Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Kommentarspam“

Freie Myspace-Hintergründe

Freitag, 21. September 2007

Auf dieses Angebot eines Kommentarspammers haben wir doch alle nur gewartet. Endlich können wir alle schöne dunkle MySpace-Profile erstellen, in denen sich jeder Text in den Regionen der Unlesbarkeit verkrümelt.

free gothic myspace backgrounds and layouts…

Wer allerdings den zugehörigen Link angeklickt hätte, der hätte eine nüchterne weiße Seite gesehen. Mit einem schwarzen Text, der wie ein typischer 404-Fehler (Datei nicht gefunden) aussieht.  Das ist aber gar keine 404-Seite, das sieht nur so aus. In dieser Seite ist ein eingebetteter Frame, der Benutzern eines älteren Internet-Explorer fröhlich und in aller Stille Schadsoftware unterjubeln wollte. So wird zwar das MySpace-Profil nicht zu einem Gothic, aber der eigene Rechner zu einem Zombie in den Diensten von irgendwelchen Verbrechern. 🙁

Ich kann gar nicht genug vor einem Klick in eine Spam warnen.

(Natürlich hat es diese Kommentarspam nicht durch die Filter geschafft. Und das ist gut so.)

Spamfilter-Kollateralschaden

Samstag, 15. September 2007

Wie sehr ein erfolgreiches Blog durch Kommentarspam belastet wird, das beschreibt heute Udo Vetter vom law blog:

Beim law blog treffen durchschnittlich 100 Kommentare pro Stunde auf, das meiste davon Spam […] Ohne relativ restriktiv eingestellte Filter wäre die Flut hier nicht mehr zu bewältigen: Ein nicht erscheinender Kommentar ist also keine böse Absicht, sondern ein simpler Kollateralschaden. […]

In der Bezeichnung „Kollateralschaden“ für den gelegentlichen Verlust erwünschter menschlicher Stimmen im alles überflutenden Werbemüll zeigt sich der Schaden, der unter den Bedingungen der Spam inzwischen im Internet angerichtet wurde. Während „gewöhnliche Werbung“ mit ihrem zuweilen gewaltsamen Ansich-Reißen der Aufmerksamkeit einfach nur nervt, ist die Spam darüber hinaus wegen ihrer ungefragt verabreichten Masse ein dauernder Angriff auf die Funktionsfähigkeit von Internet-Projekten – und damit eine Beschädigung des menschlichen Miteinanders im Netz.

Da hat ein Mensch einen Beitrag in einem Blog gelesen, und es reizt ihm zu einer Erwiderung. So etwas kommt zum Glück häufiger einmal vor, schließlich ist die Kommunikation im Netz keine Einbahnstraße. Er setzt sich also hin und formuliert seine Mitteilung. Vielleicht muss er dabei sogar ein bisschen geistige Arbeit leisten, einen unreifen Gedankenkeim in eine verständliche sprachliche Form überführen oder einen Link auf eine andere Website heraussuchen, die seine Argumentation stützen kann. Das Schreiben eines Kommentares ja kann durchaus mühevoll sein, wenn damit etwas mitgeteilt werden soll. Schließlich gibt es einen Klick auf die „Absenden“-Schaltfläche, und denn entscheidet eine technische Vorrichtung, die den Inhalt des Kommentares gar nicht versteht darüber, ob es sich um eine Spam handeln könnte. Diese algorithmische Entscheidung an Hand technischer Kriterien kann nicht immer gut gelingen, und so kommt es, dass solche Mitteilungen eines Menschen zusammen mit der täglichen Flut der Spam in einer virtuellen Mülltonne verschwinden.

Für den kommentierenden Menschen ist das eine oft unverständliche Zumutung, und für den Betreiber eines Blogs (oder eines Gästebuches oder eines Forums) bedeutet es Mehrarbeit, muss er doch immer wieder einen Blick in diese virtuelle Mülltonne voller schlüpfrigen und verbrecherischen Zeugs werfen, ob darin etwas gelandet ist, was nicht darin sein sollte.

Ja, es ist wirklich ein „Kollateralschaden“, so zynisch dieses Wort auch für beschädigtes menschliches Miteinander klingen mag. Es gibt keine vernünftige Alternative zu dieser Vorgehensweise – ohne wirksame Filterung der Kommentare (oder Gästebucheinträge oder Forenbeiträge) würde sich ein Angebot im Internet in eine reine Werbefläche für die oft sehr fragwürdigen Beglückungsideen derer verwandeln, die mit millionenfacher Spam werben. Darin ginge jedes menschliche Miteinander unter.

Zum Glück habe ich in meinem Blog nicht das Problem, dass ich hundert Kommentare in der Stunde zu bewältigen hätte. Aber ich weiß, wie viel Nacharbeit in bestimmten Spamwellen auf einen Blogbetreiber zukommen kann, habe doch auch ich mit meinem größtenteils harmlosen Blog schon Tage mit über 500 Spam-Kommentaren erlebt. Mal wird eine Spam nicht richtig erkannt und muss von Hand als Spam markiert werden, ein anderes Mal landet eines Menschen Standpunkt einfach im Ascheimer, zusammen mit Unmengen angebotener Medikamente, abstoßender Pornographie und illegaler Glücksspiele.

Jeder Spam-Kommentar ist ein Missbrauch von Kommunikations-Angeboten im Internet. Und jeder Spammer zeigt mit diesem Missbrauch, dass er das friedliche Miteinander von Menschen ablehnt, dass ihm sein eigenes Geschäft wichtiger als alles andere ist, kurz: dass mit ihm kein Frieden möglich ist.

Gerade deshalb ist der Kampf gegen Spam wichtig. Jeder, der wirksam gegen Spam auf seinen eigenen Seiten vorgeht, gibt das Internet wieder den Menschen als Ort des Austausches und des Miteinanders zurück. Das lohnt die Mühe. Wer diese Mühe und den damit verbundenen Zeitaufwand aber gar nicht auf sich nehmen kann, sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob er die Kommentarfunktion nicht einfach abstellt. Es gibt durchaus populäre und gute Blogs, die ohne eine Kommentarfunktion auskommen, etwa den Bildblog. Von Spam geflutete Kommentare machen es dem Leser schwer bis unmöglich, die wirklichen Mitteilungen darin zu finden, sie sind so nutzlos, dass das Fehlen einer Kommentarmöglichkeit kein Verlust wäre. Es wäre in einem solchen Fall sogar ein Gewinn, da man seine eigenen Seiten nicht irgendwelchen schlüpfrigen Geschäftemachern als Litfasssäule zur Verfügung stellt.

Test, Hallo, Tschüss

Montag, 3. September 2007

Dieser unbekannte Kommentarspammer hat beim Austesten seiner Strokel-Skripten im Internet eine wunderbare Zusammenfassung der menschlichen Kommunikation gegeben, die hier ohne weitere Worte zitiert sei:

Test - Hello - Bye

Noch ein Jubiläum

Samstag, 1. September 2007

Über 20000 Spamkommentare in meinem Blog - ein weiteres, wenig feierliches JubliläumIch habe ja schon das wenig feierliche Jubiläum von 10000 Spam-Kommentaren in meinem Blog an dieser Stelle vermerkt. Nun habe ich das nächste Jubiläum zu feiern. Während ich schlief, hat irgendein Skript eines Anbieters fragwürdiger Dinge den Kommentar Nummer 20000 abgesetzt, weil er mein Blog mit einer Litfasssäule verwechselt hat. Natürlich wurde auch diese Spam automatisch abgefangen und aussortiert, nachdem sie ebenso automatisch erzeugt wurde. Das ist von hohem dadaistischen Reiz.

Auch in Zukunft werde ich in keinem meiner Internet-Projekte irgendetwas einbauen, womit menschlichen Kommentatoren die Teilhabe erschwert wird. Es wird bei mir niemals unlesbare Captchas geben, keine JavaScript-Fummeleien, die sicher stellen sollen, dass der Kommentar wirklich aus einem Browser kommt und keine anderen technischen Abhilfen. Alles in allem hat sich Akismet gut bewährt, wenn ich es um eine Liste von häufigen Spam-Wörtern ergänze und solche Kommentare erstmal in die Moderation sende, die eine gewisse Anzahl von Links enthalten. Das ein Spamkommentar sichtbar wird, ist eine relativ seltene Ausnahme – dafür muss ich aber immer wieder einmal den Kommentar eines Lesers von Hand freischalten. Dieses bisschen Mühe ist es mir auch in Zukunft wert. Wenn die Mühe einmal zu viel wird, werde ich alle Kommentarfunktionen kategorisch abschalten – aber unbenutzbar gemacht wurden sie nicht durch meine Abschaltung, sondern durch diese widerlichen Mitmenschen, die in jeder Möglichkeit des menschlichen Austausches in erster Linie ein Transportmittel für ihre Werbung sehen.

Aber niemand glaube, dass die Spammer bei aller Erfolglosigkeit ihres asozialen Treibens aufgeben! Nein, der Trend ist deutlich. Für die ersten 10000 Spams hat es neun Monate gebraucht (und das bei so einer Missgeburt), die zweiten 10000 Spams waren hingegen schon in sechs Monaten voll. Wenn sich dieser Trend fortsetzt und dabei ein bisschen verstärkt, bin ich schlechter Dinge, dass noch in diesem Jahr die dritten 10000 Spams voll werden könnten. Ob mir diese Zahl aber noch eine besondere Erwähnung wert sein wird?

Niceteens

Donnerstag, 30. August 2007

Ein besonders wenig einfallsreicher Spammer ist dieser gewisse „Keano“, der sich doch einen recht einfältigen und dummen Text für seine Links auf mutmaßliche Angebote für Pädophile einfallen ließ:

Der Spamkommentar besteht 20mal aus dem Wort niceteens -- sonst nichts

Das ist eine wundersame Vereinigung von menschlicher Dummheit mit mechanischer Stupidität. Da wächst in der Spam wahrhaft zusammen, was immer schon zusammen gehörte. :mrgreen:

Djamalungma, uidsfeeckocsd

Freitag, 10. August 2007

Und heute erhalten wir die Gelegenheit, einen Spammer dabei zu beobachten, wie er sein schäbiges Skript für die Blogverpestung verstehen lernt. Der erste Versuch mit „Djamalungma“ ist noch wenig wirksam:

Djamalungma, ohne Werbetext

Aber immerhin, er scheint sich angeschaut zu haben, wie seine „Kommentare“ so aussehen, der Spammer. Und so gibt es nur wenige Sekunden später den typischen Spamtext in einem Blogkommentar:

Djamalungma, jetzt mit Spamtext

Das war natürlich nicht die einzige Aktivität des Spammers mit einem Skript, das er erst während der Anwendung zu verstehen lernte. Neben dem Nonsens-Wort „Djamalungma“ hat er noch ein anderes hübsches Wort gefunden, dass sich gewiss in keinem Wörterbuch irgendeiner Sprache befindet:

uidsfeeckocsd, misslungen, ohne Spam-Text

Aber auch hier hat der unbekannte Spammer mit der falsch angegebenen Mailadresse schnell seinen Fehler korrigiert und eine richtige „Mitteilung“ in den „Kommentar“ aufgenommen:

uidsfeeckocsd, jetzt auch mit Spamtext

Auf die an sich nahe liegende Idee, für ein paar Tests einfach einen lokalen Webserver aufzusetzen, ist der Spammer aber nicht gekommen. Statt dessen hat er seine Strokeleien lieber auf das Internet losgelassen, da gibt es ja genug Webserver mit Bloganwendungen und Gästebüchern, die willig jeden Spamversuch entgegen nehmen. Warum sollte ein Spammer auch bemüht sein, vernünftig zu arbeiten? Wenn er solches Bemühen an den Tag legte, wäre er ja kein Spammer geworden… :mrgreen:

Immerhin, ein ganz neuer Trend in der Spam ist auch zu beobachten. Ein anderer Kommentar-Spammer hat ebenfalls noch ein bisschen mit seinem Skript rumgestrokelt und seine Tests einfach auf das Internet losgelassen. Das neue daran ist, dass er einsieht, dass man sich dafür besser entschuldigen sollte:

Enter text? Test, sorry…

Ob der sich wohl auch später für seine millionenfache Spam entschuldigen wird? 😉

Natürlich hat es keine dieser sinnlosen Mitteilungen durch den Spamfilter geschafft. Aber das ist nur eine kleine, persönliche Entwarnung, an anderen Orten sieht das ganz anders aus. So wird aus dem Internet eine immer größere Müllhalde mit massenhaft Links auf Sites, die einst schlüpfrige, illegale und wirkungslose Angebote machten.

Try Gidromeshiba

Donnerstag, 9. August 2007

Was soll ich da probieren? Gidromeshiba?

Try Gidromeshiba

Dieses Wort wird auch durch 80fache Wiederholung in den Blogkommentaren nicht verständlicher. Wenigstens ist klar geworden, was der Spammer hier anbieten will: Darstellungen von gewaltsam erzwungenem Sex und vom Inzest. Gut, dass Akismet alle diese Kommentare sicher als Spam erkannt hat. Schlecht, dass nicht jeder gut gegen diesen asozialen Missbrauch der Webpräsenz geschützt ist. Und deshalb gibt es eben diese Kommentarspammer, die einen möglichst großen Teil der menschlichen Möglichkeiten zum Austausch mit ihren glitschigen Beglückungsideen zumüllen.

(Alle verlinkten Seiten waren im Moment dieses Blogeintrages mit dieser Spam voll. Und teilweise nicht nur mit dieser.)