Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Das Glück hat an die Tür geklopft

Sonntag, 28. Oktober 2007

Hi,

Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass das Glück endlich auch an meine Tür geklopft hat!

Klar doch, du  Spammer mit deiner gefälschten Mailadresse, deinem ausgedachten Namen „Andrea“ und deinem Botnetz, das solche Botschaften millionenfach unter arglose Menschen verteilt! Das ist deine einzige Absicht, das glauben wir dir alle!

Und? Was meinst Du jetzt mit „Glück“? Ach, dass du einen Zockladen gefunden hast:

Vor einem Monat habe ich großartige Spiele mit wirklich guten Grafiken entdeckt. Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet zu gewinnen…ich wollte einfach nur Spaß haben.

Nun, es gibt im Internet inzwischen recht viele Möglichkeiten, sein Geld zu verzocken. Es gibt bestimmt auch genug Deppen, die das für Spaß halten. Am wenigsten Spaß werden die gewiss in jenen virtuellen Etablissments haben, die mit millionenfacher Spam beworben werden – kein einigermaßen seriöses Online-Casino würde nämlich auf diese illegale und asoziale Form der Werbung zurückgreifen.

Da bleiben denn nur noch die Läden, in denen man richtig abgezockt wird. Die stören sich bestimmt nicht daran.  Aber auf das Abgezockt-werden wird man in dieser Spam ja schon vorbereitet:

Ich zahlte 50$ und erhielt einen schönen Bonus in Höhe von 50$ bonus ….und ich verlor beide Beträge beim Roulette.

Also zunächst einmal:  Wenn ihr Spammer schon extra in Deutsch schreibt, denn verwendet doch wenigstens die in Deutschland übliche Währung! Aber wenigstens bereitet ihr eure Opfer schon auf das Verlieren vor. Leider nur, um sie dazu zu bringen, noch mehr Geld zu verzocken…

Ich zahlte weitere $20 ein und begann die progressiven Jackpots zu spielen, – und BOOM – $129,300!

…damit sie auch glauben, dass sie mit einem bisschen Beharrlichkeit doch noch gewinnen können. Das ist gewiss gut für dieses Abzock-Casino, wenn jemand trotz anhaltender Verluste immer wieder neues Geld hinterher in den Rachen irgendwelcher Spam-Verbrecher schleudert. Am besten alle Spiele durchprobieren!  Je dümmer der Glaube ist, dass man bei euch Kriminellen groß absahnen kann, desto besser das Geschäft für euch Kriminelle.

Und jetzt noch mal ein schöner Erlebnisbericht, um der dummen Opferseele ein bisschen zu träumen zu geben:

Der Kundenservice rief mich sofort an, um mir zu gratulieren und mir beim Abheben der Summe behilflich zu sein – sie waren sehr nett und fair.

Da wissen die Deppen denn auch gleich, warum sie bei der Anmeldung eine Telefonnummer mit angeben sollen, um dem Adressdatensatz einen höheren Marktwert zu geben.

Ich bin so glücklich, dass ich einfach der ganzen Welt erzählen wollte, dass eines Tages das Glück zu jedem kommt.

Ja, „Andrea“, das hast du jetzt ja getan. Mit aufdringlicher, überrumpelnder, asozialer Spam, mit gefälschter Absenderadresse und mit großer Gier. Ich möchte „dir“ als Antwort nur erzählen, dass irgendwann die Strafverfolgung auch zu dir kommen wird, und ich wünsche dir ein regelrechtes Jackpot-Strafmaß und ein Abbrummen in einer Zelle, in der es für „dich“ keine Möglichkeit zum Spammen gibt.

Klicken Sie einfach hier und genießen Sie die großartigen Spiele … Ich hoffe, dass diese Email Ihnen ebenfalls soviel Glück bringen wird.

http://www.goldenmagicclub.com/lang-de/

Andrea

Zock deine Spiele selbst, Spammer!

Wahnwitz

Samstag, 27. Oktober 2007

Was man doch nicht alles bei eBay kaufen oder ersteigern kann:

Wahnwitz - Infos zu Wahnwitz - Jetzt bei eBay mitbieten und kaufen

Diese recht gnadenlose AdSense-Werbung wurde bei einer Google-Suche an der Seite eingeblendet.

Suchmaschinen-Spam abgestraft

Freitag, 26. Oktober 2007

Eine hier wenig zur Sprache kommende Form der Spamseuche ist das Manipulieren von Suchmaschinen durch Linkhandel. Diese Form der Spam wird vom normalen Internet-Nutzer gar nicht bemerkt, sie beeinflusst unsichtbar im Hintergrund die Reihenfolge, in der die Ergebnisse einer Internet-Suche dargestellt werden. Und damit ist diese Form der Spam sehr wirksam.

Erfreulich, dass Google jetzt energisch gegen diese Form der Spam vorgegangen ist. Seiten, die zum Marktplatz für Links geworden sind, wurden mit einer Herabstufung ihres PageRanks abgestraft. Und diese rigorose Aktion betrifft keineswegs nur kleine, private Seiten, auch ein paar ganz große der Content-Industrie mussten voller Panik feststellen, dass sie in den Google-Ergebnissen plötzlich unter „ferner liefen“ erscheinen. Das kommt davon, wenn man sich dazu entscheidet, ein Spammer zu werden – aber leider kommt es viel zu selten.

Der Vorteil für uns alle: In Zukunft könnten die Google-Suchergebnisse wieder viel besser werden. Allzu oft fanden sich in den Spitzenpositionen schon diese Seiten, die fremde Inhalte zur Ansicht oder zum Download anboten, um dieses Angebot mit überreich dargebotenen Werbelinks zu vergällen. Dass diesen Schmarotzern das Geschäft aus der Hand genommen wird, ist ein Segen.

Google

Freitag, 26. Oktober 2007

Und ein weiteres Stück „einfallsreicher“ Kommentararbeit im Sinne der Spam-Mafia. Der folgende Kommentator (es war ein Skript) hielt es für eine gute Idee…

Linktext in Spamkommentar: Google

…einfach „Google“ als Text für seinen Link auf eine gewiss fragwürdige Seite zu verwenden.

Was denkt sich so ein Spammer wohl?

Glaubt er, dass ein Leser von Blogkommentaren vom gespammten Blog so angeödet ist, dass er geradewegs zu Google möchte, um etwas Interessantes zu lesen? Warum spammt er denn nicht dort, wo es interessanter ist? Und glaubt dieser Spammer, dass ein Google-Nutzer nicht mehr die URL von Google kennt und deshalb so einen Link gerne annimmt? Obwohl das Linkziel auf eine recht obskure Website geht, der kein vernünftiger Mensch auch nur einen Funken Vertrauen entgegen bringen würde?

Glaubt der Spammer das wirklich? Ist er so bescheuert?

Ja? Hmm, das habe ich mir gleich gedacht.

Etwas klarer bitte…

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Ein kleiner Ausschnitt aus dem täglichen Wahnsinn der Kommentarspam. Die Spammer lassen auch noch das unreifste Skript auf das Internet los, selbst, wenn dabei nur „Mitteilungen“ wie die folgende entstehen:

Dotarull schreibt Hieroglyphen…

Mann, du Dullkopp Dotarull, nimm erstmal einen kleinen Programmierkurs, bevor du mit dem Spammen anfängst! Sonst wird das nie etwas.

WordPress: Trackback-Spam vermeiden

Montag, 22. Oktober 2007

Ein wundervoller und verblüffend einfacher Tipp gegen die Trackback-Spam in einem WordPress-Blog findet sich heute bei F!XMBR: Trackback-URL ändern.

Die Vorgehensweise ist sicherlich anspruchvoll, da die Quelltexte von WordPress bearbeitet werden müssen. Aber die Erklärung ist so gut, dass jeder Mensch die Änderungen vornehmen kann, wenn er mit einem Editor umgehen kann.

WKN: 600720

Montag, 22. Oktober 2007

Und wieder geht eine Spam-Kampagne zur Börsenmanipulation durch das weitgehend wehrlose Internet. Dieses Mal haben sich die Kriminellen das Pfennigpapier der ESCOM AG ausgesucht. Besondere Kreativität hat der Schwindel allerdings nicht…

ESCOM AG

RIESENGEWINN ERWARTET
Die Aktie steht kurz vor dem Ausbruch
Ein wahres Kursfeuerwerk
Die Rakete steht kurz vor dem Start!
Dabei sein ist alles!

Ob so ein vorgeblicher „Anlagetipp“ wohl seriöser wirkt, wenn er in der Sprache der Boulevardpresse verfasst ist? Vor allem, wenn die wuchtigen Metaphern so wenig zueinander passen wollen? Wenn eine „Rakete“ startet, möchte man im Allgemeinen kein „Feuerwerk“ sehen, und wenn ein „Ausbruch“ droht, schaut man doch lieber aus sicherer Entfernung zu und verzichtet auf das Erlebnis des „Dabei-Seins“. Aber solche Bedenken können diesen Text in der Drill-Lyrik der Spam-Sprache nicht aufhalten. Immerhin, dieser Spammer hat sich nicht einmal irgendwelche hanebüchenen „Informationen“ ausgedacht, weshalb denn nun ein „Riesengewinn“ zu erwarten steht. Er postuliert es einfach in eine gläubige Welt.

Und wenn die Welt nur gläubig genug ist, wenn nur ein paar hundert der Millionen Empfänger dieses Ätzschriebes so doof sind, dass sie jetzt Escom-Aktien kaufen,  denn können die mafiös organisierten Spammer wirklich einen RIESENGEWINN erwarten. Einfach nur, indem sie ihren Riesen-Stapel Pfennigzettel wieder abstoßen. Natürlich auf Kosten derer, die so dumm sind, dass sie wegen einer millionenfach versendeten Spam mit gefälschtem Absender sauer verdientes Geld für windige und hoch spekulative Börsenwerte ausgeben.

escom AG
WKN: 600720
Tageskurs: 0,03 Eurocent
7-Tage-Ziel: 12 Eurocent
4-Wochen-Ziel 50 Eurocent

Klar doch. Vor einem halben Jahr stand das Papierchen mal so bei acht Cent, und seitdem dümpelt es um die drei Cent herum. Da wird es bestimmt in nur vier Wochen einen Anstieg um 400 Prozent geben. Einfach nur so, ohne weiteren Grund. Wer das glaubt, wird zwar nicht selig, aber ist immerhin wahrscheinlich so dumm, dass er nicht einmal mehr seine eigene Dummheit bemerkt.

Sofort kaufen ist der Tipp des Tages!
Computeraktien sind auf dem Vormarsch.
Unaufhaltsamer Anstieg erwartet. (Vgl. Microsoft und Google)

Aber natürlich. Da wird auch ein Computer-Unternehmen, von dem man seit Jahren nichts mehr gehört hat, einfach so mitgerissen. Einfach nur, weil es ein Computer-Unternehmen ist. Es wird genauso wie Microsoft und Google unaufhaltsam steigen. Schade nur, dass man selbst mit Microsoft an der Börse nicht immer gut bedient ist, dass auch hier Einbrüche zu Verlusten führen können. Aber ein Unternehmen, dass weder Marktmacht, noch geldwerte immaterielle Güter noch eine besondere Substanz hat, wird unaufhaltsam aufsteigen. Vormarschierend.

Mit freundlicher Empfehlung,

Hainer Kampfer
Anlagestrategien
Der Mann der die Banken kennt

Ob der wohl die Banken kennt, weil er da im Vorfeld so einen großen Stapel Escom-Aktien gekauft hat? Mit Krediten, die er von anderen Banken bekommen hat, und die demnächst mit erschwindelten Geld zurück zahlen will? Oh, wie ich ihm wünsche, dass er auf seinen Aktien und auf seinen Transaktionsgebühren sitzen bleibt, weil den Menschen plötzlich ein Gehirn wächst! 👿

Wenn der schon keinen Knast kennenlernt – er kennt ja auch keine eigene Mailadresse und verwendet deshalb diverse gefälschte – denn soll er doch wenigstens die Banken kennen lernen. Als überschuldete, gescheiterte Existenz. Also als etwas, wozu er eigentlich lieber seine leichtgläubigen Opfer machen würde, wenn es sich nur für ihn lohnt.

Jetzt auch als MP3

Freitag, 19. Oktober 2007

Der „Einfallsreichtum“ der kriminellen Spammer kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, zur Spamabwehr eingerichtete Filtersysteme zu überwinden. Man könnte dort natürlich auch einfach akzeptieren, dass Menschen keine Müllmails wollen, aber das ist im „Geschäft“ der Spammer nicht vorgesehen. Die neuste, höchst asoziale Masche in diesem täglichen Versuch der Überrumpelung ist – wie heise online berichtet – die Einbettung von MP3-Ansagen zur Börsenmanipulation in eine Mail:

Nicht nur in Form verschwommener GIF- und JPG-Bildchen sowie als PDF- und Excel-Dateien verbreiten Spammer Aktien-Kauftipps, sondern neuerdings auch als MP3-Dateien. E-Mail-Anhänge mit Namen wie „elvis.mp3″, „bspears.mp3″ oder „loveyou.mp3″ sollen Anwender dazu verleiten, das entsprechende Wiedergabeprogramm zu starten und sich in dürftiger Qualität (16 kbps), mit verfremdeter Stimme und in englischer Sprache vorgelesene Aktientipps anzuhören. […]

Besonders unerfreulich ist diese Idee für die Benutzer schmalbandiger Internet-Zugänge und für Menschen mit Postfächern, die in ihrer Größe beschränkt sind…

Die Anhänge sind jedoch mit etwa 150 Kilobyte deutlich größer als sonstige Spam-Mails […]

…da die Spammer jetzt schon 150 KB benötigen, um etwas zu transportieren, was in Textform locker in 1000 Zeichen passt. Durch die base64-Codierung der angehängten Binärdaten wird dieser Umfang dieses Datenmülls noch einmal um 25 Prozent aufgebläht.

Beinahe jeder dritte Leser dieses Blogs (es sind fast genau 30 Prozent) ist mit einem schmalbandigen Internet-Zugang unterwegs (Einwahl über Modem oder ISDN). Das Abholen einer solchen Müll-Mail vom POP3-Server benötigt mit einem solchen Zugang über 30 Sekunden, und das für eine wirklich nicht erwünschte Information, die in der Regel sofort in die virtuelle Mülltonne wandert.

Kleine, aber meines Erachtens sehr wichtige Offtopic-Anmerkung: Ja, lieber Leser, das stimmt wirklich. Es hat nicht jeder DSL. Wer sich intensiver mit Auswertungen für seine Website befasst, der kann angesichts der offenbar von vielen Zeigenossen nur wenig beachteten Informationen aus allen Wolken fallen. Ich glaube, dass die Leserschaft dieses Blogs durchaus typisch für die Zusammensetzung der deutschen Internet-Nutzer ist, schließlich hat jeder ernsthafte Internet-Nutzer schon einmal Spam bekommen. Die weitaus meisten der Leser dieses Blogs kommen hierher, weil sie mit Google weitere Informationen zur erhaltenen Spam suchen, sie verwenden als Suchbegriff in der Regel eine Phrase aus dem Text der Spam. Wer so vorgeht, kann sogar schon als Teil einer gewissen „Elite“ betrachtet werden. Und von diesen Menschen hat jeder dritte eine schmalbandige Anbindung an das Internet. Darüber sollte jeder nachdenken, der Webdesign macht – sonst ist schnell ein Drittel der möglicherweise interessierten Leser ausgesperrt. Wer gar ein Geschäft im Internet machen will, kann es sich gar nicht leisten, jeden dritten Kunden an der Tür abzuweisen. Es käme ja auch niemand ernsthaft auf die Idee, Nutzer des unsäglichen Microsoft Internet-Explorer auszuschließen. Aber die gar nicht so große Kunst, eine für alle Menschen zugängliche, informationsbasierte Internet-Arbeit mit relativ schmalen Websites zu machen, ist unter dem Hype des traffic-intensiven Mitmach-Internets, auch als „Web 2.0″ bezeichnet, immer mehr verloren gegangen – auch und gerade dort, wo Unternehmungen ein Geschäft machen wollen. Der Grundsatz sollte im Zweifelsfall lauten: Design ist nichts, Inhalt ist alles. Ende der Offtopic-Anmerkung.

Wenn sich bei einem Menschen mit schmalbandigem Zugang gar einmal 40 bis 60 solcher Müll-Mails ansammeln, ist das virtuelle Postfach und damit die Möglichkeit zum preisgünstigen und einfachen menschlichen Austausch vorrübergehend zerstört worden. Solche Massen von Spam sind wirklich keine Seltenheit, ich habe auf dem Höhepunkt der gierigen Kampagnen solche Börsenspams in Textform und als PDF-Anhang schon in hundertfacher Ausführung an einem einzigen Tag bekommen. Den Spammern sind diese Folgen ihres asozialen Handelns vollkommen egal, die verstehen leider nur noch einen beherzten Tritt in die Fresse und einen Strick um den Hals. Es wäre mir lieber, diese Arschlöcher hätten Respekt vor den Menschen. Den haben sie aber nicht. Deshalb wird es höchste Zeit, dass sie wenigstens Angst um ihr erbärmliches, von gierigem Zucken und vampiristischer Lust geprägtes Arschloch-Dasein bekommen. 👿

Nicht einmal bei heise online glaubt man, dass die aktuelle Entwicklung das Ende der kriminellen Energie der Spam-Mafia ist:

Dass Videos zum Verschleiern von Spam-Inhalten herhalten müssen, dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Dann werden aber selbst 150 Kilobyte pro Spam-Mail nicht mehr ausreichen.

Vor allem ist, wenn es in den nächsten Tagen so weit gekommen ist, für viele Menschen die schnelle und praktische EMail als Mittel der Kommunikation zerstört worden. Von Menschen, die den Frieden verachten und nur ihre eigene Gier kennen.

Zur Hölle mit den Spammern!