, wenn man so etwas für nötig hält.

Betreff: Sendungsbenachrichtigung

Aber der Betreff steht doch schon im Betreff der Mail… ach so, dieser unnötige Bullshit soll davon ablenken, dass es nicht einmal eine persönliche Anrede gibt. 😅️

Ihr Paket ist in unserer örtlichen Postfiliale eingetroffen. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der Absender eine falsche Adresse eingegeben hat. Bitte nutzen Sie den untenstehenden Link, um die Adresse zu korrigieren und die Gebühren (1,65 €) für einen erneuten Zustellversuch zu bezahlen. Anschließend wird es Ihnen zugestellt.

Korrigieren Sie Ihre Adresse.

So so, Hermes unterhält also Postfilialen. 📯️😂️

Und ist es nicht nett von diesem „Absender“, dass er zwar die Lieferanschrift nicht so genau zu kennen schien, aber dafür eine Mailadresse auf den Zettel geschrieben hat? Das kennen wir ja alle, dass wir die Mailadresse des Empfängers auf einen Paketschein schreiben.

Natürlich führt der Link auch nicht zu Hermes, sondern in die „Cloud“ von Amazon. Dort gibt es eine Weiterleitung auf einen von Trickbetrügern kontrollierten Webserver. Alles, was man dort eingibt, geht an Kriminelle. Wenn man eine Kreditkarte zum Bezahlen der „Gebühren“ verwendet, wird diese Kreditkarte von Trickbetrügern für Betrugsgeschäfte verwendet werden und man hat damit jahrelangen und höchst ergiebigen Ärger. Aber auch andere Angaben werden für Betrugsgeschäfte missbraucht. Und das ist nicht alles: Schon beim Klick teilt man den Betrügern mit, das ihre Spam angekommen ist, gelesen wurde und sogar beklickt wurde. Das hat Folgen. Bis zu dreißig am Tag, eine dümmer als die andere.

Deshalb klickt man ja auch nicht in eine E-Mail.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an mich wenden. Wir danken Ihnen, dass Sie sich für Myhermes entschieden haben.

Wer bist du überhaupt? Ach, mich kennst du ja auch nicht. 😁️

© 2026 Hermes Germany GmbH

Ganz sicher nicht.

Entf! 🗑️