Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Autorenarchiv

Nichts Neues

Mittwoch, 7. März 2007

Normalerweise wird die Werbung ja nicht müde in der Verwendung des Superlativs oder in der Anpreisung des „Neuen“ und „Verbesserten“, wenn irgendwelche Produkte an den Kauftrottel gebracht werden sollen. Aber was soll der arme Werbetexter schreiben, wenn das zu verramschende Produkt so etwas von altbacken ist, dass einem wirklich nichts mehr dazu einfällt? Soll er etwa einfach den Textbereich leer lassen? Das fällt denn doch irgendwie auf, und deshalb muss da irgendetwas reingeschrieben werden. Egal, wie wenig sinnvoll es auch sein mag.

Vor diesem Problem stand auch unser anonymer Autor bei der Werbefirma, welche die Zeitungsreklame für Fox-Markt entwerfen musste. Hier kann man sehen, wie sich dieser geniale Autor im speziellen Fall einer Standard-Kaffeemaschine der leidigen Aufgabe entledigte:

Kaffeeautomat für 10 Tassen, Schwenkfilter mit Tropfverschluss, Wasserstandsanzeige, Ein/Ausschalter, Kontrollleuchte für nur noch 12 Euro

Er hat ganz einfach alles aufgezählt, was seit jeher Kennzeichen einer Kaffeemaschine ist. Damit nicht so viel Textfläche leer bleibt, sah er sogar noch besonderen Bedarf, den Käufer über die Existenz eines Ein/Ausschalters und einer kleinen Lampe aufzuklären, an der man sieht, dass die Maschine noch an ist. Auch scheint es keineswegs selbstverständlich zu sein, dass sich der Wasserstand irgendwo ablesen lässt, deshalb wird es eigens erwähnt.

Allerdings ist dem anonymen Kreativmenschen denn doch ein wenig die Kreativität ausgegangen. Neben dem Preis wäre noch Platz für weitere Punkte zur Beschreibung aller Merkmale des angebotenen Produktes gewesen. So wären etwa die folgenden Punkte noch einer Erwähnung wert:

  • Filterhalterung mit Einfüllöffnung für Kaffeepulver
  • Netzanschluss (230V, 50 Hz)
  • Wasserdichter Wasserbehälter
  • Warmhalteplatte
  • Passende, formschöne Kaffeekanne

Na gut, lassen wir das. Sonst muss ich es demnächst noch irgendwo lesen… 😀

Erster!

Mittwoch, 7. März 2007

Dieses Blog musste gerade einmal eine Woche online sein, bis es vom ersten Skript eines Kommentarspammers gefunden wurde. Offenbar ging der „Autor“ dieses ersten Spamkommentares davon aus, dass dieses Blog ein guter Marktplatz für astronomische Geräte sei:

Meade 04522 Deep Sky Imager Color Digital Image Sensor For Telescopes

Wie er darauf gekommen ist? Das wissen nur die Sterne. Am Inhalt des Blogs kann es kaum liegen, und auch die Sprache ist nicht gerade „zielgruppengerecht“ für ein deutsches Blog. Eben die übliche Form der Spam-Werbung, also ziellos abgefeuerte Schrotmunition, bei der die antisozialen Werber einfach davon ausgehen, dass schon irgend etwas getroffen wird.

Besonders lustig ist allerdings der Text, der unter dem obligatorischen Link auf einen gewiss unseriösen Online-Handel mit Astronomie-Zubehör geschrieben wurde:

Here’s a site I found today while I was bored at work

Tja, Spammer, wenn du bei deiner Arbeit so gelangweilt bist, solltest du es einfach mal mit richtiger Arbeit versuchen. Glaub mir, das hilft.

Softwareaktualisierung (Citibank)

Dienstag, 6. März 2007

Nicht nur die Kunden der Sparkasse sollen abgephished werden. Auch wer bei der Citibank ist, soll die Gelegenheit erhalten, sein Geld an kriminelle, asoziale Subjekte zu verlieren.

Die Phishing-Mail ist genau so aufgebaut wie die aktuellen Mails an Sparkassen-Kunden, auch der Text ist unverändert. Nur das kleine Sparkassen-Logo oben links ist gegen ein Logo der Citibank oben rechts ausgetauscht. Die geben sich nicht einmal ein bisschen Mühe, was sich auch an gewissen grammatikalischen Schwächen zeigt (von mir hervorgehoben):

Die Technischen Abteilung der Citibank Deutschland führt zur Zeit eine vorgesehene Software-Aktualisierung durch […]

Der Link führt diesmal auf die Domain iisik.hk, vielleicht „freut“ man sich auch dort über die fröhliche Eingabe von Phantasiedaten. Je mehr Datenmüll diese Kriminellen haben, desto weniger nützen ihnen die nutzbaren Daten von unerfahrenen Deppen, die auf alles klicken, was sich nur anklicken lässt.

Dass die Citibank mit diesen Umtrieben überhaupt nichts zu tun hat, sollte klar sein, wird aber zur Sicherheit noch einmal deutlich erwähnt.

Sparkasse Online-Banking

Montag, 5. März 2007

Das ist doch genau der richtige Betreff. Vor allem für Menschen wie mich, die gar kein Konto bei irgendeiner Sparkasse haben.

Phishing bei Sparkassen-Kunden, ein Beispiel des ganz normalen Wahnsinns im heutigen InternetDamit die älteste Phishing-Masche des Internet überhaupt noch eine Chance hat, durch die inzwischen überall laufenden Spamfilter zu kommen, haben die Betrüger darauf „verzichtet“, ihre Mitteilung als Text in der Mail abzulegen.

Stattdessen gibt es eine große, verlinkte Grafik, die allen Empfängern von der „Software-Aktualisierung“ bei „der“ Sparkasse berichtet und freundlich darum bittet, doch einmal auf den Link zu klicken und dort den Betrügern die Möglichkeiten zu geben, das Konto abzuräumen. Sollte man dabei den „Link“ verfehlen, ist das gar kein Problem, da ja die ganze Grafik verlinkt ist – das sieht man übrigens gut an der Formänderung des Mauszeigers. Wenn diese Schwachköpfe eine Image-Map verwendet hätten, wäre der Beschiss doch gleich ein bisschen unauffälliger gewesen. Aber so viel Achtung vor ihren potenziellen Opfern haben die nicht. Brauchen sie auch nicht zu haben, da offensichtlich immer noch genug Deppen auf diese Masche hereinfallen.

Dass die in der Grafik angegebenene URL nicht stimmt, sollte klar sein. Stattdessen führt der Link auf die Domain maslis.com – allerdings haben sich die Phisher schon eine gewisse Mühe gegeben, die wirkliche Domain zu verstecken. Die ersten Zeichen haben noch viel Ähnlichkeit mit dem angegebenen Link.

Wer mag, kann da ja mal vorbeischauen und Phantasiedaten eingeben. Darüber freuen sich die Spammer bestimmt.

Da der Trick mit dem Text in der Grafik scheinbar noch nicht reicht, um sicher durch die Spamfilter zu kommen, haben die Arschlöcher noch etwas „richtigen Text“ unter die Mail geklemmt. Dieser „richtige“ Text steht da in englischer Sprache und einer Länge von ca. 140 Wörtern sinn- und kontextlos unter der angeblichen Sparkassenmitteilung und schafft dort einen weiteren, wertvollen Eindruck von der kriminellen Energie der Phisher. Es ist davon auszugehen, dass dort jedes Mal ein anderer Text steht. Meiner begann übrigens mit den Worten:

I was bringing you champagne, wasn’t I? carol collectible And I‘ll make sure you get your pain medication right on time.

Das passt. Ich habe mir gerade eine Paracetamol geworfen… 😆

Den Satz des Personals

Montag, 5. März 2007

Was da eine wohl windige Firma namens Valeo Consulting schreibt, wirkt ja schon in der Betreffzeile der Mail wieder einmal so richtig „hochwertig“.

Den Satz des Personals in Gesellschaft Valeo Consulting

Leute, wenn ihr deutsche Geldwäsche-Komplizen für eure windigen Betrugsgeschäfte braucht, denn bemüht euch wenigstens um ein verständliches Deutsch. Was irgendwelche Übersetzungsprogramme so ausspucken, hat eher den Charakter von unverständlichem und wirrem Gestammel.

Immerhin habt ihr beim Rest des Textes doch eingesehen, dass man besser eine Sprache benutzt, die man selbst ein bisschen beherrscht. Deshalb habt ihr auch die komplette Mail in englisch geschrieben. Und dabei habe ich mich schon wieder so über einen Teller schmackhafter, unfreiwillig dadaistischer Lyrik direkt aus dem Computer gefreut. :mrgreen:

Hokus Pokus Actimel

Sonntag, 4. März 2007

Und hier die kurze Demonstration des zeitgemäßen Werbezaubers für jene, die daran glauben sollen.

Vorher: Zwei lichtlose schlaffe Gestalten setzen die Becher an.

Zwei lichtlose Gestalten setzen den Zaubertrank an. Sie sind so schlaff und lau, dass ihre Körper nicht einmal mehr Kontrast haben.

Der Hokuspokus: Grinskugeln boxen sich durch die müde Masse.

Daraufhin boxen sich grinsende, glubschäugelnde Zauberkugeln durch die träge Masse des Körpers. Die bösen bösen Schlaffteilchen werden vernichtend geschlagen, der Körper wird erfüllt von Hokus Pokus Actimel.

Das Ergebnis: Magisches Licht dringt aus den Beispielkonsumenten

Als Ergebnis dieses faulen Zaubers dringt magisches Licht aus den Platzhaltern für die dummen Käufer. Man beachte die Kontrastverstärkung. Wieder einmal hat der Produktzauber ganze Arbeit geleistet.

Offenbar gibt es in der heutigen Zeit genug Menschen, die auf solche privitiv-magischen Bilder zumindest so weit „anspringen“, dass sich eine solche Kampagne lohnt. Die Werbung wird zum Spiegel der ganz normalen Irrationalität. Es ist nun einmal leichter, einen industriell gefertigten und in den Supermarktregalen stehenden Zaubertrank zu schlürfen, als einen krank machenden Lebensstil zu hinterfragen und so weit als möglich zu ändern. Es ist leichter, und es ist dümmer.

Und es ist offenbar ein gutes Geschäft, was sich auch darin zeigt, dass diese Kampagne schon seit Jahren fast unverändert in dieser Form läuft.

CREATIVE IMPACT LLC

Freitag, 2. März 2007

Das ist ja wieder ein sehr „kreativer“ Einschlag im Postfach, der da mit dem Betreff „Job zu Hause“ durch die Spamfilter gerutscht ist. Offenbar haben die es im Zeitalter der Massenarbeitslosigkeit sehr schwer, Leute zu finden, die bestimmte Arbeiten machen. Die haben es so schwer, dass sie mechanisch erstellte Massenmail mit gefälschter Absenderadresse versenden müssen, um eine „öffentliche Ausschreibung“ zu machen.

Sehr geehrte Damen und Herren!
Zur Zeit schreiben wir folgende Stellen öffentlich aus:

Klar, die Zeiten sind schwer geworden. Vor allem im „Finanzgeschäft“ scheinen sich kaum noch Mitarbeiter zu finden:

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
>> On-line-Zahlung Manager

Freie Stellen vorhanden: 17
Geographische Lage: Europa
Gehalt: 430-550 EUR pro Woche (in ersten 2 Wochen Probezeit)
Beschäftigung: teilweise (2-4 Stunden pro Tag)

Wer will denn auch schon wirklich so ein „Manager“ sein, der für eine Halbtagstätigkeit schon in seiner „Probezeit“ vier lila Lappen im Monat bekommt? Da geht man doch lieber putzen. Vor allem, weil man hier so richtig harte Arbeit zu tun hätte:

Arbeitsbeschreibung:
— Anrufe beantworten und elektronische Post bearbeiten
— die projektverbundene On-line-Zahlungen verwalten

Anforderungen:
— Internetkenntnisse
— Telefon 24/7 (ganztägig)

Man könnte glauben, dass diese Firma früher einmal Comdex hieß. Gesucht werden hier Idioten, die glauben, dass man einen relativ gut bezahlten Job über eine Spam bekommt. Die aufgezählten „Anforderungen“ werden wohl von jedem erfüllt, der eine Mail lesen kann. Was diese Idioten wirklich tun sollen, geht aus dem Text der Mail allerdings nicht hervor.

Aber auch, wer nicht ins „Management“ möchte, bekommt mit der gleichen Spam ein Angebot:

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
>> Fernassistent

Freie Stellen vorhanden: 19
Geographische Lage: Europa
Gehalt: 350-480 EUR pro Woche (in ersten 2 Wochen Probezeit)
Beschäftigung: teilweise (2-4 Stunden pro Tag)

Arbeitsbeschreibung:
— Korrespondenz von unserer Firma und unserem Konsument bekommen
— Anrufe beantworten und elektronische Post bearbeiten
— begrenzte Zahl von telephonischen Anrufen machen

Anforderungen:
— Internetkenntnisse
— Telefon 24/7 (ganztägig)

Jawoll, richtig gelesen. Diese windige Firma zahlt drei lila Lappen im Monat für eine Halbtagstätigkeit, bei der sie offenbar vor allem dafür sorgt, dass die „Kundenkontakte“ mit irgendwelchen in ihrer Wohnung sitzenden Privatleuten stattfinden. Für bestimmte „Geschäfte“ ist das bestimmt sehr praktisch. Die „Kunden“ telefonieren zu einer Privatnummer, schreiben an eine Privatanschrift und mailen an eine Privatperson. So kann dieser „kreative Einschlag“ auch ein bisschen Geld umsetzen und muss dabei nicht einmal seine Mailadresse fälschen, wie er es bei diesem „Jobangebot“ getan hat.

Und damit man auch ja nicht glaubt, dass man es mit irgendwelchen Betrügern zu tun hat, wird unter dieses sehr seriös und professionell gestaltete Angebot noch eine beruhigende Aussage geschrieben:

WICHTIG:
Diese Stellen fordern keine Investitionen Ihrerseits.
Wir brauchen Investitionen Ihrer Zeit und Ihres Bemühens für gute Ergebnisse

Leider hat der Sprachverantwortliche dieses „kreativen Einschlages“ jetzt seine letzten Fähigkeiten in der Formulierung deutscher Sätze verloren. „Wir brauchen Investitionen Ihrer Zeit…“ 😆 Die brauchen nicht nur irgendwelche windigen „Manager“ und „Fernassistenten“, die könnten auch einen „Deutschbeauftragten“ gebrauchen. Der wird hier allerdings nicht „öffentlich ausgeschrieben“…

Um unsere Zusammenarbeit fortzusetzen, füllen Sie den untengegebenen kurzen Fragebogen aus und meilen an uns: [… Mailadresse von mir entfernt]

…und deshalb glaubt man dort weiterhin, dass „meilen“ von „Meile“ herstammt. Einmal ganz davon abgesehen, dass die angegebene Mailadresse bei Google Mail liegt. Für eine eigene Domain hat es diesem gewiss seriösen Dienstleister, der seine strunzdummen Schergen Mitarbeiter so gut bezahlt, offenbar noch nicht gereicht.

Blau

Donnerstag, 1. März 2007

Standbild aus dem TV-Shop: Ionic White

Klar, wenn man in so eine Vorrichtung zum chemischen Zahnbleichen eine blaue LED einbaut, denn ist sie gewiss viel wirksamer. Das glaubt doch jeder. Zumindest jeder, der es aushält, sich ein paar Stunden lang ein Fernsehprogramm anzuglotzen, das nur aus Werbung besteht.