Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Cloud“

Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Montag, 10. Februar 2014

Spammer's Hall of Shame: digitalbackup.info

In die „Hall of Shame“ kommen nur die ganz Harten. Oder die ganz Weichen. Die, bei denen sich der mutige Einsatz von Technik und das Streben nach gestalterischer Exzellenz mit unfassbarer Stümperei paart. Die, bei denen die Worte erst einmal Luft holen müssen, ehe sie das Gesehene beschreiben können. Wenn du hier landen willst, Spammer, denn musst du schon ein echtes Naturtalent der Lobotomie sein…

Diese HTML-formatierte Spam ging vor ein paar Stunden direkt in mein Honigtöpfchen und sie ist die erste dieser Gattung, die bei mir angekommen ist: Es ist nämlich die erste mir vor Augen kommende Spam, in der Kriminelle auf den „Cloud“-Zug aufspringen¹ – folgende Spamwellen mit dieser Masche werden vermutlich wesentlich besser sein, sowohl in technischer Hinsicht als auch in ihren Formulierungen.

Ein kluger Kopf hat einmal gesagt: „Eine Festplatte ist viel zu unsicher, um ihr Daten anzuvertrauen.“ Auch wenn sich seitdem bei den Speichermedien viel verbessert hat, wer hat noch nie davon gehört oder es – schlimmstenfalls – selbst erlebt; die Daten sind weg. Gründe dafür gibt es viele, die wichtigsten

  • Computer oder Festplatte defekt (auch Ihr Smartphone und Ihr Tablet PC sind übrigens Computer, oder haben Sie dort keine Daten?)
  • Gerät gestohlen
  • Gerät verloren
  • Versehentlich gelöscht

Sie können auf www (punkt) digitalbackup (punkt) info weiterlesen!
[Die Domain habe ich umgeschrieben, um sie nicht allzuleicht direkt nutzbar zu machen]

Ein kluger Kopf, dessen Name mir leider entfallen ist, hat einmal gesagt: „Es ist wichtig, dass deine Buchstaben fetter sind als die Buchstaben in normaler Mail“. Deshalb schreibe ich HTML-formatierte Spams und setze den gesamten Text fett. Ich kenne dich nicht, und ich sage dir in fetten Buchstaben, dass deine Festplatte unsicher ist und dass alle deine Daten gefährdet sind. Wenn du schon einmal das Wort Backup gehört hast, aber Angst davor hast, weil das so ein Fremdwort ist, dann biete ich dir ein ganz bequemes Datensichern bei mir an. Ich bin übrigens Spammer, falls du es noch nicht an meiner Spam bemerkt hast.

Ein anderer kluger Kopf, der mir mal erzählt, wie ich in eine HTML-Mail einen Link reinfummele, ist mir leider noch nicht übern Weg gelaufen, deshalb musst du die vorgestern erst anonym eingerichtete Domain meiner tollen, betrügerischen Website über die Zwischenablage in die Adressleiste kopieren. Ich hoffe, dass du mir, der ich zu doof bin, HTML zu tippen, sofort die technische Kompetenz zutraust, deine Backups übernehmen zu können.

Mit hohlem Kopf und ohne Gruß

Dein hirnloser Spammer mit der neuen Masche

¹Ich habe auch eine marginale Meinung zur „Cloud“, die ich zu diesem Anlass nur zu gern in einer Fußnote loswerde, damit sie überlesen wird. Mit dem nicht technischen, sondern von Werbern erfundenen Wort „Cloud“ wird eine aus Anwendersicht transparent implementierte, verantwortungslose Datenspeicherung bei anderen, zentral organisierten Anbietern bezeichnet. „Cloud“ bedeutet: Der Nutzer weiß nicht, wo seine Daten sind und hat die Hoheit darüber an jemanden anders abgegeben. „Cloud“ ist als externe Datenspeicherung das exakte Gegenteil von Datenschutz. „Cloud“ ist als eine externe Datenspeicherung das exakte Gegenteil von Privatsphäre. „Cloud“ ist als zusätzliche Komplexität im privat oder geschäftlich genutzten Computer das Gegenteil von Sicherheit. Und im Zeitalter der preiswerten Speichersticks und riesigen Festplatten und in einer Zeit, in der über USB angeschlossene Geräte mit beeindruckender Geschwindigkeit Daten übertragen können, ist „Cloud“ ungefähr so hübsch und hilfreich wie ein Kropf. Einmal ganz davon abgesehen, dass USB auch ohne Internet und die damit verbundenen Probleme funktioniert. Davon, was die Datenschutz-Versprechungen auch renommierter gewinnorientierter Unternehmungen im Alltag wert sind, kann sich jede und jeder hier auf Unser täglich Spam einen kleinen, unvollständigen Eindruck abholen, und zurzeit kommt alle paar Tage ein neuer Eintrag in diese Liste. Angesichts dieser Liste ist es nicht nur überflüssig, ein unnötiges Sicherheitsrisiko und eine freiwillig installierte und unbemerkt benutzbare Überwachungsschnittstelle auf dem eigenen Computer einzurichten, weil man auf die „Cloud“-Reklame hereingefallen ist, sondern es ist auch ausgesprochen dumm, auf diese Reklame reinzufallen. Diese Dummheit kann bei der ersten überzeugend vorgetragenen Betrugsmasche nach einem Datenleck auch sehr teuer werden. Wer nicht dumm ist, wird alles dafür tun, zentrale (und damit für Kriminelle und Überwacher wegen des lohnenden Angriffspunktes attraktive) Datenspeicherung so gering wie nur möglich zu halten. Wer nicht dumm ist, wird aber schon auch aus Erfahrung wissen, dass die Wirklichkeit in der Regel das genaue Gegenteil dessen ist, was ihm in der Reklame – auch in der Schleichwerbung durch Presseerklärungen, die als „Inhalt“ der Qualitätsjournalisten herhalten – von professionellen Lügnern (umgangsprachlich am zutreffendesten als „Arschlöcher“ bezeichnet) erzählt wird. Ende der Fußnote, die ich genau so umsonst geschrieben habe, wie ich in der unmittelbaren menschlichen Kommuniaktion gegen Wände spreche. Wände aus Beton. Vor den Köpfen anderer Menschen. Die es sich zur Haltung gemacht haben, eher einem verlogenen Arschloch von Werber zu glauben als einem Menschen mit etwas fachlichem Wissen. Das Hirn ist eine tolle Sache, vor allem, wenn mans auch nutzt.

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Mittwoch, 18. Juli 2012

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Eine ganz normale Casino-Spam, mit der Menschen zum ominösen und nicht empfehlenswerten „Magic Box Casino“ gelockt werden sollen. Die lustigen Firmierungen dieser Spam sind Bullshit, das Geschäft sind die Affiliate-Gelder, die für die geworbenen Kunden kassiert werden. Und die dafür aufgebaute Website entspricht dem üblichen Stand dieses Schwindels, hier der Screenshot fürs Archiv:

Screenshot des angeblichen Casinos Euro Dice Exchange

Zum Standardrepertoire des Schwindels gehört auch der in JavaScript realisierte Jackpot-Zähler, der beim Neuladen der Seite einfach wieder bei seinem Startwert anfängt – damit man auch ganz einfach bemerken kann, dass hier falsche Tatsachen vorgetäuscht werden sollen.

Was an dieser Spam anders ist: Viele Menschen geben an, diese oder ähnlich gebaute Spams auf Mailadressen erhalten zu haben, die bislang spamfrei waren. Diese Mailadressen wurden ausschließlich für einen Dropbox-Account verwendet. Das erweckt den Verdacht, dass es bei Dropbox eine undichte Stelle gibt, über die Kriminelle an Mailadressen der Nutzer gelangen können. Im offiziellen Dropbox-Blog, das leider mehr der Reklame als der vernünftigen Information der Nutzer dient, wird auf dieses Problem zurzeit noch nicht hingewiesen – aber es dürfte sicher sein, dass dort gerade ein paar Menschen eine etwas unerfreuliche Zeit haben und versuchen herauszubekommen, wie die Spammer an diese Mailadressen gekommen sind.

Ob auch bei Dropbox abgelegte Daten kompromittiert wurden, ist im Moment reine Spekulation und kann erst durch eine klare Stellungnahme nach einer Analyse von Seiten Dropbox geklärt werden. Aber wer seine fünf Sinne beisammen hat, legt „in der Cloud“ ja auch keine Daten von persönlicher oder geschäftlicher Bedeutung ab, wenn diese nicht in die Hände anderer Leute gelangen dürfen – oder sorgt, wenn sich das nicht vermeiden lässt, für eine angemessen starke Verschlüsselung.

Ich wollte, ich könnte sicher davon ausgehen, dass jeder Benutzer eines Internetzugangs seine fünf Sinne beisammen hat! 🙁

Nachtrag: Artikel bei Heise Online.