
Na, das mit dem Text üben wir aber nochmal, du Dummspammer du! 😆

Na, das mit dem Text üben wir aber nochmal, du Dummspammer du! 😆
Es ist wirklich manchmal rätselhaft, was so ein Idiot sagen will. Ich meine so einen Idioten, der in der Kommentarfunktion eines Blogs so etwas wie eine öffentliche Litfasssäule sieht, die er mit seinem unerwünschten Werbemüll zukleistern kann.
Die Spamfilter sind ja richtig gut geworden. Da kommen auch die Spammer auf seltsame Ideen, wie man einen Link auf ein gewiss nicht seriöses Angebot in einen Blog quetschen kann:

Schön auf dem Punkt gebracht. Außer einem Link mit seinem impliziten „Klick mich“ sagt diese Kommentarspam gar nichts mehr aus. Dass dieser Link nicht dorthin führt, wohin es der Text des Links vermuten lässt, ist ja klar…

Ohne weitere Worte. Die „technologische Innovation“, auf die wir alle schon so lange gewartet haben. Ist es eine Arschfickmaschine? ❓
Im Moment ist ein Großteil der automatisch erstellten Kommentarspam in Blogs ähnlich gebaut. Als „persönliche Daten“ zu einem Kommentar werden ein Phantasiename, eine nicht existierende Homepage und eine nicht existierende Mailadresse eingetragen. Dann folgt als „Kommentar“ ein einzelner Satz oder eine kurze Aussage, die wahrscheinlich nach einem Zufallsverfahren aus anderen Quellen im Internet entnommen wird. Dieser immer gleiche Strunz wird gefolgt von etlichen Links auf die angebotenen Beglückungsideen, wobei es den dummen Spam-Skripten ziemlich gleichgültig ist, wenn sie dabei eine Link-Syntax verwenden, die das Blogsystem gar nicht unterstützt.
Aber manchmal entsteht bei diesem mechanischen Vorgang auch unfreiwillig ein bisschen Wahrheit, so wie in diesem aktuellen Fall:

„Give Me Money Please“ – Bitte, gib mir Geld! In diesen Worten ist trefflich zusammengefasst, was jeder Spammer von den Menschen will. Nur aus diesem einen Grunde, um ein paar unerfahrene Deppen abzuzocken spammt so ein krimineller Dumpfmeister ja auch.
Ich sollte mich wirklich nicht über Splogger aufregen, fülle ich doch selbst dieses Blog mit anderer Menschen, nämlich der Spammer, Werk. Und da ich die Postings in meinem RSS-Feed fröhlich mit einem Hinweis auf die Quelle versehe und der Mutter aller Splogger gar nicht erst einen korrekten Feed ausliefere, können sie mir alle mal den Buckel runterrutschen.
Aber dennoch ists einer kurzen Erwähnung wert, was sich da gerade in den Spamfiltern verfängt. Diese ganzen Pingbacks und Trackbacks von irgendwelchen Blogs, die einfach ein paar Worte aus einem anderen Blog zitieren und mit einer anständigen Portion Werbung würzen. Wenn die Pingbacks und Trackbacks „durchkommen“, führen sie zu einer Rückverlinkung des Inhaltsdiebes und verbessern damit sein Ranking in den Suchmaschinen – da so ein Splogger auch mal gern hunderte bis tausende von Blogs für seine Werbeabsichten missbraucht, kann er im schlimmsten Fall eher gefunden werden als das originale Posting. Der Stil der Splogger ist inzwischen etwas kultivierter geworden, es werden nicht mehr ganze Artikel übernommen, aber der Stil zeigt auch immer noch genau genug, was für einen Charakter so ein Spammer hat.
Ich hätte natürlich gern die aktuellsten Beispiele verlinkt, um einmal zu demonstrieren, was ich meine. Allerdings sind diese Blogs oft außerordentlich kurzlebig und schon nach wenigen Tagen wieder verschwunden. Ob da nun am Rande der Texte anderer Menschen für „clothes“, „credits“ oder „movie rentals“ geworben wurde, stets ereilt diese Websites das gleiche Schicksal des spurlosen Verpuffens. Das könnte auch daran liegen, dass einige der dort angebotenen Geschäfte nicht so ganz koscher sind – welcher Hoster hat schon Lust, sich als Komplize eines Kriminellen verantworten zu müssen?
Für alle Blogleser ergibt sich daraus eine Reihe von Folgerungen:
Generell gilt übrigens, dass die Pest des Internet, die Spam, genau dann verschwinden wird, wenn niemand mehr so doof ist, darauf anzuspringen und irgendwelchen Kriminellen sein Geld zu geben.

(URL im Screenshot von mir unkenntlich gemacht)
Was die Kommentarspammer sich doch immer „einfallen“ lassen, um doch noch durch die immer besseren Spamfilter zu flutschen. Hier haben wir ein echtes Beispiel von postmodernem Spam-Dadaismus vorliegen, bei dem ein paar Links mit eindeutigen Texten in vergammeltem Zeichensalat platziert wurden.
Das drängt doch zu einer Antwort.
Spam Hass Posting: Ergywm sploß auf Kommentarspam. Grmott linkt auf geisteskranke Werbung. Mmrrm gzywitt prohdell ohne Sexy Lady Spam. Warant gnyff fogel ohne wirksame Verhütung. Sparren nit om seks, besser billig tanken. Gritz fonka blurb blurb merkeln sie noch was, Skriglig Spämmer bring dich um!
Was ein Spammer von der Möglichkeit des Feedbacks in einem ungeschützten Gästebuch hält, kann man hier bei der Konditorei Kreipe anschauen. Auf dass auch wirklich jeder menschliche Austausch mit sinnloser und dummer Werbung vergällt werde.
Appetit auf die gewiss leckeren Erzeugnisse der Bäckerei macht es jedenfalls nicht. 
Und immer, wenn man glaubt, dass die Kommentarspam gar nicht mehr absurder und realsatirischer werden könnte, hat man ein neues Fundstück in den glibberigen Sieben seines Spam-Filters:

„Commit suicide on xanax!“ Schmeiß einfach eine Pille und bring dich um! Hauptsache, du kaufst die Scheiße bei uns. Ansonsten bist du uns scheißegal. Könnte man den von Gier zerfressenen, entmenschten Charakter eines Spammers deutlicher machen als mit einem solchen Auswurf?
Aber auch, wer gerade (noch) kein Interesse am Freitod hat, könnte ja Kunde werden. Vielleicht hat er ja einen besonders treuen Freund, einen Hund:

So kann der schlabbernde Begleiter vielleicht sogar mit Hilfe von Xanax den Wesenstest bestehen, wenn er sich nicht vorher umbringt. 