Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Ich trage ja auch nicht jeden Tag mein Gehirn…

Montag, 19. Oktober 2020, 17:18 Uhr

Beleuchtete Werbung am Straßenrand. Eine aufreizend blickende blonde Frau, die nur mit ihrem Handtuch bekleidet zu sein scheint. Dazu der Text: Ich trage ja auch nicht jeden Tag dieselben Schuhe. -- Für alle, die Abwechslung wollen: c-date.de -- Deutschlands Nr. 1 für Casual Dating

Dieser Dating-Fleischmarkt scheint genau richtig für alle zu sein, die zu blöd für „Tinder“ sind und stattdessen lieber Geld bezahlen möchten – aber ohne ins Bordell zu gehen, wo völlig klar wäre, was sie für ihr Geld bekommen. 💸

Wenn man diese Reklame sieht, scheint es sich um einen dieser Dating-Fleischmärkte zu handeln, in denen es nur Frauen gibt. Die naheliegende Frage, was diese „Frauen“ wohl getan haben, um die ganzen Männer zu vertreiben, soll von einem sabberfördernden softerotischen Foto erstickt werden. Und ist das Hirn erstmal abgeschaltet und das kostenlose „Testabo“ abgeschlossen, gibt es zumindest in Österreich automatische Vertragsverlängerungen, hohe Abbuchungen von Konto oder Kreditkarte, Mahnungen vom Inkassobüro. Selbst, wenn es gar keine „Dates“ gibt, sondern nur ein sich automatisch verlängerndes „Abo“ darauf. 😠

Im Moment sind Werbeplätze übrigens relativ billig. Das liegt an der Corona-Seuche, die unter anderem viel Reklame ausfallen lässt, während die Anzahl verfügbarer Werbeplätze praktisch konstant bleibt. Das drückt den Preis. So wird es auch halbseidenen, unseriösen und abzockerischen Unternehmungen erleichert, Plakat- oder gar Fernsehwerbung zu betreiben. Generell kann ich nur davon abraten, Produkte oder Dienstleistungen zu bezahlen, weil dafür geworben wird – denn die Kosten für die Reklame zahlen letztlich die Kunden als Aufpreis für das beworbene Produkt oder die beworbene Marke. Jede Reklame ist eine Negativempfehlung, ein Bloß-nicht-Kaufen. Immer. Ohne Ausnahme. So einfach ist das. 💡

2 Kommentare für Ich trage ja auch nicht jeden Tag mein Gehirn…

  1. orinoco sagt:

    Wer „Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“ (oder wenigstens den Ausschnitt auf youtube) gesehen hat, der hat (hoffentlich) verstanden, dass die Verpaarung des oberen Teils des weiblichen „Türmchens“ mit dem unteren Teil des männliche „Türmchens“ kein seriöses Geschäftsmodell sein kann.
    Da ist käuflicher Sex die weitaus ehrlichere Variante.

  2. Krustie der Klaun sagt:

    Fernsehwerbung ist meines Erachtens nach eher durch die inzwischen unüberschaubar werdende Anzahl an bezahl-fernguck-Diensten (aka Streamingplattformen) geworden.

    Da sich nahezu jeder Haushalt mindestens einen oder zwei dieser Dienste leisten kann, ist das Kabel- und Antennen-TV quasi nur noch Resterampe der Sendeplatzhalter geworden. Und die Reklame spiegelt das wieder – was einem unbedarften Menschen (der aus Geldnot oder anderen Gründen noch TV guckt) so zwischen den Sendeblöcken (die an sich schon schlimm genug sind um den Brägen zu Mus werden zu lassen) an Produkten und Dienstleistungen feilgeboten wird: Glücksspiel, China-Schrott, Autos die sich keiner der sich das Hartz-Programm anschaut wohl leisten dürfte, Schweinefraß für die Unterschicht, Fleischbörsen, Sexspielzeug… wenn das der Spiegel der Gesellschaft sein sollte, dann gut Nacht!

    *ich denke da immer wieder an „Idiocracy“ oder des weniger subtile „God bless America“

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