Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Gegen Weltmangel

Sonntag, 24. Juni 2007

Wir leiden ja alle darunter, dass uns so schnell die Welt ausgeht . Wie gut, dass die Werber da Abhilfe leisten und uns „jede Woche eine neue Welt“ versprechen:

Tchibo - Jede Woche eine neue Welt - Hier gilt leider nicht die Angebotsgarantie

Der claim von Tchibo ist ja in seiner kecken, geisteskranken Anmaßung, das eigene Tinnef-Angebot mit der Welt zu verwechseln, schon schlimm genug. Aber auch die Einschränkung in diesem speziellen Druckwerk will dazu genossen sein: „Hier gilt leider nicht die Angebotsgarantie“.

Die Werber merken offenbar nicht einmal mehr, was für ein unfreiwillig komisches Gebrabbel aus ihren Texten zu sprechen beginnt, wenn man sie nur liest. Eine Werbe-Realsatire, wie sie einem nur selten aus dem Müll angrinst.

Quelle des Scans: Postwurf-Werbung von Real für die KW 26/2007.

Hallo mein Freund!

Sonntag, 24. Juni 2007

Was für eine überlange Spam von „Deine Maria“, die natürlich so wenig „mein“ ist, dass sie ihre Mitteilungen mit gefälschtem Absender verfasst hat. Dafür hat sie einen interessanten Zugang zur deutschen Grammatik gefunden; dieser wird durch die ganze Mail hindruch tapfer fortgeführt.

Hallo!!! Ich bitte dich, sich uber meinen Brief nicht zu verwundern. Ich sah dein Profil auf „Singles.freenet.de“.

Ach, wo man doch überall Informationen über mich findet! Sogar auf Seiten, auf denen man nichts über mich finden kann. Ich bin zwar alleinstehend, aber glaube keiner, dass ich meine Mailadresse bei irgendeinen Dienst für „Singles“ hinterlegen würde. Ich kriege auch so schon genug Spam.

Und ich wollte dir den Brief schreiben. Du der schone und sexuelle Mann. Ich will dich besser und naher sehr erfahren. Ich habe solches Gefuhl dass du ein Mann meines Traumes sein darfst. Aller ist in dieser Welt moglich. Du bist einverstanden? Ich glaube dass wir unsere Bekanntschaft beginnen werden.

Also Maria (von hebr. „Mirjam“, das heißt „Bitterkeit“), ich glaube, du hast da einen völlig falschen Eindruck von mir bekommen. Ich kann ja verstehen, dass du dich sexuell ein wenig unterfordert fühlst, wenn es aus deiner Genitalöffnung trieft, dass man an einen Kiesellaster denken muss. Aber ich kann es dir leider nicht so hart geben, wie du es zu brauchen scheinst, wenn du eine solche Spam an mutmaßlich Millionen der Empfänger schreibst. Versuch es doch mal mit einem eingeführten Tauchsieder, der mag eher deinen Hoffnungen entsprechen. Da wirst du vielleicht auch das erste Mal richtige Wärme spüren.

Ich will dir uber mich erzahlen. Ich das einfache Russische die Frau. Mir 30 Jahre. Meinen Geburtstag den 11.01.1977 Ich lebe in Stadt Sankt Petersburg. Es ist eine zweite Stadt in Russland. Ich bin uberzeugt dass du meine Stadt weit.

Ja, ich weiß deine Stadt weit. Zum Glück.

Ich lebe in einer Wohnung zusammen mit der Mutti und der Vater.

Hast du den beiden schon erzählt, dass du jetzt über Spam einen neuen Stecher suchst? Wie die das wohl finden würden? 😈

Meine Mutti auf der staatlichen Rente. Mein Vater arbeitet im Eisenbahnbau. Es ist ein guter und friedlicher Beruf.

Und du arbeitest in Spam-Geschäft. Das ist ein übler, asozialer Beruf, der den Frieden geradezu verachtet.

Ich die einzige Tochter bei den Eltern. Ich habe den Bruder oder die Schwester nicht. Aber ich habe die Cousine und des Cousins. Ich arbeite in die Transportgesellschaft.

In der Tat, du arbeitest bei einer Transportgesellschaft. Du transportierst für mafiöse Spammer unerwünschte Spam-Mails durch das Internet. Sogar zu mir, der ich über solche Transporte blogge.

Ich plane die Bewegung des Transportes und die Beforderung der grossen Ladungen nach ganzem Russland.

Im Moment machst du aber einen Mülltransport über die Internet-Straßen nach ganzem Deutschland. Das ist wohl einfacher für dich. Kostet auch nicht so viel wie eine Spedition. Kostet nur den Empfängern Nerven.

Mir gefallt meine Arbeit.

Mir gefällt deine Arbeit nicht. Mir gefällt überhaupt keine Spam. Schon gar nicht, wenn sie so verlogen und heuchlerisch ist wie deine.

Aber leider bei mir das kleine Gehalt. Aber das Geld ist haupt-fur mich nicht.

Sag bloß, du kriegst noch nicht einmal Geld fürs Spammen. Wer soll dir das denn glauben?

Fur mich das Wesentliche die Liebe und das Gluck. Ich will aufrichtig mit dir in seinen Briefen sein. Ich habe die Geheimnisse vor dir nicht.

Klar, deshalb versendest du deine triefenden Spams auch mit gefälschtem Absender, so als Zeichen ganz besonderer Aufrichtigkeit.

Ich sage dir dass ich die vorliegende Liebe suche. Das vorliegende Gluck. Ich suche das Bundnis der Liebe und des Gluckes. Viele Manner und die Frau suchen seine Liebe und das Gluck. Es ist sehr viel Leute in dieser Welt einsam. Viele Frauen und der Mann suchen seine Liebe im Internet. Viele finden das Gluck und die Liebe. Viele haben die Fehler und die Enttauschungen. Leider, ist viel es im Internet Betrug. Ich las daruber in der Zeitung. Es ist traurig. Ich werde aufrichtig mit dir und ich bitte dich, ehrlich auch zu sein. Die Ehrlichkeit und das Vertrauen sind fur die Liebe sehr wichtig. Es ist fur mich und fur dich wichtig. Keine Spiele. Nur die ernsten Beziehungen. Ich glaube dass die Liebe am meisten wesentlich in der Welt ist.

Wenn so eine Spamfotze erfundene Gestalt wie diese „Deine Maria“ von Glück und Liebe schreibt, ist das genau so zum Symbol verrottet wie das Herz auf Langnese-Eispackungen oder über einem Bordell. Es geht eben um die „Ware Liebe“, und die verkauft sich inzwischen wohl auch so schlecht, dass man dafür spammen muss.

Warum suche ich seinen Mann in Deutschland? Wahrscheinlich willst du daruber fragen.

Eigentlich nicht, das ist mir schon klar. Je weiter weg, desto besser für bestimmte Arten des Geschäftes.

Fur die Liebe und das Gluck existiert der Hindernisse bei der Entfernung nicht. Meine Freundin beratete mir, nach dem Mann in Deutschland zu suchen. Wir sind von der Kindheit befreundet. Wir lernten in einer Schule. Unsere Eltern waren von den Familien befreundet.

Und jetzt arbeitet ihr beide als Handelsware.

Meine Freundin lebt in Deutschland in diesen Moment. Die Stadt Baden-baden. Vor einigen Jahren konnte sie nicht nachdenken was in Deutschland zu leben wird. Aber jetzt es so. Sie ist zum normalen Leben zuruckgekehrt. Sie hat seine Liebe im Internet gefunden. Sie hat den deutschen Mann gefunden. Sie ist in Deutschland zu seinem Brautigam abgereist. Sie hat den deutschen Mann verheiratet. Sie sehr glucklich jetzt.

Klar doch, und der Himmel hängt voller Arschgeigen…

Sie haben seine Firma. Das grosse Geld und das Business. Ich bin dass meine beste Freundin glucklich in diesen Moment sehr sehr froh.

…und voller Euromünzen. Es streicht und klimpert in rosa Herzchen aus dem Arsch.

Aber ich kann dir nicht mit einer Firma dienen, du verfaulte Spam-Schreiberin mit deinem gefälschtem Absender. Das einzige, womit ich dir dienen könnte, wäre eine ordentliche Tracht Prügel. Und die hast du dir verdient, wirklich. Aber jetzt sag mir nicht, dass du auch darauf noch stehst. Wenn ich mit dir fertig bin, wirst du jedenfalls nicht mehr darauf stehen.

Sie hat mir angeboten, nach seiner Liebe im Internet zu suchen. In Deutschland. Ich glaube dass ich seinen Mann finden kann. Ich werde die Probleme fur das Leben in Deutschland nicht haben. Aber das Geld bin fur mich nicht wichtig. Ich weib dass das Wesentliche in das Leben die Liebe und der geliebte Mensch.

Und natürlich – du versäumtest es zu schreiben – der deutsche Pass nach der Hochzeit. Man weiß in Russland wohl inzwischen, was für eine sexuelle Wüste dieses Land ist, und da betreibt man den Menschenhandel eben auf diese Weise, mit alles in allem recht gut formulierten Spams, die millionenfach wie Schrotmunition auf deutsche Leser losgelassen werden. Ein ganz dickes Geschäft mit der Armut. Mit der Armut hier (die menschlicher Natur ist) und dort (die ökonomischer Natur ist). Alle Ächtung!

Ich werde seinen Mann den glucklichsten Menschen in der Welt machen. Ich kann in Deutschland zu jeder Zeit ankommen. Ich habe das Visum. Der Mann meiner Freundin half, mein Visum zu machen.

Ach, der hat eine Druckmaschine? Wie praktisch! :mrgreen:

Ich suche der gute und gute Mann. Der mich liebgewinnen kann. Und ich werde diesen Mann liebgewinnen. Moglich es du? Ich werde seinen Mann glucklichst in der Welt machen. Ich glaube in die Liebe auf ganzes Leben. Ich bin uberzeugt dass ich seines Gluck und die Liebe finden werde. Nach welcher Frau suchst du? Welcher dein Traum?

Und, geneigter Empfänger unseres triefenden Rundbriefes, überleg dir gut, nach welcher Frau du suchst. Wir haben viele im Angebot, da ist auch eine dabei, die zu deiner Polstergarnitur passt. 👿

Jetzt ich vollkommen einsam. Ich habe etwas Freundinen. Aber ich habe den nahen Menschen nicht. Ich habe geliebt den Mann nicht. Ich versuchte, nach dem Mann in seinem Land zu suchen. Aber alle Manner wollen nur die Unterhaltung. Die Manner wollen nicht die ernsten Beziehungen haben.

Das ist kein Wunder, so wie ich dich erlebe… 😛

Ich hoffe mich dass du uber mich mehr erfuhrst. Ich werde uber mich mehr in jedem Brief erzahlen. Ich hoffe mich dass du uber dich mehr auch erzahlen wirst. Mir wird es sehr interessant sein, uber dich mehr zu erfahren. Ich will dich mehr nahe erfahren. Mir ist es sehr interessant. Ich werde deinen Brief warten. Dein Brief wird mich glucklich machen. Versprich, zu antworten! Ich werde deinen Brief warten. Ich bin obligatorisch werde antworten. Ich werde dir das Foto schicken und ich werde uber mich mehr erzahlen.

Also schreib mir gefälligst, du geiler Sack! Und denn erzähle ich dir alles weitere. Zum Beispiel, wohin du das Geld senden musst, das ich noch für meine Papiere brauche, die ich doch eigentlich schon habe. Oder für das Flugticket. Oder, um den räudigen Polizisten zu bestechen. Vielleicht komme ich auch zu dir, denn der Menschenhandel floriert gewiss in Russland, seit die Mafia die Macht hat. Je nach dem, von welcher Art Dummheit du befallen bist. Wir haben hier ein paar Leute, die ganz viel Erfahrung darin haben, deine Antwort zu bewerten und angemessen darauf zu reagieren. Und wir haben hier ganz viele Textbausteine, aus denen wir überzeugende „Briefe“ erstellen können, die ganz genau so klingen wie dieser hier. Wenn nötig, denken wir uns sogar extra für dich etwas aus – Bonität vorrausgesetzt.

Natürlich wissen wir auch, wie wir dich so richtig fesseln können mit unserer Form der Kommunikation – eine Geschmacksprobe haben wir dir ja schon gegeben. Es ist uns wohlbekannt, wie vereinsamt viele Männer gerade in der BRD sind; ebenso wissen wir, dass es dort einen regelrechten Sexmangel gibt. Wir wissen also, mit welchem Wurm wir dich angeln müssen, wenn du auf diese Mail antwortest.

Und glaub uns: Jede unserer Antworten wird herzzerreißend menschlich klingen. Davon leben wir schließlich. :mrgreen:

Deshalb antworte uns lieber nicht mit deiner richtigen Mailadresse, denn auch wir bevorzugen es ja, die Absender zu fälschen. Aber wenn wir viele Antworten bekommen, denn werden wir nicht zu unserem eigentlichen Geschäft kommen, dem Betrügen und Abzocken naiver und bis zur Idiotie vereinsamter Menschen.

Meinen personlich e-mail: mariajajajamari@yahoo.com

Natürlich ist das nicht die Mailadresse, die als Absender verwendet wird. Und natürlich haben die Kriminellen sich nicht einmal die Mühe gemacht, diese Adresse als Reply-To-Adresse anzugeben, dafür hätten sie ja auch das verwendete Spam-Skript verstehen müssen. Aber vielleicht freuen sie sich ja doch über ein bisschen Post…

Aber nochmal die wichtige Warnung: Es handelt sich hier um Kriminelle, die im Zweifelsfall vor nichts zurückschrecken werden. Es geht hier nicht nur um den Verkauf irgendwelcher Arzneimittel, sondern entweder um organisierten Vorschussbetrug oder um organisierten Menschenhandel – die Mail lässt beide Optionen offen. Wer solche Geschäfte macht, versteht keinen Spaß und könnte die automatische Waffe sehr locker sitzen haben, falls man in die Quere kommt.

Zum Einen behindert es das Verbrechen, wenn man hier eine kurze Mail mit einem improvisierten Text hinschreibt; zum anderen kann man sich damit aber auch erheblich in Gefahr bringen. Deshalb jede eventuelle Antwort mit einer vollständig anonymisierten Mailadresse verfassen, die am besten nach der Aktion weggeworfen wird. Mit allen eventuellen Antworten äußerst vorsichtig umgehen. Auf keinen Fall zulassen, dass das verwendete Mailprogramm eine automatische Empfangsbestätigung schickt. Keinen Anhang öffnen, ohne ihn durch mehrere zuvor frisch aktualisierte Virenscanner zu testen. Keine persönlichen Daten in eigenen Texten preisgeben, nur irgendwelche Fantasie-Angaben.

Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen kann man durchaus dafür sorgen, dass dieser neuen Masche des Spam-Verbrechens von Anfang an so begegnet wird, dass sich der damit verbundene Aufwand für die mafiös organisierten Gangster nicht lohnt. Das muss nicht mehr als eine Woche lang ein Viertelstündchen heiteres Verbrecher-Belügen kosten. Und nicht vergessen, dass man im „mittleren Management“ oder vielleicht noch etwas höher arbeitet, damit man auch ein „lohnendes Opfer“ ist. Damit kann man auch immer begründen, dass man nicht so schnell antwortet – die viele Arbeit frisst einen ja auf. 😉

Kuss
Deine Maria

Kuss
Dein Judas 👿

PS: Fahr zur Hölle!

Häh?

Samstag, 23. Juni 2007

Und wieder einmal hat sich die Kommunikation von allen Inhalten emanzipiert:

angela backpack, asylum arthritis continuation, denebola brittany. cognac cleanup delivery bias brag blomberg bowie. diameter cryogenic defer deemphasize bloodshed aggression cowpunch addend childbear ailanthus die computation. coercion cpa cement advocate buckwheat blare crude

Nicht einmal irgendein Angebot oder eine mitgeteilte URL hat sich in dieses geisteskranken Gebrabbel verirrt. Es ist einfach nur lästiger Müll, der nicht einmal für den Spammer einen Nutzen hat.

Spam-Krieg wird fortgesetzt

Freitag, 22. Juni 2007

An sich ist so ein Filter gegen Spam zwar eine passive, aber doch auch eine deutliche Maßnahme. Wer Spam automatisch ausfiltern lässt, zeigt damit auch, dass er die tägliche Verstopfung seines virtuellen Postfaches mit illegalen und asozialen Mitteilungen nicht dulden will.

Das interessiert die kriminellen Spammer aber nicht. Statt sich nach einem weniger asozialen Gelderwerb umzuschauen, suchen diese Arschlöcher immer wieder nach neuen Wegen, wie sie ihre gierkranken „Mitteilungen“ durch die Spamfilter lotsen könnten. Im Moment machen sich die Gauner zu Nutze, dass die Spamfilter noch keine PDF-Dateien für den Acrobat Reader analysieren. Und so werden die Versuche zur Börsenmanipulation als PDF-Anhang zu ansonsten völlig sinnfreien Texten versendet, wie heise online heute meldet:

[…] Um die Spam-Filter auszutricksen, enthält der eigentliche Text der Spam-Mail zwar leicht wirre Phrasen, die lassen aber bei der Prüfung durch den Spam-Filter kaum Verdacht auf Junk-Mails aufkommen. Im Anhang steckt dann allerdings profanes Stock-Spam: In einem PDF-Dokument wird für Aktien der Firma Talktech geworben. […]

Spammer gehören zu den Menschen, die jeden Tag aufs Neue belegen, dass mit ihnen kein Frieden möglich ist.

MOBIL.E-MAIL.US

Donnerstag, 21. Juni 2007

Die kriminellen und asozialen Börsen-Manipulierer haben sich ein neues Pfennigpapier ausgesucht, um auf Dummenfang zu gehen. Wie üblich sind die Mails in stümperhaft schlechter Sprache gehalten, um auch ja nicht die Spur eines Eindruckes zu erwecken, dass hier vernünftige Börsentipps gegeben werden.

Aber selbst, wenn die sprachliche Form gut geraten wäre; die Auslieferung als illegale Spam mit gefälschtem Absender würde jeden guten Eindruck in den Dreck zurückziehen, aus dem der ganze E-Müll nun mal kommt.

Mittwoch 20. Juni!

Das war gestern.

Firma: MOBIL.E-MAIL.US
Ku,rzel: MM1

Wertpapier-Kenn-Nummer: A0M LLZ
I-SIN : US 60742Q-1094

Letzter Preis: 0.24
4T Prog.: 0.90

Oh, einmal etwas neues. Nachdem in den ähnlichen Attacken der letzten Wochen auch noch der letzte Spamfilter auf das Wort „Kürzel“ dressiert wurde, wird von den Spammern eine ganz neue Schreibweise eingeführt. Die Umschreibung eines „ü“ mit „ue“ ist ja auch viel zu gewöhnlich und wirkt nicht „insiderhaft“ genug, deshalb wird jetzt unter kreativer Verwendung eines Kommas „u,“ geschrieben.

Und „4T Prog.“ ist ja auch einmal etwas anderes als die frühere „5-Tage-Prognose“. Natürlich ist die „Prognose“ dadurch kein bisschen weniger hanebüchen. Das eigentliche Ziel dieser Spams ist es, möglichst viele naive und dumme Zeitgenossen zum Kauf der windigen Papiere zu verleiten, damit der Kurs wegen dieser Nachfrage steigt und die Kriminellen ihre vorhandenen Aktien mit Gewinn abstoßen können.

Wie würde ich mich doch darüber freuen, wenn einfach niemand mehr auf so eine dumme Masche reagiert. Erstens, weil dann die nervigen Spams aufhören. Und zweitens, weil dann die Spam-Gauner ihre Papiere nicht mit Gewinn verkaufen können und auf ihren Transaktionskosten sitzen bleiben. Aber leider hat es dafür noch nicht genug Hirn vom Himmel geregnet.

FUGEN SIE MM1 IN IHRE LISTE MITTWOCH 20. JUNI!

Das war gestern. Jetzt kann ich nur noch zu spat fugen.

Aber einen guten, wenn auch gewiss unfreiwilligen Witz hat der unbekannte Verbrecher noch zum Ende seines unschönen Textes rausgelassen:

Verzicht: Diese Anzeige wurde gesendet, um dich über diese Firma zu informieren. Deine eigene Forschung tun, bevor Sie kaufen. Der Absender wurde $25.000 für diese Sendung ausgeglichen.

Verzicht: Diese Deutsch werde geschrieben, um dich über meine krass Sprache zu informieren. Deine eigene Duden gucken, besser Sie kaufen. Der Spammer kriegte gegeben $25.000 für diese Buchstabensuppe versalzen. 😀

Telefon-Abzocke

Mittwoch, 20. Juni 2007

Zur Warnung einmal ein aktueller Hinweis bei BooCompany:

Habt auch ihr garantiert gewonnen? Und da ist „kein Haken“ dabei, mal schnell 1.500 Euronen abzugreifen sowie die „Chance“ auf weitere Riesengewinne zu nutzen? Ihr müsst nur mal schnell eine der insgesamt 42 (in Worten: Zweiundvierzig) 0900-er Nummern (zu 1,99 Euro/Min.) anrufen, für die eine Automatenstimme derzeit am Telefon spammt. Diejenigen, die auf das Gesäusel reinfallen und anrufen, werden einige Minuten hingehalten, sodass in Kürze mit Leichtigkeit bis zu 60 Euro an Telefonkosten entstanden sind.

Also, wenn die Tonbandstimme erschallt, einfach den Hörer daneben legen und den Telefon-Spammern auf diese Weise wenigstens ein paar Kosten machen.

Job zu Hause

Dienstag, 19. Juni 2007

Mit diesem tollen Betreff wendet sich eine Spam der angeblichen Firma Danfield International an Menschen, deren Leben vom totalen Denkverzicht geprägt ist. Um den Eindruck von Seriosität zu erhöhen, bevorzugt es diese „Firma“, ihre Mails mit gefälschtem Absender zu versenden.

Es soll ja immer noch Deppen geben, die es für möglich halten, dass ihnen ein gut bezahlter und einigermaßen mit dem geltenden Recht verträglicher Arbeitsplatz über eine kriminelle und asoziale Spam-Mail angeboten wird. Für diese Zielgruppe hat ein Ableger der Geldwäsche-Mafia sich einmal hingesetzt und eine hübsch gestaltete HTML-Mail in die Tasten gehauen, deren Layout (mit Mozilla Thunderbird unter Microsoft Windows) so aussieht:

Ein Ausschnitt aus der Spam zur Beurteilung des Layouts. Wirklich gelungen!

Nun, das ist doch wirklich mal ein gelungenes Layout. Mit dieser Mühe verbinden die Spammer die Hoffnung, dass sich genügend Opfer davon so verblenden lassen, dass sie die diversen inhaltlichen Schwächen nicht bemerken und vergessen, dass sie es mit der Geldwäsche-Mafia zu tun haben.

Sehr geehrte Damen und Herren!
Zur Zeit schreiben wir folgende Stellen öffentlich aus

So so, eine illegale und asoziale Spam-Mail ist also eine „öffentliche Stellenausschreibung“. Bei derart „kreativer“ Wortverwendung weiß man doch gleich, mit was für Arschlöchern man es zu tun hat. :mrgreen:

On-line-Zahlung Manager
Freie Stellen vorhanden: 21
Geographische Lage: Europa
Gehalt: 430-550 EUR pro Woche (in ersten 2 Wochen Probezeit)
Beschäftigung: teilweise (2-4 Stunden pro Tag)

Arbeitsbeschreibung:

  • Anrufe beantworten und elektronische Post bearbeiten
  • die projektverbundene On-line-Zahlungen verwalten

Hier ist gleich so einiges recht lustig. Die recht seltsame Schreibweise „on-line“ passt in ihrer Fehlerhaftigkeit so gar nicht recht zum schnieken Layout, und dieser Fehler bekommt Gesellschaft durch das Deppen Leer Zeichen in „Zahlung Manager“ – vom fehlenden Fugen-“s“ einmal ganz zu schweigen. Immerhin, die Beschäftigung ist nur „teilweise“, weil der Autor offenbar nicht wusste, dass man auf Deutsch nun einmal „Teilzeit“ sagt.

Eine „teilweise Beschäftigung“ mit hohem Gehalt.

Für 10 Arbeitsstunden bekommt man in der Probezeit immerhin gut 500 Euronen, das entspricht einem Stundenlohn von 50 Euro. So gut bezahlte Stellen sind also so schwer zu besetzen, dass es der illegalen Anwerbung über eine Spam-Mail bedarf? Wer das glaubt, ist selbst schuld.

In Wirklichkeit gibt es das Geld dafür, dass man eingehende Zahlungen empfängt und an die Geldwäsche-Mafia weiterleitet. Diese „Zahlungen“ sind betrügerischer Natur, sie werden von den Konten der diversen Phishing-Opfer abgebucht. Wer sich darauf einlässt, so etwas auf seinem eigenen Konto zu empfangen, kann sich auf einen ordentlichen Haufen Ärger gefasst machen. Ob es dafür wirklich Geld gibt, ist noch einmal eine ganz andere Frage.

Für den angebotenen Job als „Fernassistent“ gilt etwas ähnliches, es handelt sich um eine Person, die ihren Namen für gewisse, sehr windige Geschäfte hergibt. Natürlich mit vollem persönlichen Risiko.

Damit auch ein totaler Loser glaubt, dass er noch zum „Manager“ werden kann, gibt es einen wichtigen Hinweis in dieser Spam. Totale Loser sind ja genau die richtigen Opfer für eine solche asoziale Masche, vor allem denn, wenn sie auch noch strunzdumm sind.

WICHTIG:
Diese Stellen fordern keine Investitionen Ihrerseits.
Wir brauchen Investitionen Ihrer Zeit und Ihres Bemühens für gute Ergebnisse

Wer dumm genug ist, der findet eine Ausdrucksweise wie „Wir brauchen Investitionen Ihrer Zeit […] für gute Ergebnisse“ auch nicht weiter verwunderlich und freut sich darüber, dass es über seinem Kopf einfach so voraussetzungslos Taler regnen soll… :mrgreen:

Aber die Krönung ist die Aufforderung zur „Bewerbung“:

Um unsere Zusammenarbeit fortzusetzen, füllen Sie den untengegebenen kurzen Fragebogen aus und meilen an uns

Erstens herrscht beim Empfang einer Spam noch keine „Zusammenarbeit“ zwischen Sender und Empfänger – und bei vernunftbegabten Menschen wird es auch niemals dazu kommen. Zweitens kommt das Verb „meilen“ eigentlich nicht von „Meile“, sondern von „Mail“. Und drittens ist dieser Text mit einer Empfängeradresse verlinkt, die nicht einmal in der Top-Level-Domain mit der Absenderadresse übereinstimmt. Könnte man die ersten beiden Punkte noch als Fehler eines überarbeiteten Azubis betrachten, so zeigt der dritte Punkt klar, dass man es mit Betrügern zu tun hat.

Aber das alles wird noch gesteigert durch den „untengegebenen kurzen Fragebogen“, der folgendermaßen aussieht:

Vorname:
Familienname:
Land:
Ort:
Telefonnummer:
E-MAIL:

Zusätzliche Information:

Nicht, dass das jetzt jemand falsch versteht. Da sind keine Felder, in die man irgendetwas eintragen könnte. Da stehen einfach nur diese Wörter untereinander. Wie soll man die „ausfüllen“? Soll man sie etwa ausdrucken, die Angaben mit einem Kugelschreiber reinkritzeln, das Ergebnis einscannen und als Grafik an die verlinkte Mailadresse senden? Dümmer gehts nimmer! Oder soll man sie übers Clipboard in die Antwortmail einfliegen. Die Antworten-Funktion des Mailclients führt ja zu einer falschen Mailadresse, da der Absender gefälscht wurde, sonst könnte man die Texte in das zitierte Original eintragen. Und nein, es wurde keine passende Reply-to-Adresse angegeben, so viel Internet-Kompetenz hat man bei der Werbung von „Managern“ und „Fernassistenten“ nicht. 😆

Gelungen und stilecht auch die Abschiedsformel:

Mit freundlichen Grüssen
© Copyright 2004-2007 „DANFIELD INTERNATIONAL“

Der normale Leser würde ja nach dem standardmäßigen MfG so etwas wie einen Namen erwarten. Aber stattdessen gibt es eine Angabe zum Urheberrecht – der gewiss erfundene Firmenname ist übrigens nicht etwa mit einer Website oder etwas ähnlichem verlinkt, sondern noch einmal die gewünschte Mailadresse für eine Antwort.

Heiterkeit löst auch der Jahresbereich in der Copyright-Angabe aus. Haben diese von Gier zerfressenen Kriminellen in vier Jahren immer noch nicht gelernt, wie man einen überzeugenden Text in deutscher Sprache schreibt? Denn werden die es auch in Zukunft nicht mehr lernen.

Ab in den virtuellen Mülleimer damit!