Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Kommentarspam“

Technosexuals

Donnerstag, 5. April 2007

Calvin Kleins „technosexuelle“ (kein Witz, sondern echtes Werbedeutsch) Geruchs-Plürre zum Übertünchen der markanten Körperdüfte – das Zeug trägt den technodummen, an’s aküvolle IRC- und SMS-Gestammel angelehnten Namen IN2U – wird gezielt und absichtsvoll über Kommentarspam in Blogs beworben. Da fragt sich so mancher, ob es wohl möglich sei, Spam zu riechen:mrgreen:

Das ist eine wie aus dem Tollhaus tolle Idee, die ihre Wirkung ganz gewiss nicht verfehlen wird. Ich habe jetzt schon Lust, als Ausfluss meiner eigenen Technosexualität den Verantwortlichen dieser Kampagne einen Tauchsieder in eine geeignete Leibespforte einzuführen. 👿

Wenig feierliches Jubiläum

Samstag, 24. März 2007

10.064 Spam-Kommentare von Akismet automatisch vernichtetMein Blog Lumières dans la nuit hat heute den 10.000. Spam-Kommentar erhalten und dank Akismet ohne mein Zutun zur automatischen Löschung markiert. Dieses wenig feierliche Jubiläum ist mir Anlass genug, ein paar Worte über diesen alltäglichen Wahnsinn zu verlieren. Nur deshalb habe ich mich mit diesem „Jubiläums-Kommentar“ ein kleines bisschen beschäftigt und schreibe ein paar kleine Anmerkungen dazu.

Zunächst zum Inhalt: Dieser Kommentar wirbt für Viagra. Das ist eine Substanz, die für einige Männer mit krankhaftem Unvermögen zur Erektion gewiss ein Segen ist. Diese Männer dürften aber in der Regel kein großes Problem haben, an ihr Medikament zu kommen; sie bedürfen wohl kaum des Bezuges über Kanäle, die mit illegaler und krimineller Spam beworben werden. Wer sein Viagra über solche Kanäle beziehen muss, der benutzt das Medikament in Form einer „Lifestyle-Droge“, um mithilfe des Medikamentes gewissen Beschränkungen seiner Körperlichkeit zu entkommen. Was hier betrieben wird, ist Werbung für einen Drogenhandel.

Dann zum Ort: Als Ort für die Anpreisung dieses Drogenhandels wurde nicht etwa ein passender und vielversprechender Rahmen ausgewählt, sondern ein kleines Blog, das überwiegend mit kritischen Gedanken zum gegenwärtig über der Gesellschaft ablaufenden Prozess gefüllt wird. Es ist den kriminellen Spammern völlig gleichgültig, wo sie ihren kleinen, dreckigen Drogenhandel betreiben, und in dieser Gleichgültigkeit zeigt sich das ganze Maß ihrer Verachtung eines Internet, dass sie nur zum Zweck der Werbung für ihr kriminelles Angebot missbrauchen. Dass dieses Blog gut gegen so plumpe Werbung gesichert ist und dass deshalb mehr als 99 Prozent der Werbung gar nicht erst in Erscheinung treten, hindert diese Kriminellen leider auch nicht. Aber zum Glück hindert es ihre Taten an der Wirksamkeit.

Schließlich zur Form: Der Spam-Kommentar ist in Wirklichkeit in der Form eines „Trackback“ angekommen. An der IP-Adresse der Quelle kann ich erkennen, dass dieser Trackback mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von einem Blog, sondern von einem „normalen“ PC ausging, der wohl in Frankreich stand. Es ist so gut wie sicher, dass der Besitzer dieses PC nichts von diesem Trackback weiß. Er hat sich irgendwann einmal einen kleinen Trojaner eingefangen, und dieses in verbrecherischer Absicht geschriebene Stück Software hat den Rechner übernommen und zu einem Rechner anderer Leute gemacht, der jetzt zum Spammen benutzt wird. Viele Rechner sind auf diese Weise von Kriminellen übernommen worden.

Beinahe sämtliche Spamkommentare und der überwiegende Teil der heutigen Spammails gehen von solchen, durch Schadsoftware „gefügig gemachten“ Privat-PCs aus. Auch darin zeigt sich das ganze Maß der Verachtung, das Spammer für andere Menschen und ihren Besitz übrig haben – sie übernehmen einfach in krimineller Absicht die Ressourcen gewöhnlicher Menschen und spannen sie für ihre gierigen Zwecke ein.

Wenn die Computer-Anwender ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen beachten würden, würde Drogenhändlern, Pornoverkäufern und anderem lichtscheuen Gesindel das Leben viel schwerer gemacht. Wer wirklich mit einer unsicheren Software-Grundlage am Internet teilhaben will, sollte wenigstens nicht gedankenlos wie ein dressierter Hund auf alles klicken, was sich anklicken lässt, einen aktuellen Virenscanner mitlaufen lassen und einen Browser verwenden, der nicht ganz so angreifbar wie der unglücklicherweise sehr beliebte Internet-Explorer von Microsoft ist. Und diese einfachen Maßnahmen sind noch lange kein Grund, sich in Sicherheit zu wiegen. Jede Schwäche wird von der Spam-Kriminalität ausgenutzt, und so lange das leicht geht, lohnt sich die Spam-Kriminalität auch.

Wer nicht bereit ist, diesen kleinen Beitrag zum Schutz des Internet zu leisten, beteiligt sich in fahrlässiger Weise an kriminellen Machenschaften. Er hat seinen kleinen Anteil daran, dass Blogs harmloser Zeitgenossen, Foren und Gästebücher von Websites zu Umschlagplätzen für Drogen, Produktpiraterie, illegale Softwarekopien, Pornographie (auch in der widerlichen Form von Kinderpornos) und anderen wenig wünschenswerten „Gütern“ umgestaltet werden. Er hat auch einen Anteil daran, dass die dabei umgesetzten Gelder in eine mafiöse Schattenwirtschaft wandern, die ihre gesamte Verantwortungslosigkeit bereits in der Form ihrer Werbung und im Missbrauch der Rechner von einfachen Zeitgenossen unter Beweis stellt.

Wer unter den Lesern dieses Textes Vater oder Mutter ist, wäre bestimmt hoch alarmiert, sollte das eigene Kind in solche Machenschaften verstrickt sein. Aber gegenüber der eigenen Verstrickung, die von einem leblosen Computer ausgehen kann, herrscht eine entsetzliche Bewusstlosigkeit. Deshalb will ich es noch einmal auf die Spitze treiben: Wenn sie sich mit einem ungesicherten PC durch das Internet bewegen, können sie dabei zum kriminellen Drogenhändler werden.

Lassen sie es bitte niemals so weit kommen!

Die tägliche Spam, ob in den Kommentaren der Blogs oder im Postfach, sie ist eine nervtötende Plage. Für einige Unvorsichtige ist sie vielleicht auch der Einstieg in eine Medikamentenabhängigkeit (Valium ist ein viel beworbenes Medikament) oder in eine kriminelle Karriere als Geldwäscher (meistens als ein „Finanzmanager“-Job angeboten). Mit Spam ist nicht zu spaßen, sie ist hochgefährlich. Wäre sie völlig wirkungslos, so würde niemand Spam erhalten.

Versuchen sie bitte, ihren Rechner zu gut zu sichern, wie es ihnen möglich ist! Wenn sie überhaupt keine Vorstellung haben, wie das geht, informieren sie sich bitte darüber! Wenn sie nicht unbedingt Microsoft Windows für irgendeine ganz bestimmte Anwendung benötigen, verwenden sie bitte ein anderes Betriebssystem – wenigstens für ihre Internet-Nutzung! Wenn sie um die Benutzung von Microsoft Windows nicht herum kommen oder ihnen der persönliche Aufwand für einen Umstieg als zu hoch erscheint, denn verwenden sie wenigstens einen anderen Browser als den Internet-Explorer!

Jeder dieser kleinen Beiträge gegen die Spam-Kriminalität ist ein Beitrag dazu, dass das Internet ein Netzwerk von Computern bleibt, das Menschen zusammen bringt. In der Absicht der kriminellen Spammer soll das Internet zu einem Netzwerk werden, dass Opfer zu den Betrügern und Abzockern bringt. Wer nicht gerade zu diesen kriminellen Spammern gehört, kann das nicht wollen – und sollte alles in seiner Macht stehende dazu tun, dass eine solche Entwicklung verhindert wird.

Ende meiner Jubiläumsrede.

Ein Spammer stellt sich vor

Dienstag, 20. März 2007

Im ewigen Kampf der Kommentar- und Gästebuch-Spammer gegen die automatischen Spamfilter ist die nächste Runde eröffnet. Die Spammer setzen jetzt einen kurzen, relativ willkürlichen Text vor ihrem abgesonderten Dreck voller Links auf aufregende Angebote.

Nichts, was die Welt bewegt. Der übliche, alltägliche Wahnsinn eben. Aber als ich eben die Spams auf der Website von Toxic Apple Radio sichtete, musste ich doch kurz grinsen:

My mind is like a fog.
I don’t care.
That’s how it is.

Dieser Hinweis „Mein Sinn ist wie ein Nebel. Es kümmert mich nicht. So ist es.“ wird gefolgt von drei Links auf Porno-Anbieter. Der Text ist eine treffliche Charakterisierung des Menschen, der seine gierigen Angebote auf das Internet loslässt – wenn diese Charakterisierung wohl auch unfreiwillig erfolgte, weil irgendein dummes Programm willkürlich Textfragmente aus einer Datei auswählte. :mrgreen:

Dieser neue Versuch der Kommentar-Spammer war übrigens fruchtlos. Akismet hat diesen „Kommentar“ sicher als Spam erkannt und in den Datenorkus befördert. 😎

Blog Verification

Samstag, 10. März 2007

Eine besonders „einfallsreiche“ Kommentarspam, die wahrscheinlich jeder Blogger schon einmal gesehen hat, sieht ungefähr so aus:

822455 Blog Verification…

822455…

In der Regel kommt dieser „Kommentar“ als Trackback. Die angegebene Zahl kann sich ändern oder auch eine lange Zeichenfolge sein.

Die „Nachricht“ ist natürlich völlig inhaltslos, sie dient offenbar nur dazu, die „Spambarkeit“ eines Blogs zu überprüfen. Das wird auch der tiefere Sinn der Zahlen oder langen Zeichenfolgen sein, die sich zusammen mit dem Text „Blog Verification“ über Google finden lassen können. Auf diese Weise erhält der Spammer (oder sein Skript) Aufschluss darüber, ob ein bestimmtes Blog weit oben in den Suchergebnissen erscheint, was ja durchaus einer gewissen Mühe wert ist.

Wenig einfallsreich

Freitag, 9. März 2007

Im Moment ist die Kommentarspam in Blogs mal wieder eine große Plage.

Die aktuellen Spammköpfe, die in jedem Blog eine Litfasssäule für ihre gierigen Beglückungsideen sehen, sie sind nicht sehr einfallsreich. Dafür sind sie um so zahlreicher. In einem Blog, den ich unterhalte, kommen zurzeit bis zu 250 Spamkommentare am Tag an.

In der Regel ist jeder dieser Spamkommentare gleich aufgebaut.

Als Name wird eine Produktbezeichnung angegeben. Je nach dem, was man bei Google reindrücken will. Also so etwas wie „phentermine“, „cialis“, „Buy Valium“ oder vielleicht auch mal „Rolex Yacht Master“, damit man weiß, was die Stunde geschlagen hat. Die angegebene Mailadresse ist immer erlogen und erstunken. Die angegebene Homepage ist fast immer eine fragwürdige Seite, auf der man allerlei Tand, Drogen und Quacksalberei erwerben kann. Die IP-Adressen der „Kommentatoren“ verteilen sich über das ganze Internet, was darauf hindeutet, dass viele dieser Spameinträge von zombifizierten Windows-PC stammen. Manchmal hätte ich Lust, ein Plugin zu schreiben, das jeden dieser „Kommentare“ an den Microsoft-Support weiterleitet.

Der Text des „Kommentares“ ist die reine Hirnlosigkeit.

Es beginnt immer mit einem lobenden Wort über das Blog. So etwas wie „You have made a cool site“, „good site you run“, „keep up the good work!“ oder „Nice site… Cool guestbook…“

Darauf folgt eine Liste von gefühlten 150 Links. Diese sind gleich in zwei Formaten angegeben. Das erste ist eine BBCode-ähnliche Syntax, das zweite ist HTML. Das Spamskript macht sich nicht einmal die Mühe, das verwendete Blogsystem zu ermitteln und furzt gleich mehrere mögliche Formate in die Kommentargelegenheit. Alle Links führen strunzdumm auf die gleiche Domain, der verlinkte Text wird jedes Mal als URI-Parameter name übergeben. Der „Text“ des Kommentares ist wenig unterhaltsam und liest sich zum Beispiel so (alle Links entfernt):

Buy Lipitor Buy Zovirax Buy Zovirax Buy Norco Buy Norco Buy Didrex Buy Didrex Buy Bontril Buy Bontril Buy Phentermine Buy Phentermine Buy Tramadol Buy Tramadol Buy Tylenol Buy Tylenol Buy Diazepam Buy Diazepam Buy Prozac Buy Prozac Buy Fioricet Buy Fioricet Buy Valtrex Buy Valtrex Buy Butalbital Buy Butalbital Buy Hydrocodone Buy Hydrocodone Buy Lorazepam Buy Lorazepam Buy Xenical Buy Xenical Buy Celexa Buy Celexa Buy Cialis Buy Cialis Buy Meridia Buy Meridia Buy Nexium Buy Nexium Buy Ativan Buy Ativan Buy Codeine Buy Codeine Buy Viagra Buy Viagra Buy Famvir Buy Famvir Buy Carisoprodol Buy Carisoprodol Buy Zyrtec Buy Zyrtec Buy Cipro Buy Cipro Buy Valium Buy Valium Buy Vicodin Buy Vicodin Buy Xanax Buy Xanax Buy Paxil Buy Paxil Buy Adipex Buy Adipex Buy Adderall Buy Adderall Buy Dianabol Buy Dianabol Buy Ultram Buy Ultram Buy Renova Buy Renova Buy Diflucan Buy Diflucan Buy Ambien Buy Ambien Buy Zyban Buy Zyban Buy Wellbutrin Buy Wellbutrin Buy Zoloft Buy Zoloft Buy Tamiflu

Wenn ich einmal einen Verantwortlichen für diesen Unfug in die Finger kriege, wird er hinterher seine ganze Hausapotheke aufbrauchen, versprochen. Was diese asozialen Dealer vom Internet halten, ist in einem dieser Spamkommentare in der Einleitung ausgedrückt worden:

Everybody loves your guestbook,so do i.

Hier zeigt sich das Verständnis dieser Fäkalmaden vom Miteinander in realsatirischer Deutlichkeit.

Erster!

Mittwoch, 7. März 2007

Dieses Blog musste gerade einmal eine Woche online sein, bis es vom ersten Skript eines Kommentarspammers gefunden wurde. Offenbar ging der „Autor“ dieses ersten Spamkommentares davon aus, dass dieses Blog ein guter Marktplatz für astronomische Geräte sei:

Meade 04522 Deep Sky Imager Color Digital Image Sensor For Telescopes

Wie er darauf gekommen ist? Das wissen nur die Sterne. Am Inhalt des Blogs kann es kaum liegen, und auch die Sprache ist nicht gerade „zielgruppengerecht“ für ein deutsches Blog. Eben die übliche Form der Spam-Werbung, also ziellos abgefeuerte Schrotmunition, bei der die antisozialen Werber einfach davon ausgehen, dass schon irgend etwas getroffen wird.

Besonders lustig ist allerdings der Text, der unter dem obligatorischen Link auf einen gewiss unseriösen Online-Handel mit Astronomie-Zubehör geschrieben wurde:

Here’s a site I found today while I was bored at work

Tja, Spammer, wenn du bei deiner Arbeit so gelangweilt bist, solltest du es einfach mal mit richtiger Arbeit versuchen. Glaub mir, das hilft.

Seltsamer Fetisch

Mittwoch, 28. Februar 2007

Ich habe ja wirklich schon einiges gehört. Es gibt viele sexuelle Fetische, und die übermächtige Kraft der Liebe zeigt sich wohl am deutlichsten in ihren bizarreren Seitenwegen. Aber dieser Fetisch, der sich einem mechanisch erstellten Blogkommentar als Überschrift für die gefühlten 100 Links diente, der ist mir neu:

pokemon sex

Was sind das eigentlich für Menschen, die davon angesprochen werden sollen.