Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Sonstiges“

Die Sinnlosigkeit der „Captchas“

Dienstag, 11. März 2008

Dass so genannte „Captchas“, das sind kleine Grafiken mit einem vorsätzlich schwer lesbaren Text, die zum Zugriff auf Funktionen vom menschlichen Anwender abgeschrieben werden müssen, die Benutzbarkeit eines Webdienstes für Menschen deutlich verschlechtern, das weiß jeder, der schon einmal erlebt hat, dass so ein „Captcha“ dermaßen schwer zu lesen ist, dass man schließlich aufgibt. So etwas passiert mir zum Beispiel immer wieder bei den Kommentarfunktionen einiger Blogs, wo ich nach dem dritten Versuch klein beigebe.

Darüber hinaus verhindert man durch den Einsatz von „Captchas“ als Maßnahme gegen Spam, dass behinderte und blinde Menschen eine Website benutzen können. Das mag manchem Menschen gleichgültig sein, ich habe immer Wert auf barrierefreie Projekte gelegt. Wer einen Browser benutzt, der keine Grafiken darstellt oder eine reine Textversion der Website zur Verfügung stellt (und zum Beispiel vorliest), der kann nicht wissen, welcher Text in solchen vorsätzlich unleserlichen Grafiken steht. Die Bitte, diesen dann Text einzugeben, ist ein Ausschluss jener Menschen, die wegen körperlicher Einschränkungen nur den reinen Text der Website zur Verfügung haben. Mit einem etwas gröberen Wort könnte man auch von Diskriminierung sprechen, da eine solche Maßnahme einem Schild „Nicht für Blinde und schwer Behinderte“ gleichkommt. Was auf einer Parkbank als Ausfluss des faschistoiden Unmenschentums betrachtet würde, das ist im spamverseuchten Internet immer mehr zu einer Normalität geworden. Der hilflose Kampf gegen die tägliche Flut der Spam führt hier zu Zuständen, deren Unmenschlichkeit an bittere Zustände gemahnt. Wo die geballte Hirnlosigkeit täglicher Attacken auf Netzprojekte trifft, da werden die betroffenen Menschen leider leicht etwas gedankenlos.

Aber das ist noch nicht alles, was zu diesem Thema zu sagen wäre.

Denn die Captchas sind auch sinnlos als Kampfmittel gegen die Umwandlung des Internet zu einer Litfaßsäule für asoziale und kriminelle Angebote von Spammern. Natürlich ist es mit einem gewissen Aufwand möglich, die vorsätzlich schwer lesbaren Texte mit Hilfe eines Programmes zu entziffern und dabei eine so gute Quote zu erzielen, dass ein nennenswerter Anteil der Spam durchkommt.

Im Moment ist Googles Maildienst davon betroffen, dass Spammer die Captchas automatisch auswerten und offenbar genug Erfolg haben, dass sich dieser Aufwand lohnt, wie heise online heute meldet:

[…] Nach Angaben des Maildienstleisters MessageLabs liegt die Erkennungsrate der Captchas (Completely Automated Public Turing Test to Tell Computers and Humans Apart) durch die Spammer-Tools zwischen 20 und 30 Prozent. Damit lassen sich ausreichend viele Konten für den Versand von Spam-Mails anlegen.

Wer jetzt meint, dass sein Blog oder sein Forum keine so lohnende Angriffsfläche bildet, weil einfach nicht so eine große Wirkung wie mit dem Missbrauch eines Google-Dienstes zu erzielen sei; wer deshalb meint, dass diese „Captchas“ auch in Zukunft eine sinnvolle Maßnahe sein könnten, obwohl die Benutzung der Website für Menschen erschwert oder zum Teil auch unmöglich gemacht wird; der denke bitte noch einmal in Ruhe nach. Die meisten „Captchas“ in Blogs und Foren werden mithilfe spezieller Plugins eingebunden, die eine zum Teil recht breite Nutzergemeinschaft haben, so dass die Analyse des Verfahrens und der Angriff den Spammern durchaus lohnend erscheinen können. Die bloße Möglichkeit, dass man mit einer etwas aufwändigeren Programmierung eine sehr große Anzahl von bisher zu gut geschützten Websites für den Missbrauch als Spamfläche öffnen kann, wird genügeng kriminelle Energie entfachen, dass ein solcher Angriff auf gängige „Captchas“ irgendwann durchgeführt wird.

Und dann ist im Ergebnis die Benutzung der Site für Menschen erschwert, für Blinde und Behinderte sogar unmöglich gemacht; aber der Spammer kann dennoch beliebigen Missbrauch treiben.

Es wird also langsam Zeit, mit dieser Art des Spamschutzes aufzuhören, da er das Internet unzugänglicher macht und da überdem absehbar ist, dass er schon in Kürze (so in den nächsten 12 Monaten) gar kein Schutz mehr sein wird. Es gibt bessere Verfahren, die überdem den Vorteil haben, dass sie sich einem Nutzer nicht in den Weg stellen – ein gutes Beispiel sind die kleinen, textuellen Rechenaufgaben und Quizspiele, die gut konfigurierbar sind und für Menschen keine besondere Hürde darstellen. (Wer keine Blinden ausschließen möchte, sollte aber nicht gerade nach der Farbe des Himmels fragen, wie ich es vor einigen Wochen auf der Website eines Projektes für Blinde und schwer Sehbehinderte beim Kommentieren lesen musste.) Denn ein Mensch hat im Allgemeinen gewisse Informationen über die Beschaffenheit der Welt, die sich in einem Computerprogramm trotz des Versprechens „künstlicher Intelligenz“ immer noch nicht adäquat abbilden lässt.

Kurz: Hört damit auf, diese idiotischen und zunehmend wirkungsloseren „Captchas“ zu verwenden!

Achtzig Prozent Spam-Blogs…

Dienstag, 4. März 2008

meint Matt in der Bloggosphäre auszumachen (die schnelle Übel-Setzung ist von mir):

[…] Als prozentualen Anteil der gesamten Bloggosphäre – diese wird von Technorati in der ungefähren Region von 100 Millionen Blogs angegeben – bei dem es sich um Splogs [Spam-Blogs, meine Anmerkung] handelt, würde ich sagen, dass diese Zahl weit höher [als ein Drittel, meine Anmerkung] liegt. Vermutlich liegt sie um die achtzig Prozent. Das ist nicht ganz so schlimm, wie es sich anhört. Ich glaube, dass Spammer sehr effektiv darin sind, hundertausende oder gar Millionen von Blogs zu erzeugen, die einfach nur ungenutzt herumliegen, und ich fühle, dass Technorati in seinen Zahlen keinen angemessenen Weg findet, diese aus der Analyse verschwinden zu lassen. […]

Willkommen im Internet der Spammer! Millionen von Blogs, die einfach nur angelegt wurden, um andere Blogs mit Pingbacks und Trackbacks zu Litfaßsäulen für windige und kriminelle Angebote zu machen, und die dann, nachdem die gängigen Spamfilter erst einmal gegriffen haben, als Müllhalden ungenutzt herumliegen. Was für ein tolles „soziales“ Netzwerk. Und. Was für eine Offenbarung des Charakters der durchschnittlichen Spamsau!

Engagement Mapping

Sonntag, 2. März 2008

Jetzt einmal keine Spam, sondern ein trüber Einblick in die legale Werbung. Microsoft versucht, Daten zu sammeln, um mit verbesserter Methode noch mehr Menschen so zu manipulieren, dass sie auf Werbung klicken. Alle folgenden Zitate sind der Meldung von heise online entnommen, alle Anmerkungen sind von mir.

Engagement Mapping heißt ein Ansatz, mit dem Microsofts Entwickler bessere Auskünfte über den Erfolg von Online-Werbebannern ermöglichen wollen.

Die Marketing-Heinis von Microsoft denken sich mal wieder so richtig irreführende Sprache aus, um damit das Sammeln von Daten und die auf solcher Sammlung basierende, möglichst wirksame Manipulation möglichst vieler Menschen zu verbessern. Datensammeln klingt gar nicht gut, da spricht man lieber von einer „Abbildung des Engagements“.

Im Hintergrund steht der Gedanke, dass die Kaufentscheidung eines Verbrauchers nicht nur dem letzten Klick auf die Reklame für das angepriesene Objekt zuzurechnen ist, sondern vielmehr der gesamten Dosis, in welcher die betreffende Werbung den Konsumenten erreicht hat.

Offenbar stellt man auch bei Microsoft fest, dass immer weniger Menschen so verblendet von den überall eingestreuten, blinkenden Glücksideen der Werber sind, dass sie auch darauf wie die Deppen darauf rumklicken. Das gesamte Geschäft der Online-Werbung ist langsam, aber sicher rückläufig, und wenn man sich die entsetzliche Penetranz mancher Reklameidee anschaut, kann man eigentlich nur noch froh darüber sein. Zum Glück ermöglicht ein moderner Browser – also einer, der nicht bei Microsoft programmiert wurde – seinem Anwender, diese ganze, meist unerwünschte Vergällung der Inhalte des Internet wirksam auszufiltern.

Das ist natürlich hoch problematisch für Unternehmen, die mit Online-Werbung Geld verdienen wollen. Deshalb pusten die geschickten Verkäufer von Mircosoft über ihre Presseleute diesen Blah heraus, um die Werbekunden schon einmal darauf vorzubereiten, in Zukunft auch für solche Werbung blechen zu müssen, die nicht zu einem Klick durch den Rezipienten führte. Natürlich wird den Werbekunden auch dafür etwas geboten. Das ist zwar kein Verkauf, aber immerhin ein bisschen Statistik.

„Die letzte angeklickte Anzeige ist ein überholter und verbrauchter Maßstab“, erklärt Brian McAndrews, Chef von Microsofts Sparte für Anzeigen- und Verlagssoftware. Bedeutungsvoller ist demnach die komplette Historie der Wahrnehmung von Werbebotschaften, und genau die gilt es mit Engagement Mapping aufzuzeichnen, um den Return on Investment für Werbeausgaben zu ermitteln.

Technisch gelöst werden soll diese Kleinigkeit durch ein genaues Datensammeln, wer wann welche Website mit welcher Werbung vor Augen hatte. Den Rest erledigt man dann mit so genannten „Data Mining“, einem parastatistischen Verfahren, auch noch aus den sinnlosesten Datensammlungen so etwas Ähnliches wie einen Sinn herauszulesen. Und gemäß dieser Kunstfertigkeit des Kaffeesatzlesens in Datenspuren wird man wohl in Zukuft die Rechnungen für Werbekunden schreiben – nachdem man ihnen vorher (natürlich gut werbend und mit aller Technik der Verblendung) erzählt hat, dass auch die wirkungsloseste Kampagne noch eine Wirkung gehabt habe. Das ganze mit dem üblichen Bullshit aus Psychologie und Geschäftsleben angereichert, und schon gibt es genug Affen, die daran glauben werden. Und das ist schließlich das Wichtigste. Wenn. Man etwas verkaufen will. Egal. Ob es sich um altmodische Amulette oder den moderneren marktwirtschaftlichen Aberglauben handelt.

Zur technischen Umsetzung siehe den Artikel auf heise online.

Eine ganz tolle Idee!

Und vor allem ist es gar nicht absurd, dass Werbetreiber darauf hereinfallen. Und dafür zahlen, dass sie nummerische Informationen über die Wirkung ihrer durch aufdringliche, repetitive Zwangshypnose erzeugten Gehirnveränderungen erhalten. Da wächst zusammen, was zusammen gehört: Die Borg (Microsoft) und die Ferengi (Kaufleute) – vor allem wächst beider Seiten Dummheit zusammen.

Wer Galle in meinen Anmerkungen findet, betrachte sie einfach als Gewürz! Ein Werber würde sie auch als solches anbieten – „Gallwürz, denn bitter macht lecker“

Und plötzlich ist ein Popup da…

Mittwoch, 20. Februar 2008

VORAB – Nur, um das völlig klar zu stellen, weil einige Menschen doch Probleme mit dem Lesen haben: Es geht hier nicht um Spam, sondern um eine legale Form der Werbung als Geschäftsmodell, dennoch dürften viele vom Auftreten dieser Werbung überrascht werden. Weil sie in höchst lästiger Weise auf der eigenen Website auftritt.

Reklame auf der eigenen Website durch einen Motigo-Counter: Herzlichen Glückwunsch, sie haben gewonnen…Ich wäre vielleicht niemals auf das Abgebot einer kostenlosen Statistik für Websites durch motigo webstats aufmerksam geworden, wenn ich nicht regelmäßig ein Blog lesen würde, das von der hier beschriebenen Form der Werbung betroffen war. Wie aus heiterem Himmel ging plötzlich ein Popup-Fenster mit so einer unsäglichen Reklame der Machart „Herzlichen Glückwunsch, sie haben gewonnen“ auf (Screenshot siehe auf der rechten Seite, zum Vergrößern anklicken), wenn man an irgendeine Stelle in das Blog klickte. Und. Damit man diese Reklame auch wirklich sicher zu Augen kriegte, wurde das Popup auch noch einmal beim Schließen des Browserfensters eingeblendet. Eine Werbung, die sich vor die gesamte Funktionalität eines Blogs stellt, die sich dazwischendrängelt, gleich ob man einen Link anklicken oder einen Kommentar verfassen möchte, eine solche Form der Werbung ist doch ziemlich aufdringlich und nervend. Ja, ich würde sogar sagen, dass eine solche Form der Werbung dazu führen kann, dass man einige Leser seines Blogs nachhaltig verscheucht.

Deshalb wunderte ich mich schon ein bisschen. Die Verwunderung wurde aber noch größer, als ich im Blog mitbekam, dass die Betreiberin dieses Blogs gar nichts davon wusste, dass sie irgendwo eine Popup-Werbung geschaltet hat. Sie war selbst ehrlich überrascht. (Und sie hat das Problem inzwischen behoben.)

Das Rätsel um den Ursprung dieser Blogvergällung klärte sich schnell auf. Es handelt sich um einen kostenlosen Zähler von motigo. Dieses Angebot ist ganz einfach zu verwenden. Wer einen solchen Zähler haben möchte, fügt über die Zwischenablage eine kurze JavaScript-Anweisung in die eigene Seite ein, die ein Skript von einem Server von motigo einfügt, dass denn in der eigenen Website läuft. Und genau dieses Skript sorgt dann irgendwann dafür, dass die äußerst lästigen Popups auftauchen – manchmal durchaus zur Überraschung dessen, der die Website betreibt.

Das ist insofern eine legale Form der Werbung, als dass in den Nutzungsbedingungen (diese sind Bestandteil des mit dem Anbieter geschlossenen Vertrages) darauf hingewiesen wird. Allerdings ist den emsigen Übersetzern der motigo-Website ausgerechnet an dieser Stelle nicht in den Sinn gekommen, dass ein solcher Text auch auf Deutsch zur Verfügung stehen sollte:

Some of the Products and Services are supported by advertising, enabling WMS to provide them to you at no cost. When you use these free services, you agree to allow WMS to display advertising, including third party advertising, through the Products and Services.

In Deutsch klänge dieser Part aus dem Punkt 1 der Bedingungen ungefähr so:

Einige der Produkte und Dienste werden durch Werbung getragen. Dies ermöglicht es WMS [Diese Abkürzung steht für die Firma, die motigo betreibt, meine Anmerkung], Ihnen diese Produkte kostenlos zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie diese kostenlosen Dienste verwenden, willigen Sie darin ein, dass WMS über diese Produkte und Dienste Werbung anzeigt, was sich auch auf Werbung dritter Parteien erstreckt.

Im weiteren Verlauf des Textes räumt sich WMS das Recht ein, jederzeit die Form, in der die Werbung eingeblendet wird, zu ändern, und zwar ohne dass der Benutzer darauf eigens hingewiesen wird. Natürlich sind die hier gegebenen Übelsetzungen und Erläuterungen von mir zur Dokumentation erstellt und veröffentlicht worden, sie sind nicht von WMS autorisiert und ersetzen nicht die englischsprachige Vereinbarung im juristischen Sinne. Sie sind eventuell nicht fehlerfrei und schon gar nicht juristisch „dicht“. (Das war die übliche Beschwörungsformel für die Göttin Justizia, deren Waagschalen sich unter der Last des Geldes besonders leicht senken.)

Wie eingangs schon gesagt, es handelt sich um eine völlig legale Form der Werbung, nicht um Spam. Niemand, der davon betroffen ist, sollte sich über das Ergebnis beklagen – die Vereinbarungen sind Bestandteil des Vertrages mit WMS. Wer sich nicht davon gestört fühlt, dass andere auf seiner Seite eine beliebige Form der Werbung – und sei sie auch störend und aufdringlich – machen können, sollte sich von der Erwähnung des Angebotes in diesem Blog nicht abhalten lassen.

Allerdings zeigt sich in der besonderen Darreichungsform dieser Werbung auch die gefühlte Nähe legaler Werbeformen zur Spam. Das beginnt bereits damit, dass eine Überrumpelung versucht wird, indem die Bedingungen für die Nutzung in englischer Sprache präsentiert werden, während ansonsten die gesamte Site und ihre Benutzerschnittstelle (so weit ich das als Nicht-Nutzer absehen kann) in deutsch gehalten ist. Dass viele der Interessierten an einem solchen Angebot die Tragweite dieses Textes gar nicht verstehen können, macht in diesem Zusammenhang durchaus den Eindruck, von Seiten WMS erwünscht und gewollt zu sein. Dementsprechend groß ist dann auch manchmal die Überraschung, wenn man plötzlich eine Website betreibt, die durch eine besonders garstige Werbeform ihre Leser und Nutzer vertreibt.

Ob die von WMS erbrachte Dienstleistung eine solche Einschränkung der Nutzbarkeit der eigenen Website rechtfertigt, kann ich nicht beurteilen, da ich kein Nutzer dieses Dienstes bin. Ich glaube aber, dass schon nach kurzer Zeit Sitebetrieb mit diesen leidigen Popups wesentlich weniger Besucher zu zählen sind. WMS würde ich nahe legen, eine weniger aufdringliche Form der Werbeeinblendung zu verwenden, um nicht viele der jetzigen Nutzer zu verlieren.

Generell kann ich nur eine Empfehlung aussprechen: Wer eine Website betreibt und Skripte anderer Anbieter dort einfügt, sollte sehr genau verstehen, welche Rechte sich diese Anbieter in den jeweiligen Nutzungsbedingungen einräumen und gründlich abwägen, ob das im Einzelfall tragbar ist. Mit der Verwendung solcher Dienste gibt man immer auch anderen Menschen und Firmen das Privileg, beliebigen Code auf der eigenen Website auszuführen. Das tatsächliche Nutzung dieses Privilegs kann überraschend und äußerst unerwünscht sein – ich persönlich würde tendenziell den vollständigen Verzicht auf solche Dienste empfehlen. So etwas wie eine Statistikfunktion lässt sich auch ohne derartige Verträge realisieren, bei einem müßigen Stündchen mit Google wird sich gewiss eine gute Lösung finden lassen.

Ach ja, und das noch: Wer solche Popups auf seiner Site hat und sie wieder loswerden möchte, kann einfach den eingefügten Code entfernen. Weitere Maßnahmen sind nicht erforderlich. Und. Die Site wurde nicht gehackt. Es wurde nur ein Vertrag eingegangen, bei dem man eventuell eine Überraschung erlebt… 😉

Gebärmutterhalskrebs

Samstag, 9. Februar 2008

Ein „gutes“ Beispiel im Missbrauch persönlicher Websites zum Transport gleichermaßen massiver wie massenhafter Reklame lässt sich in der Blogbar nachlesen – hier zwar misslungen, aber für die Zukunft sind wohl noch „verfeinerte“ Methoden zu erwarten.

Und. Nicht jeder wird so widerstandsfähig und kritisch sein, wenn professionelle PR-Arbeit auch das Gefühl vermittelt, dass die persönliche Tätigkeit im Internet „ernst“ genommen und mit „exklusivem“ Material bedacht wird. Obwohl es in diesem Fall nur darum geht, dafür zu sorgen, dass die geldwerten Interessen der Pharmaindustrie auch ja in politische Vorgaben verwandelt werden.

Real Player 10.5

Samstag, 2. Februar 2008

Unerwünschte, mechanisch reproduzierte und automatisch verbreitete Werbung geht immer wieder neue Wege auf den heimischen Rechner. Die Grenzen zur Spam sind dabei bisweilen fließend, und die Nähe zur Spam zeigt sich im überrumpelnden Charakter einer Werbung, die den Menschen mit Irreführungen und falschen Informationen untergejubelt wird. Zu diesen spam-artigen Werbeformen gehört es auch, wenn Software versteckt mit Funktionen angereichert wird, die Reklame auf den Rechner ihres Anwenders schaufelt.

Dies ist – wie StopBadware.org meldet – etwa beim RealPlayer 10.5 der Fall. (Die Übelsetzung im folgenden Zitat stammt von mir.)

Wir befinden den RealPlayer 10.5 als Badware [schwer übersetzbarer englischer Neologismus mit der ungefähren Bedeutung „schlechte Software“, meine Anmerkung], weil er sorgfältig und vollständig die Tatsache verbirgt, dass er Werbesoftware auf den Rechner des Anwenders installiert. […]

Bei heise online gibt es ebenfalls eine Meldung.

wiriwrmdpwer!

Sonntag, 6. Januar 2008

Manche Spamskripten zur Blogverseuchung sind so blöd, dass sie ihre Nachrichten in alles reinschreiben wollen, was wie ein Textfeld aussieht. Auch, wenn diese Nachricht niemals im Blog erscheinen wird, weil es sich um eine Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme mit dem Autor handelt. Genauer: Es sind eigentlich nicht die Spamskripten, die so blöd sind, sondern ihre Programmierer – und die spammenden Deppen, die diese sinnlose Strokelware benutzen.

Besonders dümmlich wird dieser Unfug, wenn er sich mit „ganz großartigen Mitteilungen“ kombiniert. Hier ist ein leckerer Teller Buchstabensuppe, der mir heute von einem meiner Kontaktformulare zugestellt wurde:

ypceccqw wrote:
j2Nz8I <a
href=“http://mmsfcrmgiruk.com/„>mmsfcrmgiruk</a>,
[url=http://ouiplulfkswr.com/]ouiplulfkswr[/url],
[link=http://faoalpxyiwxw.com/]faoalpxyiwxw[/link], http://ehjsrigxhfzn.com/

Website: http://crxyubkbahey.com/

Du emrg, owrgomfmq Spammer, wenn du schon so dfl9rgjpe schlau bist, deine nkwrnowrt Skripten vor der Anwendung ausprobieren zu wollen, denn mach das entweder mit einem einigermaßen intelligent aussehenden Text oder mit einer lokalen Installation der jeweiligen Opfersysteme, du wrkmpkrgwpr, du! Du musst mit deiner unreifen Strokelware wirklich nicht wie ein mlösfpwer Millionen von Blogs belästigen. Oder haben deine lkmwrekmwfe Schurken-Websites wirklich deratig mkewfke und mglwrpowr URLs?

Und, du grssrg mfskwprt, wenn du schon dabei bist, korrigier doch bitte noch deinen lvmssfgw Fehler und lies mal aus dem Meta-Informationen der zugespammten Websites aus, um welches System es sich dabei handelt! Denn musst du deine owerk Links auch nicht mehr in vier verschiedenen Formen (zwei verschiedene BBCodes, HTML und direkte Angabe) setzen, sondern kannst gleich das passende Format nehmen. Ach, dazu bist du wieder einmal zu smlfgweot? Na, das wundert mich nicht, du Arschspammer.

Schleichwerbung bei Zeit.de

Samstag, 5. Januar 2008

Es ist recht offenbar eine wirksame und wohl auch eine gut bezahlte Form der hinterhältigen Schleichwerbung in vorgeblich „objektiven“ journalistischen Produkten, wenn die Online-Ausgabe der „Zeit“ in einer ihrer Bildersammlungen die angeblich „bekanntesten“ deutschen Blogger vorstellt und dabei ausschließlich Blogs zeigt, die zum Blog-Vermarkter Adical gehören. Zumal doch recht viele, wirklich bekannte Blogger in dieser werbenden Galerie gar nicht erscheinen…

Da bleibt nur eine Frage. Nämlich. Die Frage. Ob die anderen „Informationen“ dieses Auswurfes der Content-Industrie wohl genau so käuflich sind?

Für alle, die es gesehen haben und in deren Köpfen gerade ganz komische (und wegen der Hinterhältigkeit solcher Werbung nicht völlig bewusste) Ideen entstehen. Zu einem bekannten Blogger wird man nicht durch eine bestimmte Form der Vermarktung des eigenen Schreibens, sondern nur, indem man einen ansprechenden persönlichen Stil findet und in seinem Blog durchhält.

Via Schieflage.

Wichtiger Nachtrag: Ich bitte unbedingt um Beachtung des scharfen Widerspruches im Kommentarbereich (gleich der erste Kommentar).