Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Tagesarchiv für den 11. Juli 2013

Suchmaschinenoptimierung – Rabattcode

Donnerstag, 11. Juli 2013

Wie jetzt, heute nicht als „Tobias Koch“, „Peter Knopp“ oder „Thomas Lipke“?

Immerhin, der Text ist „neu“. Bis auf seinen Inhalt, der treuen Spamlesern noch aus dem Mai vertraut ist. Aber die Wörter sind immerhin zum Teil neu.

Guten Tag,

Die haben zwar keine Ahnung, wie ich heiße…

wir haben extra für Sie [sic!] einen Rabattcode in der Höhe von 15 % für die Bestellung der Optimierung der Web-Seite [sic!] erstellt.

…aber sie machen „extra für mich“ Rabattcodes. Das klingt persönlich und zielsicher in der Ansprache. Und welche Web-Seite die meinen, sagen sie nicht, weil sie es auch nicht wissen.

Dank der Optimierung gewährleisten wir die Erhöhung der Position Ihrer Internetseite in den Google-Suchergebnissen.

Dank der allgemeinen Unwissenheit vieler Menschen finden solche Großhirnkastraten immer wieder ein paar Opfer, die glauben, dass zum Erfolg im Internet nur irgendwelcher Hokuspokus gehört. Die meinen dann auch…

Erlauben Sie nicht, dass die Konkurrenz auf dieser Liste höher als Sie steht.

…dass man nur einem Spammer Geld in die Hand drücken muss, und schon wird man von Google mehr geliebt als die Betreiber anderer Websites. Dass der Spammer bei der Werbung für seine „Dienstleistung“ nicht auf seine eigenen Google-Künste setzt, sondern lieber durch asoziale und illegale Spam wirbt, hält Mitmensch Opfer leider nicht von solchem Glauben ab.

Der Rabattcode gilt bis zum 11.07.2013.

CODE: WP-RT-3988541

Seltsam, vor ein paar Wochen galt exakt der gleiche „Rabattcode“ noch bis zum 15. Mai. Mit der intellektuellen Leistung, sich eine neue Reihe von Buchstaben und Ziffern auszudenken, ist der Absender dieser müffelnden Müllpost überfordert.

Geben Sie bitte den Rabattcode in Ihrem Bestellungsformular [sic!] ein.

http://www.seo-at.net/?page=bestellung

Ah, schon wieder eine neue Adresse im Internet! Diese Spamfilter aber auch immer… :D

Oh, auf einmal ist „AG“ gar keine gute Abk. mehr für Agentur, wie noch im letzten Müllbrief. Aber „AT“ ist auch nicht besser, klingt irgendwie mehr nach Österreich… ;)

Mit freundlichen Grüßen
SeoAgentur – Team

http://www.seo-at.net/

Tatsächlich, gleich das ganze Team auf einmal. Ist ja auch nicht so schwierig, wenn es sich nur im Kopfe eines einzigen Freakshowexponates befindet.

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Wer noch mehr Spam will, sage einfach den Spammern, dass die Spam ankommt!

Nachtrag für Neugierige

Was passiert eigentlich, wenn man bei dieser Unternehmung (ohne Eintrag im Handelsregister) namens „SeoAgentur“ die angebotene Dienstleistung bestellt?

Wer auf den angebotenen Link zum Bestellformular klickt und dort seine Daten eingibt (Name, Telefonnummer, Postanschrift, Mailadresse), bekommt unmittelbar – also völlig automatisch – eine weitere E-Mail an die angegebene Mailadresse:

An: sag (at) ich (punkt) net
Von: „SeoAgentur“ <info (at) seo (strich) progress (punkt) net>
Betreff: AW: Bestellung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung.

Bestellung-Nr: 666
Bestelldatum: 2013-07-11 09:30:52

Ihre Kundendaten:

Angegebenener Firmenname
Angegebener Name
Angegebene Straße
Angegebene Postleitzahl und Ort
Deutschland

Kunden-Nr: 08/15

Ihre Bestellung:

1.Suchmaschinenoptimierung: Angegebenene Website

Nettobetrag: 171.43 €
+Mwst: 32.57 €

Gesamtbetrag: 204 €

Zahlen Sie bitte per Vorkasse auf das unten angegebene Konto:
Bei Zahlung bitte angeben: Bestellung-Nr: 666

Zahlung innerhalb von 7 Tagen.

Bankkonto:

Sparkasse
Kto.: 310002xxxx
BLZ: 85050100
Kontoinhaber: SeoAgentur

SWIFT/BIC-Code: WELADEDxxxx
IBAN: DE80 8505 0100 3100 02xx xx

Sobald wir von Ihnen die Zahlung bekommen beginnen wir mit Optimierungsarbeiten Ihrer Webseite.

Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Wünsche haben, zögern Sie nicht sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Bemerkenswerterweise können die Spammer mit den „Optimierungsarbeiten“ beginnen, indem man ihnen einfach nur ein bisschen Geld gibt. Einen Zugang zum Webserver benötigen sie nicht. Oder anders gesagt: Das Geld ist weg, und dafür gibt es nichts.

Die angegebenen Bankdaten gehören mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einem „Finanztransferagenten“ oder jemanden, der einen „Job“ mit einer ähnlichen Bullshit-Bezeichnung macht – und sich hinterher darüber wundert, dass er sich erstens strafbar gemacht hat und zweitens zu allem Überfluss auch noch zivilrechtlich in Haftung genommen wird.