Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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HEPAS Associated Media AG

Montag, 6. August 2007

Ach nein, bitte nicht!

Nach einigen Tagen ohne Pfennigaktien-Spam habe ich wirklich schon geglaubt, dass dieser lästige Wahnsinn endlich aufhört, weil sich mittlerweile alle Deppen dieser Welt in gebrannte Kinder verwandelt haben. Und da kommt auch schon wieder eine unerwünschte Mail mit gefälschtem Absender und dem Betreff „Investitionsempfehlungen“ in die virtuelle Mülltonne.

Klar doch, so eine „Empfehlung“ kommt mit millionenfacher Spam und bietet dennoch jedem Deppen, der darauf reinfällt, einen Vorteil beim Zocken mit den Casino-Aktien der großen Börsen.

Liebe Aktienfreunde,

Ich bin kein Aktienfreund. Aber du hast auch niemanden gefragt, ob er deine verbrecherische Mail zur Börsenmanipulation haben will, da kannst du dich ruhig zusätzlich ein bisschen in der Anrede vergreifen.

HEPAS ASSOCIATED MEDIA AG (ISIN CH0029095327, WKN: A0MJ2U) strebt laut Meldungen eine strategische Beteiligung an einem geeigneten anderen Medienunternehmen an, um das Kerngeschaeft durch den so entstehenden Synergieeffekt rasch weiter zu entwickeln und das Jahr mit deutlichem Gewinn zu beschliessen.

Wow, ein hirnfreier Depp fällt bestimmt auf dieses Bullshit-Bingo mit nichtssagenden Begriffen rein. Wer aber seinen Verstand beisammen hat, der fragt etwa folgendes, wenn er den Text einer Spam überhaupt ernst nimmt:

  • „laut Meldungen“ – welche Meldungen in welchem Medium, was ist die Quelle, wo kann man das mal nachlesen. Oder ist es die Aussage eines Kartenlegers oder Astrologen?
  • „strategische Beteiligung“ – in welchem Umfang, mit welcher strategischen Absicht.
  • „an einem geeigneten anderen Medienunternehmen“ – welches ist das und warum ist das so geeignet. Ist es vielleicht sogar gleichgültig, Hauptsache, irgendeine „geeignete“ Beteiligung?
  • „Kerngeschaeft“ – natürlich wird in diesem aus Textbausteinen flugs zusammen gesetzten Schrotttext nicht einmal erwähnt, worin das Kerngeschäft dieser Gesellschaft bestehen soll. Stellen die etwas her, haben die Vermögenswerte, verfügen sie über immaterielle Werte?
  • „Synergieeffekt“ – eine Worthülse, die so viel sagt, dass sie faktisch nicht besagt. Auch das Zusammentreffen einer Spam mit dem Betreiber eines Blogs führt zu einem Synergieeffekt, der auf einer der beteilgten Seiten gewiss nicht erwünscht ist.
  • „deutlichem Gewinn“ – jede Unternehmung sollte eine Absicht haben, Gewinn zu erzielen, da so eine Unternehmung gar keinen anderen Zweck hat. Aber dennoch gelingt es nicht jeder Unternehmung, und deshalb ist so mancher investierte Euro in den Sand gesetzt.

So viel nur zur ersten Hälfte eines Absatzes voller hanebüchenem Unsinns. Dieser Absatz hat tatsächlich noch eine zweite Hälfte.

Die Firma hat Marktgeruechten zufolge die Herstellungs-, Nutzungs-, und Verwertungsrechte an einem weitreichenden Paket ihrer Medienprojekte fuer das Fernsehen sowie fuer den DVD- und IPVT-Markt platziert. Somit wird sich der Kurs der HEPAS Aktie weiterhin stark positiv entwickeln.

Ich mache mal weiter…

  • „Marktgeruechten zufolge“ – wenn man unausgegorene Gerüchte hören will, reicht die Lektüre der Bildzeitung.
  • „Herstellungs-, Nutzungs-, und Verwertungsrechte an einem weitreichenden Paket ihrer Medienprojekte “ – klar doch, mit so vielen Wörtern so wenig Aussagen zu machen, das erweckt Eindruck bei jenen, die nicht lesen können. Andere fragen vielleicht, was „ihre Medienprojekte“ sind und wie „weitreichend“ dieses Paket voller immaterieller Rechte denn sein soll.
  • „fuer das Fernsehen“ – wie, machen die etwa die fragwürdigen Zock-Sendungen zum teuren Anrufen im Nachtprogramm? Das wäre nochmal ein Geschäft. Aber „Fernsehen“, das klingt schon mal groß…
  • „fuer den DVD- und IPVT-Markt“ – es müssen also richtige Filme, Serien, Dokumentationen oder ähnliche Produkte sein. Und warum hört man davon nichts? Ach so, es sind ja die ganze Zeit nur „Geruechte“, auf die sich das alles bezieht. Und die hört man eben nur dort, wo sich wenig wahrheitsliebende Menschen irgendeinen Klatsch zutuscheln. Oder sich ausdenken, dass sich andere wenig wahrheitsliebende Menschen irgendeinen Klatsch zutuscheln.

Ich muss schon sagen, eine solide Empfehlung, Geld auf Grund einer millionenfach durch das Internet geblasenen Spam loszuwerden. :mrgreen:

Denn schließlich…

Somit wird sich der Kurs der HEPAS Aktie weiterhin stark positiv entwickeln.

…wird es eine „positive“ Entwicklung geben. Vor allem für die Spammer, die von diesem windigen Papier…

WKN A0MJ2U
Boerse Frankfurt
ISIN CH0029095327

…ganze Depots voll haben. Wenn nur genügend Leute so doof sind, jetzt zu kaufen, denn hat sich das für die kriminellen und mafiös organisierten Börsenmanipulatoren gelohnt und sie können mit Gewinn abstoßen. Und wenn die vielen Deppen aus einem Verlust noch nicht schlau genug geworden sind, können sie gleich noch einmal 20 Millionen Mails mit einem recht ähnlichen Text raushauen, damit die Deppen nocheinmal gemolken werden können.

Inzwischen scheint es ja schon etwas schwieriger zu sein, wie man an der Mühe sieht, mit der solche Spam inzwischen verfasst wird. Nicht nur, dass das Deutsch zwar aussagefrei, aber eben auch flüssig und fehlerlos klingt, die Verbrecher müssen sich auch noch eine Legitimation ausdenken, warum sie einer ruhebedürftigen Seele wie mir einen solchen Text gleich achtfach in das Postfach stopfen:

Investment-Rating: Sie bekommen Aktien, fuer die sich die Analysten der grossen Anleger und der grossen Boersenblaetter noch nicht interessieren. Die sie einfach uebersehen. Ganz einfach deshalb weil sie noch keine Zeit fuer diese „kleinen“ Aktien haben. Wir empfehlen die Aktie zum Kauf.

Klar doch. Für diese „kleinen“ Aktien interessieren sich vor allem Casino-Spekulanten und zwielichtige Gestalten, die im Zeitalter der Spam einen guten Weg sehen, die Kurse mit Fehlinformationen zu manipulieren. Und wenn es einfach niemanden mehr gibt, der auf solche Versuche reinfällt, bleiben diese Verbrecher auf ihren Transaktionskosten sitzen, statt dass sie von der Unerfahrenheit ihrer abgezockten Spamopfer profitieren können. Wenn also niemand diese Pfennigpapiere kauft, besteht eine gute Chance, dass diese sehr nervige Form der Spam irgendwann ein Ende findet, da sie sich für die Mafia nicht mehr lohnt. Von daher: Wer auf eine solche Spam hin irgendetwas kauft, dokumentiert nicht nur seine Dummheit und Leichtgläubigkeit, sondern er leistet aktiv einen Beitrag dazu, dass viele Internet-Teilnehmer unter der Last immer weiter zunehmender Spam leiden.

Disclaimer: Diese Anlageempfehlung wurde vom Versender auf der Grundlage oeffentlich zugaenglichen Informationen erstellt. Die Berichte dienen lediglich der Information und sind keinesfalls als Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers zu verstehen. Der Versender hat keine Aktien des empfohlenen Unternehmens. Der Versender erhaelt eine marktuebliche Provision.

Disclaimer: Diese Bewertung wurde vom Blogger auf der Grundlage millionenfach versendeter Spam erstellt. Die Hinweise dienen lediglich zur Information der Empfänger und sind keinesfalls als Aufforderung zum Kauf des in der Spam erwähnten Pfennigpapiers zu verstehen. Der Blogger hat jede Menge Spam dieser Verbrecher erhalten und ist zu Scheiße genervt. Der Blogger erhält überhaupt keine finanziellen Vorteile.

Mit bestem Gruss,
Dr. Louanne PALENER

Mit dem schmatzenden Gruß des Judas
Der Nachtwächter

Und bevor es jemand falsch versteht. Die in der Spam benannte Aktiengesellschaft hat mit der Spamaktion mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts zu tun. Das gleiche gilt auch für ähnliche Spams mit Bezug auf andere AGs. Es handelt sich einfach nur um einen – leider immer noch zu häufig erfolgreichen – Versuch von anonymen Kriminellen, das Marktgeschehen an der Börse zu manipulieren, indem einige tausend unerfahrene Empfänger einer solchen Spam zu einem Aktienkauf motiviert werden.

Es gibt keine seriöse Anlageempfehlung, die unaufgefordert und millionenfach als Spam in die Welt entlassen wird, da sonst der Informationsvorteil der „Analysten“ und ihrer Kunden verloren ginge. Wer Informationen darüber hätte, welche Lottozahlen in der nächsten Ziehung gezogen werden, würde auch nicht jedem davon erzählen, damit er sich seinen Gewinn nicht mit zuvielen anderen Menschen teilen muss. Es gibt neben dieser kleinen Anmerkung auch noch den allgemeineren Hinweis, dass es niemals seriöse Finanztipps gibt, die mit einer kriminellen, millionenfach versendeten Spam mit gefälschtem Absender in das Haus flattern. Wer mir das nicht glauben will, der muss eben noch ein paar Mal richtig bluten.

Wir haben die Losung

Montag, 6. August 2007

Na, da hat ja mal wieder jemand so richtig „gutes“ umlautfreies Deutsch in seine Betreffzeile geschrieben. Und so lang und so vielsprachig und dabei so wenig sagend ist der Betreff: „Potenzschwache – wir haben die Losung irritating and consequently – format designed for the way

In diesem schlaffen, multilingualen Blah rund um das schlaffe Glied zeigt sich vor allem wieder die Blödheit derer, die mit unverstandenen Skripten spammen. Offenbar wurde hier der reguläre Ausdruck für den split nicht so ganz passend formuliert, und so entsteht eben diese Form der Weitschwafeligkeit. Es wäre für einen kriminellen Spammer und illegalen Medikamente-Versender wohl echt zu viel verlangt gewesen, einmal einen Blick in die generierten Texte zu werfen…

Nein, mit der Sorgfalt haben sie es nicht so, die Spammer. Der ausgedachte Text ist allerdings gut ersonnen und glatt formuliert, es scheint sich um die quicke Übelsetzung eines englischen Textes zu handeln, und zwar zur Abwechslung einmal um die Übelsetzung eines Menschen, der auch gleich ein paar hübsche deutsche Wortspielereien macht:

Meinung von unserem Kunden:

Bin restlos begeistert. Bin 50 und schlage mich seit einem guten Jahre damit herum, dass meinem Freund im entscheidenden Moment die Standfestigkeit abhanden kommt. Aber nun ist es wie in allerbesten Zeiten. 10 mg reichen für ein sehr LUSTiges Weekend. Null Nebenwirkungen – abgesehen vom Muskelkater am nächten Tag. Aber der verschwindet ja durch ausreichendes Training 😉

Durch „ausreichendes Training“ in der deutschen Sprache verschwindet irgendwann auch einmal das Wort „Weekend“ und wird durch das richtige Wort „Wochenende“ ersetzt.

Vor zwei Monaten haben meine Freundin und ich beschlossen, zum ersten Mal miteinander Sex zu haben. Als es soweit war, und ich in sie eindringen wollte, blieb ich völlig schlaff. Wir haben es drei Wochen später nochmal versucht, und ich habe immer noch schlappgemacht. Mein Onkel hat mir Viiaaaagra empfohlen. Letzte Woche haben meine Freundin und ich es noch einmal miteinander probiert, und es wurde die tollste Nacht meines Lebens. Ich nehme Viiaaaagra jetzt einmal pro Woche, und es klappt prima. Meine Freundin hat keine Zweifel mehr an meinen sexuellen Qualitäten.

Schon klar. Und weil du diese „Mitteilung“ unbedingt mit gefälschtem Absender durch meine Spamfilter kriegen willst (das hast du übrigens nicht geschafft), findest du auch eine sehr „kreative“ Schreibweise des Markennamens „Viagra“. Kann schon sein, dass „deine Freundin“ keine Zweifel mehr an deinen „sexuellen Qualitäten“ hat, aber nachdem du mutmaßlich Millionen von Empfängern diesen unerwünschten Werbetext in das virtuelle Postfach gewichst hast, haben viele Menschen erhebliche Zweifel an deinen menschlichen Qualitäten. Und das geilste: Du weißst das auch noch und sendest selbstverständlich mit falschem Absender.

So, jetzt ist aber das gute Deutsch vorbei in dieser Mail:

Versuchen Sie unser Produkt und Sie werden fuhlen was unsere Kunden bestatigen

Man sieht es schon am Verlust der Ümläüte, dass jetzt nach der Übelnahme eines erprobten Werbetextes alles etwas holpriger wird. „Versuchen sie unser Produkt“ – ich wollte eigentlich Viagra, wenn ich jetzt angefixt wäre, und das ist gewiss nicht euer Produkt. Und versucht hätte ich nicht das Produkt, sondern „ausprobiert“ oder es vielleicht einmal „mit dem Produkt“ versucht. Aber ob ich dabei „fuhlen werde“, was andere „bestatigen“… 😀

Originalmedikamente
Ciiaaaaaalis 10 Pack. 27,00 Euro
Viiaaaagra 10 Pack. 21,00 Euro

Klar doch, ganz viel AAAAAAAA und IIIIIII in den Markennamen. Wer die orignalen Namen so verstümmelt, der versendet ganz gewiss Originale, und damit das klar ist, wird es im Wort „Originalmedikamente“ auch richtig betont. :mrgreen:

Das weckt großes Vertrauen in ein solches Angebot:

Klicken Sie HIER und Sie erhalten vier Dosen umsonst
(bitte warten Sie einen Moment bis die Seite vollständig geladen wird)

Natürlich habe ich den Link geändert, damit auch niemand in diese Falle tappe – dafür wird der neue Link viel schneller laden als das framereiche Original einer kanadischen Domain, das seinen Inhalt erst nach etlichen HTTP-Redirects hergibt. Wer sich so im Geflecht technischer Tricksereien verbirgt, der hat doch bestimmt nichts zu verbergen…

Und Vertrauen muss ja haben, wer auf einen Link in einer illegalen Spam klickt. Er sollte nicht einen Moment daran denken, dass ihm präparierte Websites irgendwelcher Verbrecher Schadsoftware unterjubeln, und wenn das nicht der Fall ist, denn sollte er ja nicht daran denken, dass bei solchen Geschäften nicht die geringste Vertrauensbasis besteht. Ganz im Gegenteil, er soll blöd sein und klicken, der 50jährige mit dem schlaffen Pinsel, damit er wieder so richtig orgasmüssen kann. Gut, dass jeder vernünftige Mensch auf so ein Angebot dankend verzichten kann; schlecht hingegen, dass es immer noch genug Idioten gibt.

Dämliches Bettenlager!

Montag, 6. August 2007

Ich weiß, ihr nennt euren Handel eigentlich Dänisches Bettenlager, aber wenn ihr bei eurem groß beworbenen „Inventur Verkauf“ – mit fehlendem Bindestrich zwischen den Worten dieses Kompositums, also mit einem Deppen Leer Zeichen – im Zusammenhang von „jetzt nochmals reduziert“…

Jetzt nochmals reduzuert - Inventur Verkauf - bis zu -55 Prozent

…euren Bindestrich an anderer Stelle in auffälligem Weiß auf streichrotem Untergrund dergestalt benutzt, dass der nicht abschüttelbare Eindruck einer „Reduzierung bis zu minus 55 Prozent“ entsteht, denn ist das im Gesamtbild schon ziemlich dämlich. Eine Reduzierung um minus 55% wäre nämlich, das müssten eure Kaufleute doch besser wissen als eure Werber, eine Verteuerung der Produkte um bis zu 55 Prozent.

Und ob ihr euch mit dieser Anpreisung die kommende „Inventur“ (komischer Zeitpunkt für eine Inventur, so mitten im Jahr, nicht wahr?) wohl erleichtert, das steht doch etwas zu bezweifeln. Ihr werdet in denen, die lesen und rechnen können und die Aussagen eurer Werbung ernst nehmen – und das soll man ja hoffentlich, oder? – wohl kaum frisch gewonnene Kunden haben…

Nur so ein kleiner Hinweis vom Nachtwächter, damit ihr euch nicht wundert. 😀

Immer was zu tun…

Montag, 6. August 2007

Bleche für alles

Ein kleines Detail aus einem aktuellen Hornbach-Prospekt. Es gibt eben immer was zu tun, wenn man diesen Traktaten des Evangeliums vom bürgerlichen Bastelwahn und der bequemen Ausstattung zur Schwarzarbeit glauben darf.

Also schön alles zublechen!

Jetzt auch mit „K“

Dienstag, 31. Juli 2007

Ach ja, dieses „Super Duper Royal Vegas Magic Mega Jackpot VIP Casino“ mit seinen ganz dicken Bonussen hat einen neuen Weg gefunden, wie man in Deutschland an den Spamfiltern vorbeikommen könnte. Es schreibt sich jetzt einfach mit „K“, also „Kasino“…

Betreff: Kommen Sie heute zum, und wir gewähren Ihnen einen 300-%-Bonus

Offenbar hat es die neue Schreibweise aber noch nicht so recht in den Betreff geschafft, und deshalb steht da einfach nur unvollständig „zum…“ – immer noch halten es die Spammer nicht für nötig, einmal einen Blick auf die Texte zu werfen, die von ihren Skripten erzeugt werden. Na ja, immerhin schaffen sie es im zweihundertsten Anlauf wenigstens, in ihren „Mitteilungen“ mit gefälschtem Absender die Zeichenkodierung richtig anzugeben, so dass die Umlaute korrekt erscheinen. Langsam lernen die illegalen Glücksspielbetreiber, ganz langsam… :mrgreen:

Der restliche Text entspricht dem üblichen Schema:

Sind Sie auf der Suche nach einem wirklich lohnenden Bonus, um sich Ihre Kasino-Erfahrung ein wenig zu versüßen? Ihre Suche hat ein Ende!

Nein, ich bin auf der Suche nach einem spamfreien Postfach. Und diese Suche endet nie.

Kommen Sie heute zum Royal V.I.P Kasino, und wir gewähren Ihnen einen 300-%-Bonus auf Ihre erste Einzahlung im Wert von bis zu 300€!

Ich müsste unter fortgeschrittener Hirnerweichung leiden, wenn ich einem kriminellen und asozialen Spammer auch nur ein paar Eurogroschen gebe. Von 300 Euronen kann gar nicht erst die Rede sein.

Wir haben eine riesige Auswahl an Spielen, einschließlich der größten fortlaufenden Jackpots, die online zu haben sind und bieten Ihnen daher die Möglichkeit, in nur einer Runde mehrere Millionen Euro zu gewinnen!

Klar, bei allen Spielen werden immer die Gewinnmöglichkeiten präsentiert. Da ist es doch irgendwie seltsam, dass die meisten Menschen verlieren, nicht wahr? Vor allem, wenn sie mit Leuten zocken, die schon durch ihre illegale Spamwerbung zeigen, dass ihnen das geltende Recht egal ist – wer würde so jemanden für einen ehrlichen Spielveranstalter halten?

Royal V.I.P ist sicher, wir sind rund um die Uhr für Sie da und kümmern uns darum, dass Sie sich dem widmen können, was wichtig ist: DEM GEWINNEN!

Seien sie sich sicher, dass dieses Royal Vegas Super Duper Abzock Geldweg CKasino mit seinen hunderten von Namen und Webadressen rund um die Uhr dafür sorgen wird, dass sie sich dem für diese Betrüger Wichtigsten widmen können: Dem Geldverzocken! Denn diese Verbrecher haben es nicht von Geben, sondern vom Nehmen.

Melden Sie sich jetzt an und erleben Sie, was es heißt, ein V.I.P zu sein!

Melden sie sich also an und erleben Sie, was es heißt, ein abgezockter Depp zu sein!

http://www.2007casino.cn/lang-de/

Wer hier klickt, lasse alle Hoffnung fahren!

Schon vor einigen Monaten hatte dieses „Kasino“ in seinen Spams die hundertste Domain verschlissen. Und das waren nur die Spams, die bei mir ankamen. Wer mit seiner „Geschäftsplattform“ so häufig umzieht, hat gewiss kein Interesse an einer langfristigen Kundenbindung. Viel wahrscheinlicher scheint es bei einem Domainwechsel im zweitägigen Turnus zu sein, dass die eingezahlten Gelder entgegen genommen werden und das „Casino“ anschließend einfach verschwindet, um an einer anderen Stelle des Internet wieder aufzutauchen. Doch selbst, wenn nicht auf diese grobe Weise Menschen betrogen werden, hat sich ein Spammer durch seine gewählte Werbeform schon so sehr in die Illegalität gelehnt, dass kein vernunftbegabter Mensch ihm irgendwelches Geld in den Rachen werfen sollte.

Und wer sich gar die Software solcher krimineller Gestalten installiert, darf sich über gar nichts mehr wundern.

Spam in MySpace-Bulletins

Montag, 30. Juli 2007

Wie ich es immer wieder sage: Für einen Spammer verkommt alles menschliche Miteinander zu einer Litfasssäule für seine gierkranken Anpreisungen. Das gilt natürlich auch für jene menschelnden Webdienste, die man im Blah-Begriff „Web 2.0″ zusammenfasst – zumal dort das Spammen relativ einfach ist.

Gerade noch habe ich mich darüber gefreut, dass einer der ganz großen MySpace-Spammer jetzt gerichtlich gestoppt wurde, und schon wenige Minuten später bin ich beim Routinebesuch mit dem immer noch bestehenden Wahnsinn bei MySpace beschäftigt.

Ein Teil dieser „social software“ (dieses Wort ist ein Unwort) besteht nun einmal darin, dass Menschen miteinander kommunizieren können. Dies geht zum einen über ein internes Mailsystem, man kann sich also private Nachrichten zusenden. Zum anderen ist es möglich, das MySpace-Profil eines Freundes zu kommentieren. Und schließlich gibt es noch so genannte Bulletins, das sind Nachrichten, die bei allen Freunden gleichzeitig aktuell erscheinen. Vor allem die dritte Variante ist bei Spammern sehr beliebt, werden doch mit einem Vorgang viele Menschen erreicht.

Nun ist es aber nicht so, dass ein Spammer Freunde finden würde – weder in der wirklichen Welt noch in MySpace. Und so muss der Spammer eben das tun, was er am besten kann: asozial sein, betrügen und die Unerfahrenheit anderer Menschen für seine gierigen Zwecke ausnutzen. Ein Spammer ist eben ein Arschloch, und zwar immer.

Ein MySpace-Spammer versucht deshalb, die Profile anderer MySpace-Nutzer zu übernehmen. In der Regel geschieht dies durch Phishing. Der MySpace-Nutzer wird mit miesen Tricks auf eine nachgemachte MySpace-Seite geführt, die zur Eingabe von Benutzername und Passwort auffordert, um sich „anzumelden“. Natürlich gehen die dort angegebenen Informationen zu den kriminellen Spammern, die anschließend mit Hilfe der Login-Daten das Profil mit seinem gesamten daran hängenden sozialen Netz einfach übernehmen können. Und wenn dieser Schwindel gelungen ist – er gelingt leider verheerend oft – werden eben solche Spam-Bulletins versendet, am liebsten bei Nutzern mit Hunderten von Freunden:

Ein Beispiel für ein Spam-Bulletin auf MySpace, das mit Hilfe eines gephisten Accounts erstellt wurde

Der Spam-Charakter dieser „Mitteilung“ ist offensichtlich. Den MySpace-Namen des Absenders habe ich in diesem Screenshot bewusst nicht aufgenommen, da es sich ebenso um ein Opfer der Spam-Mafia handelt wie bei mir als Empfänger dieser „Mitteilung“. Von der Eingabe der angegebenen URL rate ich strikt ab, es handelt sich um ein „Angebot“ von Betrügern, die mit verbrecherischer und asoziale Spam auf Dummenfang gehen.

Früher habe ich mir noch oft die Mühe gemacht, ein gephishtes und für den Spamversand missbrauchtes Profil an MySpace zu melden, obwohl dies relativ umständlich ist. Inzwischen ist mir dieser Aufwand zu hoch geworden, und ich behelfe mir mit einer schnellen persönlichen Abhilfe, die ich übrigens jedem MySpace-Nutzer dringend empfehle, bevor das eigene Profil mit Spam-Kommentaren zugekleistert wird. Ich lösche den Absender eines solchen Bulletins sofort von meiner Freundesliste und sperre gleich darauf den zugehörigen MySpace-Nutzer, damit mit auch keine Spam-Nachrichten mehr zugesendet werden können. Dieser Vorgang nimmt immer nur wenige Sekunden meiner Lebenszeit in Anspruch, und ich muss den armen Seelen, die MySpace mit ihrer täglichen Arbeit möglich machen, nicht in vielen Worten erklären, was dort vorgefallen ist.

Allein aus dem Grund, dass ich selbst wie beschrieben vorgehe, dass ich solches Vorgehen jedem anderen Menschen empfehle und dass jeder andere vernünftige Mensch auch so vorgeht, sollte jeder MySpace-Nutzer darüber nachdenken, ob er sich nicht besser über Phishing und den Schutz vor diesem asozialen Verhalten informiert. Ansonsten ist schnell ein gewachsenes Netz des menschlichen Miteinanders im Internet verschwunden – auch MySpace ist bei Spam nicht gerade zimperlich und löscht betroffene Profile sehr schnell, wenn es ein paar Hinweise gibt.

Die widerlichen Bastarde, denen das alles egal ist, sind übrigens die Spammer, die auf MySpace nichts Persönliches zu verlieren haben.

„Spamford“ Wallace…

Sonntag, 29. Juli 2007

…ist von MySpace ausgeschlossen worden. Und anders als bei kleinen Privatpersonen mit ihrem Profil konnte das nicht etwa von MySpace selbst entschieden werden, sondern es wurde ein Gericht angerufen – schließlich hat Spamford Sanford ja Geld und eine ordentliche Abzock-Mafia hinter sich. Aber bei so eindeutiger Lage…

[…] habe er etwa 11 000 Profile und Gruppen angelegt, um darüber Werbebotschaften zu verschicken […] soll […] mindestens 320.000 Konten unter seine Kontrolle gebracht haben, um damit darüber 400.000 private Nachrichten und fast 900.000 öffentliche Kommentare abzusetzen, die auf seine eigenen Online-Casinos verwiesen.

…ist sogar die ansonsten geldgeblendete Justizia kaum zu einer anderen Beurteilung fähig – eine einstweilige Verfügung verbietet diesem Großverbrecher der Neuzeit den weiteren Missbrauch von MySpace.

Das ist aber keine Entwarnung, denn er tummelt sich auch andernorts herum. Die Spam hört nicht etwa durch ein paar Gerichtsurteile auf, ein lohnendes Geschäft zu sein; dazu bedarf es der Intelligenz der Empfänger. Erst, wenn fast alle Menschen gar nicht erst auf eine Spam anspringen, wird dieser lästige Müll aus dem Internet deutlich reduziert werden. Jede ungelesen gelöschte Spam ist ein Stück Wohltat für alle Internet-Nutzer.

Direkt von Pfizer

Sonntag, 29. Juli 2007

Na, das ist doch mal wieder eine tröstliche Nachricht aus der Mülltonne dem virtuellen Briefkasten. Endlich muss ich mich nicht mehr an irgendwelche dubiosen Arznei-Versender wenden, wenn ich mir etwas Viagra bestellen will…

Now you can order Genuine Viagra directly from Pfizer

…sondern kann es „direkt von Pfizer“ bekommen. Die werben jetzt also auch mit Spam? :mrgreen:

Na ja, „Pfizer“ wirbt nicht nur mit Spam, die selbstverständlich ungewünscht und mit gefälschtem Absender daher kommt; sondern „Pfizer“ verzichtet auch ganz offensichtlich darauf, diesen gewiss einträglichen Vertrieb über die eigene Website zu machen:

Here: www.kXXXXXXe.com [Die URL wurde von mir bewusst unkenntlich und unbenutzbar gemacht]

Klar, dass da noch niemand auf diese großartige Möglichkeit aufmerksam geworden ist.

Unglaublich, für wie dumm die Spammer ihre „Zielgruppe“ immer wieder halten. Und unglaublich, dass die unerwünschten Mitteilungen dieser Asozialen und Kriminellen offenbar immer wieder auf jemanden treffen, der allen Ernstes glaubt, dass man mit solchen Leuten ins Geschäft kommen könnte.

In solchem Zusammenhang…

All prices are tax/vat free and same-day free worldwide shipping also included.

…wirkt auch die Zusicherung nicht sehr überzeugend, dass neben den Preisen auf einer solchen Liste keine weiteren Kosten entstehen sollen, ganz gleich, an welcher Stelle der Welt der Schwanz gerade etwas schlapp macht. Vor allem, wenn diese Zusicherung von so einer „Signatur“ gefolgt wird:


ktfmfqfnfjgogoftgkghgpfmggfmi… [… „Text“ von mir gekürzt]

Alles in allem ist diese Mail ein guter Kandidat für den dümmsten Spamtext, den ich jemals bekommen habe.